de.wedoany.com-Bericht: Die Southern African Development Bank (DBSA) arbeitet daran, eine zentrale treibende Kraft für die Energiewende und die Infrastrukturentwicklung in Südafrika zu werden. Hochrangige Vertreter der Institution betonten am Vorabend des African Energy Forum (AEF), dass dringend mehr finanzierbare Projekte, ein stärkeres Übertragungsnetz sowie hybride Finanzierungslösungen benötigt werden.
Dr. Phindile Masangane, Executive Head der Projektgruppe der DBSA, und Chief Investment Officer Greg Fyfe erklärten, dass die Bank das Forum nutzen möchte, um den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern, Investoren und Projektentwicklern in ganz Afrika zu vertiefen. Masangane wies darauf hin, dass Energie weiterhin einer der Kernbereiche der DBSA sei.
„Südafrika hat gerade eine schwierige Phase der Stromabschaltungen hinter sich. Derzeit verfügen wir nur über genug Strom für den Eigenbedarf, nicht jedoch zur Unterstützung des Wirtschaftswachstums", so Masangane. „Die DBSA möchte ihre Investitionen im Energiebereich ausweiten, um energieintensive Verbraucher anzuziehen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig wollen wir mit den Forumsteilnehmern Strategien zur Ausweitung der Energieinfrastrukturentwicklung teilen."
Mit Blick auf die Herausforderungen bei der Erdgasversorgung warnte sie, dass die Importe von Erdgas aus Mosambik voraussichtlich ab etwa 2028 eingeschränkt werden. Temporäre Maßnahmen könnten die Versorgungssicherheit bis 2030 verlängern.
Die DBSA konzentriert sich zunehmend auf die Finanzierung erneuerbarer Energien und den Ausbau der Übertragungsinfrastruktur. Da Netzengpässe in den Provinzen Nordkap, Westkap und Ostkap weiterhin neue Projekte für erneuerbare Energien behindern, treibt die Bank die Arbeit an hybriden Finanzierungsmechanismen voran. Gemeinsam mit dem südafrikanischen Nationalfinanzministerium und der Weltbankgruppe entwickelt sie das geplante Kreditgarantieinstrument (CGV). Dieses Instrument soll zunächst mit einem Kapitalisierungsziel von rund 500 Millionen US-Dollar ausgestattet werden und nach Inbetriebnahme Kreditgarantien für qualifizierte Infrastrukturprojekte bereitstellen, um deren Finanzierbarkeit zu verbessern.
Fyfe betonte, dass die DBSA für alle Infrastrukturprojekte Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette anbiete. „Wir unterstützen Projekte von der frühen Vorbereitungsphase bis zum finanziellen Abschluss kontinuierlich mit Finanzmitteln. Der gesamte Prozess basiert auf finanzieller, sozioökonomischer und ökologischer Nachhaltigkeit." Er wies darauf hin, dass die finanzielle Nachhaltigkeit der Schlüssel sei, um sicherzustellen, dass Projekte kontinuierlich sozioökonomische und ökologische Vorteile generieren.
„Südafrika verfügt über einen tiefen und liquiden Finanzmarkt. Projekte von Entwicklern müssen auf der Grundlage von Gesetzgebung, Regulierung, rechtlicher Sicherheit und Cashflow-Sicherheit finanziell nachhaltig sein, um diese Liquidität zu erhalten", ergänzte Fyfe. Die DBSA fungiere in der Regel als „Brücke" für dieses Kapital, indem sie frühe Eigenkapitalfinanzierung, risikoreiche „Lücken"-Finanzierung, Unterstützung für die wirtschaftliche Stärkung der schwarzen Bevölkerung sowie langfristige, geduldige vorrangige Fremdkapitalfinanzierung bereitstelle.
Fyfe wies auch darauf hin, dass die DBSA an der Gründung des südafrikanischen Büros für unabhängige Stromerzeuger beteiligt war. Dieses Büro hat Projekte mit einer Gesamtleistung von über 15,5 Gigawatt an bevorzugte Bieter vergeben und bisher Gesamtinvestitionen von rund 298 Milliarden Rand angezogen.
Eines der Haupthindernisse für die Entwicklung der Energieinfrastruktur bleibt der Mangel an finanzierbaren Projekten. Viele Projekte scheitern bereits in der frühen Machbarkeitsphase aufgrund unzureichender technischer Fähigkeiten. Die DBSA hat ihre Unterstützung für die frühe Projektentwicklung überprüft und verbessert, ihre Finanzierungsprodukte optimiert und Beratungsdienste geschaffen. „Die DBSA arbeitet daran, einen starken Pool finanzierbarer Projekte aufzubauen, indem sie Finanzmittel und technische Hilfe bereitstellt und gemeinsam mit Projektinitiatoren zuverlässige Machbarkeitsstudien entwickelt. Robuste und glaubwürdige Machbarkeitsstudien sind ein entscheidender Erfolgsfaktor, um private Mittel anzuziehen", so Fyfe.
Energie ist für die Veredelung kritischer Mineralien von entscheidender Bedeutung. Die Umwandlung von Rohmineralien wie Lithium, Kobalt und Platin in hochwertige Batteriematerialien erfordert eine große Menge unterbrechungsfreien Stroms. Fyfe erklärte, der Vorstand sei sich bewusst, dass eine solide Strategie für kritische Mineralien ein Katalysator für das Wachstum des afrikanischen Kontinents sein könne, vorausgesetzt, sie basiere nicht ausschließlich auf dem Abbau. Die DBSA werde sich hauptsächlich auf die Finanzierung von unterstützender Infrastruktur im Zusammenhang mit der Bergbauentwicklung konzentrieren, nicht auf frühe Explorationsaktivitäten.
Diese Ansichten unterstreichen gemeinsam die Auffassung der DBSA: Das langfristige Wirtschaftswachstum, die Industrialisierung und die Energiesicherheit Afrikas hängen nicht nur von der Mobilisierung umfangreicher Finanzmittel ab, sondern auch vom Aufbau eines starken Pools finanzierbarer Infrastrukturprojekte. Über das African Energy Forum hinaus wird sich die DBSA weiterhin dafür einsetzen, dass afrikanische Länder ihre Logistik- und Übertragungsnetze ausbauen, ihre institutionellen Kapazitäten stärken und sicherstellen, dass durch inklusive und nachhaltige Entwicklung ein größerer sozioökonomischer Nutzen aus ihren Energieressourcen gezogen wird.
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