Forscher der University of Texas entwickeln Bewertungssystem zur Krebsüberlebensprognose auf Basis von 30.000 Patientendaten
2026-06-15 16:57
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de.wedoany.com-Bericht: Dr. Yixuan He, Assistenzprofessor für Epidemiologie am University of Texas Health Science Center in Houston, und die Doktorandin Jiawei Tu haben durch die Analyse von Gensequenzierungsdaten von über 30.000 Krebspatienten ein auf Genmutationen basierendes Bewertungssystem zur Vorhersage der Überlebenszeit von Patienten entwickelt. Diese Studie berücksichtigt erstmals in einem so großen Probenumfang gleichzeitig die Auswirkungen von genetischer Abstammung, sozioökonomischem Status und Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung auf die Krebsprognose.

Das Forschungsteam analysierte genetische Daten von Patienten mit Brustkrebs, Darmkrebs, Gliomen, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lungenkrebs vom Dana-Farber Cancer Institute und vom MD Anderson Cancer Center. Neben der Erkennung von Genmutationen wurden sozioökonomische Faktoren und Luftverschmutzung in die Analyse einbezogen und korrigiert. Auf Basis der Genmutationen wurde ein Bewertungssystem entwickelt, um das Risiko des Krebstods vorherzusagen, und getestet, ob die Hinzunahme von Abstammungsinformationen die Vorhersagegenauigkeit verbessert.

Dr. He erklärte, dass frühere Prognosestudien auf kleine Proben mit einer einzigen Bevölkerungsgruppe und einer einzigen Tumorart beschränkt waren und Umweltfaktoren oder langfristige klinische Ergebnisse oft nicht berücksichtigten. Durch die Ausweitung des Studienumfangs hoffen sie, die realen und messbaren Auswirkungen der genetischen Abstammung auf die Krebsgenomik und die klinischen Ergebnisse aufzuzeigen.

Die Studienergebnisse zeigen, dass die Häufigkeit von Dutzenden von Genmutationen bei Patienten mit unterschiedlichem Abstammungshintergrund signifikant variiert, wobei etwa die Hälfte der Mutationen durch bestehende Therapien gezielt behandelt werden kann. Das Bewertungssystem kann die Überlebenszeit der Patienten vorhersagen, besonders effektiv bei Brustkrebs und Gliomen. Nach Hinzufügen der Abstammungsinformationen verbesserte sich die Genauigkeit der Überlebensvorhersage weiter, am deutlichsten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Tumorsequenzierung ist in der modernen Krebsbehandlung relativ üblich; Daten zur genetischen Abstammung können durch Gensequenzierung geschätzt werden, und Umweltfaktoren können einfach anhand des Wohnorts des Patienten bewertet werden. Dr. He wies darauf hin, dass die Herausforderung der Integration nicht im Fehlen geeigneter Technologien liegt, sondern in der Notwendigkeit eines Arbeitsablaufs, der diese wichtigen Faktoren aus der routinemäßigen Datenerhebung ableiten kann. Das Team arbeitet mit Onkologen zusammen, um diese Hindernisse zu überwinden.

Das Forschungsteam plant, die Analyse in Zukunft auf andere Krebsarten auszuweiten und weitere Umweltfaktoren wie Rauchen und andere Schadstoffe einzubeziehen. Sie identifizierten mehrere neue Zusammenhänge, darunter eine Anreicherung des Gens CDK6, das die Zellproliferation kontrolliert, bei afroamerikanischen Brustkrebspatientinnen sowie einen Verlust des Gens SMAD2, das die Zellproliferation kontrolliert, bei amerikanischen Darmkrebspatienten mit gemischter Abstammung. Dr. He fasste zusammen, dass es sehr ermutigend sei, trotz geografischer und bevölkerungsbezogener Unterschiede zwischen den beiden Biobanken konsistente abstammungsbezogene Signale wiederholt zu beobachten; durch die Identifizierung spezifischer genetischer Marker, die mit der Abstammung verbunden sind, könnten gezielt behandelbare Mutationen lokalisiert werden, um Ärzten bei der Auswahl von Behandlungen zu helfen, die zu besseren Überlebensergebnissen führen. Die Validierung dieser Signale in verschiedenen Bevölkerungsgruppen stelle sicher, dass bestimmte Therapien für vielfältige Patientengruppen geeignet sind.

Professor Alexandre Reymond, der nicht an der Studie beteiligte Vorsitzende der Konferenz, erklärte, dass diese Studie überzeugend zeige, dass zur echten Verwirklichung der personalisierten Medizin und zur Hilfe für möglichst viele Patienten die Bewertung des Krankheitsrisikos in verschiedenen Bevölkerungsgruppen erforderlich sei.

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