de.wedoany.com-Bericht: Indische staatliche Stahlhersteller planen die Übernahme von russischen Kokskohleanlagen, um die Rohstoffversorgung zu sichern. Bereits Anfang dieses Jahres hatte Indien Kokskohle zu einem kritischen strategischen Mineral erklärt.
Zwei mit der Angelegenheit vertraute indische Quellen teilten Reuters mit, dass die Steel Authority of India Limited (SAIL) und die National Mineral Development Corporation Ltd (NMDC) im vergangenen Monat Russland besucht hätten, um mit der russischen Regierung und Branchenvertretern Gespräche über die Möglichkeit einer Übernahme russischer Kokskohleanlagen zu führen.
Derzeit stammt etwa die Hälfte der indischen Kohleversorgung für die Stahlproduktion aus Australien, während Russland und die USA ebenfalls bedeutende Anteile halten. Indien sucht nach Wegen, mehr Rohstoffe für die Stahlindustrie aus Russland zu beziehen.
„SAIL und NMDC erkunden beide Beschaffungskanäle für Rohstoffe und führen Verhandlungen mit Russland", sagte eine der Quellen gegenüber Reuters.
Im Januar dieses Jahres stufte Indien Kokskohle gemäß dem Mines and Minerals (Development and Regulation) Act als kritischen strategischen Rohstoff ein, als Teil einer strukturellen Reform des Bergbausektors. Die indische Bundesregierung erklärte damals, dieser Schritt sei eine Anerkennung der „strategischen Rolle von Kokskohle bei der Sicherung der Mineralienversorgung und der Deckung des Bedarfs der heimischen Stahlindustrie".
Obwohl Indien über inländische Kokskohleressourcen von rund 37,37 Milliarden Tonnen verfügt, ist das Land als zweitgrößter Rohstahlproduzent der Welt nach China derzeit zu etwa 95 % auf Importe von Kokskohle angewiesen. Durch diese Reform hofft Indien, die enorme Importabhängigkeit zu verringern, die Lieferkette der Stahlindustrie zu stärken und die nationalen Stahlpolitikziele zu unterstützen. Die Reform soll voraussichtlich auch private Investitionen in die Exploration und die Einführung fortschrittlicher Abbautechnologien fördern.
Stahlanalysten des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) erklärten im April, dass die indische Stahlindustrie derzeit aufgrund der Krise im Nahen Osten mit stark steigenden Preisen für Erdgas und Flüssiggas konfrontiert sei.
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