de.wedoany.com-Bericht: Die drei großen australischen Bergbauunternehmen – BHP Group, Rio Tinto und Fortescue Metals Group – sind zunehmend besorgt über Chinas Versuche, die globalen Regeln des Eisenerzhandels zu ändern.
Der Kern des Problems ist nicht ein plötzlicher Rückgang der chinesischen Nachfrage, sondern die allmählich schwindende Einflussnahme australischer Lieferanten auf Preisgestaltung und Handelsbedingungen. Im Jahr 2022 gründete China die staatliche Beschaffungsgesellschaft China Mineral Resources Group (CMRG) mit der Aufgabe, den Eisenerzeinkauf chinesischer Stahlunternehmen zu bündeln, um die Verhandlungsposition des Landes gegenüber den weltweit größten Minenbetreibern zu stärken.
Seit Jahren verzeichnet die chinesische Stahlindustrie relativ niedrige Gewinnmargen, während australische Unternehmen dank der reichen und kostengünstig abbaubaren Lagerstätten in der Region Pilbara überdurchschnittliche Gewinne erzielen. Australische Produzenten argumentieren, dass die Probleme der chinesischen Stahlunternehmen hausgemacht seien: Während des Baubooms wurden im Inland zu viele Hochöfen und Produktionsanlagen errichtet. Mit dem Ausbruch der Immobilienkrise verlangsamte sich der Wohnungsbau drastisch, viele Bauträger gingen bankrott, doch die Stahlkapazitäten blieben bestehen, was zu einer schweren Überkapazität in China führte.
Die Lage wird dadurch verkompliziert, dass viele Länder damit begonnen haben, ihre eigenen Märkte vor chinesischen Stahlimporten zu schützen. Die USA, EU-Staaten, Südkorea und Vietnam verhängen Antidumpingmaßnahmen und Handelsbeschränkungen. Australien hat kürzlich Zölle von bis zu 82 % auf bestimmte chinesische Warmbleche erhoben. Seit Anfang 2024 wurden über 60 Handelsuntersuchungen gegen chinesische Stahlprodukte eingeleitet, von denen 35 zu Sanktionen oder Zöllen führten.
Je schwieriger Chinas Stahlexporte werden, desto mehr möchte Peking die Rentabilität der heimischen Stahlunternehmen steigern. Ein Weg, dieses Ziel zu erreichen, ist die Senkung der Eisenerzkosten. Obwohl die allgemeine Auffassung besagt, dass chinesische Stahlwerke hohe Verluste erleiden, zeigt die Branchenforschung, dass die meisten Hochofenbetreiber weiterhin profitabel sind. Schnell wachsende Sektoren wie die Herstellung von Elektrofahrzeugen, Industrieanlagen und Haushaltsgeräten stützen die Nachfrage.
Die Ziele der China Mineral Resources Group gehen weit über die Unterstützung einzelner Unternehmen hinaus. China versucht, seine Position als weltweit größter Eisenerzkäufer zu nutzen, um einen größeren Anteil der Gewinne seiner heimischen Industrie zuzuführen. Aus Pekings Sicht ist es unangemessen, dass ausländische Bergbauunternehmen weiterhin Gewinnmargen von über 70 % erzielen, während die chinesische Wirtschaft mit Wachstumsverlangsamung, industriellen Überkapazitäten und steigenden Handelshürden konfrontiert ist.
Vor einigen Jahren hatte China kaum eine andere Wahl, als auf australisches Eisenerz angewiesen zu sein. Heute ändert sich die Lage. Brasilien hat seine Exporte nach dem Bruch des Tailings-Damms in Brumadinho im Jahr 2019 deutlich erholt. Zudem hat nach jahrelangen Verzögerungen eines der weltweit größten Eisenerzabbauprojekte – das Simandou-Projekt in Guinea – mit der Auslieferung begonnen. Derzeit können die brasilianischen Lieferungen und das Simandou-Projekt Australien noch nicht vom Markt verdrängen, aber sie stärken Chinas Verhandlungsposition erheblich.
Experten zufolge ist die größte Bedrohung für australische Unternehmen nicht ein drastischer Rückgang der chinesischen Nachfrage. Gefährlicher ist der allmähliche Verlust an Marktmacht. Die China Mineral Resources Group strebt nicht unbedingt einen einmaligen Eisenerzpreisverfall an, sondern lediglich kontinuierliche kleine Zugeständnisse einzelner Produzenten bei gleichzeitiger Ausweitung alternativer Bezugsquellen. Jede zusätzliche Tonne Erz aus Simandou, jede Steigerung der brasilianischen Exporte und jedes Zugeständnis eines Lieferanten verschiebt allmählich das Kräfteverhältnis auf dem globalen Markt zugunsten Chinas. Australien mag seine Verkaufsmengen halten, könnte aber die Preise und die Verhandlungsmacht verlieren, die seinen Bergbauunternehmen in den letzten zwei Jahrzehnten Rekordgewinne beschert haben.
Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.
E-Mail: news@wedoany.com









