Brasilianischer CMSE legt CVaR-Parameter ab 2027 fest
2026-06-11 10:50
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de.wedoany.com-Bericht: Die monatliche Sitzung des brasilianischen Ausschusses für die Überwachung des Elektrizitätssektors (CMSE) findet am heutigen Mittwoch (10.) um 14:00 Uhr Ortszeit statt. Das zentrale Thema der Sitzung ist die Festlegung des Risikovermeidungsparameters – des bedingten Risikowerts (Conditional Value at Risk, CVaR) –, der ab 2027 für den Betrieb des nationalen Verbundsystems (SIN) und die Berechnung des Differenzausgleichspreises (PLD) verwendet werden soll.

Canal Solar - CMSE entscheidet heute über die Zukunft des CVaR und weckt damit Interesse im Stromsektor

Dieses Thema betrifft die Entwicklung der Strompreise, die Betriebskosten der Händler sowie das Gleichgewicht zwischen Energieversorgungssicherheit und Erschwinglichkeit der Strompreise. Die ursprünglich für Mai geplante Entscheidung wurde verschoben, damit der nationale Stromnetzbetreiber (ONS) und die Handelskammer für elektrische Energie (CCEE) weitere Studien durchführen und die Verträge über rund 20 Gigawatt (GW) Kapazität aus der Kapazitätsreserveauktion (LRCAP) im März als neue Variable berücksichtigen können. Derzeit ist der seit Januar 2025 geltende CVaR-Parameter 15/40 noch in Kraft. Dieser Parameter gewichtet die 15% schlechtesten hydrologischen Szenarien mit 40%, was den Systembetrieb konservativer macht und tendenziell die vorzeitige Einschaltung von Wärmekraftwerken begünstigt, um die Stauseen zu schützen. Der aktuelle Diskussionsschwerpunkt liegt darauf, ob dieser Standard gelockert werden kann, d. h. die Risikoaversion bei gleichzeitiger Gewährleistung der Versorgungssicherheit zu verringern.

Der CVaR beeinflusst direkt die marginalen Betriebskosten (CMO) und damit den PLD, der als Referenz für die kurzfristige Marktabrechnung dient, sowie die zukünftigen Energiepreissignale. Ein konservativerer Parameter erhöht die Häufigkeit der präventiven Inbetriebnahme von Wärmekraftwerken und treibt die Betriebskosten in die Höhe; ein Standard mit geringerer Risikoaversion kann zwar die sofortige Einschaltung von Wärmekraftwerken reduzieren, könnte aber das System bei ungünstigen hydrologischen Szenarien einem erhöhten Risiko aussetzen. Daher wird die Entscheidung des CMSE als entscheidender Wendepunkt für Erzeuger, Händler und freie Verbraucher angesehen.

In den zur Debatte gestellten Stellungnahmen veröffentlichte der Händler Comerc eine Studie, die auf wichtige methodische Einschränkungen im aktuellen Prozess zur Bestimmung der Risikoaversion hinweist, darunter die unzureichende Konvergenz des NEWAVE-Modells, die geringe Fähigkeit zur Unterscheidung extremer Szenarien, das Fehlen objektiver quantitativer Entscheidungskriterien und die Intransparenz der Annahmen in technischen Studien. Comerc empfiehlt CVaR 15/30 als primäre Alternative, da dieser Parameter in den kritischen Monaten der Stauseewiederauffüllung die festgelegten Sicherheitsstandards beibehält und ein besseres Kosten-Risiko-Verhältnis bietet; als sekundäre Option wird CVaR 15/35 vorgeschlagen. Das Unternehmen plädiert außerdem für eine strukturelle Überprüfung der Methodik in den folgenden Zyklen.

Vor der Sitzung veröffentlichten sieben Verbände der Elektrizitätswirtschaft – der brasilianische Windenergieverband (ABEEólica), die nationale Verbraucherfront für Energie (FNCE), der Industrieverband für Kraft-Wärme-Kopplung (Cogen), der nationale Energieverbraucherverband (Anace), der brasilianische Verband der Energiehändler (Abraceel), der brasilianische Verband der Großverbraucher und freien Verbraucher (Abrace) sowie der brasilianische Verband der Investoren in Eigenstromerzeugung (Abiape) – eine gemeinsame Erklärung, in der sie sich für die Einführung von CVaR 15/30 aussprechen. Die Erklärung besagt, dass dieser Parameter die CMO um etwa 85 BRL/MWh senken würde, die negativen Auswirkungen auf den Strompreis bei 1,74% lägen und die Versorgungssicherheit selbst in schweren hydrologischen Szenarien gewährleistet sei; bei Beibehaltung des aktuellen CVaR 15/40 würden die Verbraucher zusätzliche Kosten von rund 3 Milliarden BRL tragen, während der Füllstand der Stauseen nur einen marginalen Gewinn von 0,4 Prozentpunkten erzielen würde.

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