EU-Projekt Shield-6G mit 8 Millionen Euro zielt auf 6G-Netzwerksicherheit ab
2026-06-16 10:44
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de.wedoany.com-Bericht: Das University College Dublin (UCD) wurde als federführende Einrichtung des Shield-6G-Projekts benannt. Das mit 8 Millionen Euro ausgestattete Vorhaben wird im Rahmen des EU-Programms „Horizont Europa“ für intelligente Netze und Dienste gefördert und zielt darauf ab, grundlegende Leitlinien für Sicherheit, Zuverlässigkeit und Resilienz der Mobilfunknetze der sechsten Generation (6G) zu erarbeiten.

Konzeptbild der Entwicklung von 5G- zu 6G-Technologie

Das Projekt ging als einziger Gewinner aus der wettbewerbsintensiven Ausschreibung von „Horizont Europa“ hervor, was die Bedeutung widerspiegelt, die die Europäische Kommission der Sicherheit der nächsten Generation von Infrastruktur beimisst. Shield-6G ist eine auf künstlicher Intelligenz basierende Plattform zur Bedrohungsanalyse, die darauf abzielt, die Netzwerkzuverlässigkeit auf ein von den Entwicklern als „beispiellos“ bezeichnetes Maß an Systemresilienz zu heben. Da 6G allgemein als verbindendes Element zwischen Cloud-Infrastrukturen, autonomen Systemen, Edge-Computing und nationaler kritischer Infrastruktur angesehen wird, ist es entscheidend, die Sicherheitsarchitektur bereits vor dem Beginn des kommerziellen Einsatzes zu konzipieren.

Madhusanka Liyanage, Direktor des UCD NetsLab und Leiter des Shield-6G-Konsortiums, erklärte, dass 6G weit mehr als der nächste Schritt in der Mobilfunkvernetzung sein werde. Es werde das intelligente digitale Nervensystem der zukünftigen Gesellschaft bilden und Menschen, Industrien, kritische Infrastrukturen und autonome Systeme miteinander verbinden. Das Projekt arbeite daran, Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit und Resilienz in dieses zukünftige Fundament einzubetten.

Die vorgeschlagene Architektur kombiniert eine automatisierte Zero-Touch-Sicherheitsorchestrierung mit datenschutzfreundlichen Analysen, darunter föderiertes Lernen, sichere Mehrparteienberechnung und differentielle Privatsphäre. Ziel ist es, Multi-Stakeholder-Netzwerken zu ermöglichen, Bedrohungsinformationen auszutauschen und sich selbst gegen kaskadierende Schwachstellen zu heilen, ohne dass rohe sensible Daten zwischen den Parteien übertragen werden müssen. Diese Funktion ist in einem Umfeld von entscheidender Bedeutung, in dem grenzüberschreitende Datenströme einer zunehmend strengen regulatorischen Prüfung unterliegen und Telekommunikationsbetreiber sowohl konkurrieren als auch bei gemeinsamen Infrastrukturbedrohungen zusammenarbeiten müssen. Das Konsortium vereint 19 internationale Partner, darunter akademische Forschungseinrichtungen, multinationale Industrieunternehmen und hochspezialisierte kleine und mittlere Unternehmen.

Das Shield-6G-Projekt greift die Arbeiten der europäischen Normungsgremien auf. Ultan Mulligan, Chief Service Officer des European Telecommunications Standards Institute (ETSI), erklärte zuvor, dass künstliche Intelligenz nicht nur ein Merkmal von 6G sein werde, sondern dessen treibende Kraft. Im Bereich der Sicherheit seien die Qualität und Leistungsfähigkeit von KI-Systemen sowie die Datensicherheit von größter Bedeutung. ETSI hat bereits Ende letzten Jahres seinen ersten Cybersicherheitsstandard für KI-Systeme veröffentlicht und rechnet mit weiteren Standards, da sich die Bedrohungslandschaft und die Technologie weiterentwickeln. Laut einer in diesem Monat von Dell‘Oro Group veröffentlichten Studie werden die kumulierten 6G-RAN-Einnahmen und die drahtlosen Investitionsausgaben in den ersten sechs Jahren des kommerziellen Zyklus voraussichtlich jeweils 100 Milliarden US-Dollar bzw. 500 Milliarden US-Dollar übersteigen. Diese Zahlen unterstreichen den enormen Umfang der Infrastruktur und der Kapitalmittel, die letztlich von der derzeit definierten Sicherheitsarchitektur abhängen werden.

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