DR Kongo führt digitales Identifikationssystem RDC-PASS ein – Investition von 97,1 Millionen US-Dollar
2026-06-15 17:46
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Die Demokratische Republik Kongo wird am 13. Juni in Kinshasa offiziell das nationale digitale Identifikationssystem RDC-PASS starten. Das Projekt ist Teil der Strategie „Digitales Kongo 2030" und wird von Präsident Félix Tshisekedi nachdrücklich unterstützt. Das System ist als eine einzigartige, sichere und kostenlose Kennung konzipiert, die jedem Bürger eine interoperable digitale Identität für Verwaltungs-, Finanz- und Sozialdienste zuweisen soll. Ziel ist es, bürokratische Hürden abzubauen, Dokumentenbetrug einzuschränken und den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen in einem Land zu verbessern, dessen Identifikationssysteme nach wie vor fragmentiert und ungleich zugänglich sind.

DR Kongo führt nationales digitales Identifikationssystem RDC-PASS ein

Nach Angaben des kongolesischen Planungsministeriums basiert die Entwicklung des Systems auf einer Investition von rund 97,1 Millionen US-Dollar. Das Projekt ist Teil einer öffentlich-privaten Partnerschaft, die der kongolesische Staat im Juni 2025 mit der Trident Digital Tech DRC Africa SAS, einer Tochtergesellschaft der singapurischen Trident Digital Tech Holdings, unterzeichnet hat. Die Partnerschaft läuft über 20 Jahre und räumt dem Unternehmen die exklusive Rolle als Anbieter von elektronischen Identifikationsdiensten (e-KYC) ein, basierend auf Web-3.0-Technologie und fortschrittlichen digitalen Verifizierungsmechanismen. Trident Digital Tech Holdings gab zudem bekannt, 2,6 Millionen US-Dollar aufgebracht zu haben, um die anfängliche Bereitstellung und Kommerzialisierung des Systems im kongolesischen Markt zu unterstützen.

Zum Vergleich: Mehrere afrikanische Länder haben bereits ähnliche Großprojekte gestartet. Nigeria hat über das NIN-System zig Millionen Bürger registriert, während Kenia sein Ökosystem rund um die digitale Identität durch die Integration von E-Government-Diensten aufbaut.

Die Architektur von RDC-PASS basiert auf vier Hauptanwendungen: biometrische Authentifizierung von SIM-Karten zur Eindämmung betrügerischer Telefonleitungen, einheitlicher Zugang zu E-Government-Plattformen über eine eindeutige Kennung, Integration automatisierter e-KYC-Systeme für Finanzdienstleistungen sowie die Bereitstellung einer sicheren digitalen Identität als Ergänzung zu physischen Dokumenten. In dieser Architektur wird die Kennung zum zentralen Einstiegspunkt für öffentliche und private Dienste, mit einer Logik der Interoperabilität zwischen Verwaltung, Telekommunikationsbetreibern und Finanzinstituten.

Nach Angaben der Behörden erfolgt die Systemeinführung schrittweise, einschließlich technischer Audits, Pilotversuche und einer schrittweisen Ausweitung nach dem offiziellen Start. Fragen der Datensouveränität, der Datenspeicherung und der Verwaltung durch ein ausländisches privates Unternehmen über einen Zeitraum von 20 Jahren bleiben jedoch zentrale Punkte der Debatte um das Projekt. RDC-PASS ist Teil eines umfassenderen Regierungsplans, der für den Zeitraum 2026–2030 Investitionen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar für die digitale Entwicklung vorsieht, wobei die digitale Identität als ebenso wichtige Infrastruktur betrachtet wird wie Konnektivität oder E-Government-Plattformen.

Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.

E-Mail: news@wedoany.com