de.wedoany.com-Bericht: Der französische Rechenzentrumsbetreiber Data4 plant, 5 Milliarden Euro in ein großes KI-Technologiezentrum auf einem ehemaligen Industriegelände in Escaudain in der Region Hauts-de-France im Norden Frankreichs zu investieren. Das Projekt befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Usinor-Werks, dem Parc des Soufflantes, und wird den größten Rechenzentrumspark von Data4 in Frankreich errichten. Es umfasst 33 Hektar, eine Kapazität von 700 Megawatt und wird in Zukunft vier Rechenzentren der nächsten Generation beherbergen. Laut Data4 werden nach vollständiger Inbetriebnahme 2.400 stabile Arbeitsplätze vor Ort geschaffen.

Die Standortwahl des Projekts spiegelt den Trend wider, dass der Rechenzentrumsmarkt ehemalige Industrieflächen nutzt. Data4 hat bereits in der Region Paris die ehemaligen Werksgelände von Alcatel und Nokia in die Parks Par01 und Par03 umgewandelt, mit einer Gesamtkapazität von 500 Megawatt. Das Escaudain-Projekt integriert die industrielle Umgestaltung weiter in die Entwicklung der künstlichen Intelligenz. Data4 wurde Ende 2025 von der Communauté d'Agglomération de La Porte du Hainaut als exklusiver Partner für die Umgestaltung der Region ausgewählt und bestätigte nach einer sechsmonatigen Machbarkeitsstudie die Rahmenbedingungen für die Umsetzung. Die Region hofft, sich so in das „KI-Tal“ einzugliedern, eine Erweiterung des digitalen Ökosystems von Paris in den Norden Frankreichs.
Die Region Hauts-de-France liegt am Schnittpunkt der vier großen Märkte Frankfurt, London, Amsterdam und Paris, was sie zu einem natürlichen Austauschpunkt für Datenverkehr macht. Die Region verfügt zudem über Arbeitskräfte sowie eine zuverlässige, dekarbonisierte Energieversorgung, die die schnelle Entwicklung von Rechenzentren unterstützt. Olivier Micheli, Vorstandsvorsitzender und CEO von Data4, erklärte, dass das Projekt mit Unterstützung der nationalen und lokalen Behörden durch die digitale Industrie Land revitalisieren und eine souveräne, nachhaltige und wettbewerbsfähige Infrastruktur aufbauen werde. Die nächsten Schritte des Projekts umfassen in den kommenden zwölf Monaten weitere Studien und Vorarbeiten, bevor eine strukturiertere Phase beginnt.
Von den 5 Milliarden Euro, die für Escaudain vorgesehen sind, wird ein erheblicher Teil für den Bau von vier Rechenzentren der nächsten Generation verwendet. Data4 plant, bis 2030 über 20 Milliarden Euro zu investieren, um seine Parks in Europa zu erweitern. Das Projekt profitiert von einem von der französischen Regierung und dem Netzbetreiber Rte eingeleiteten Schnellverfahren, das die Installation von Rechenzentren beschleunigen soll, um der französischen Innovations- und KI-Strategie zu entsprechen. Das Projekt kündigt nachhaltige Lösungen an, wie die Verwendung von kohlenstoffarmem Zement und die Nutzung der Abwärme aus den Servern. Die Nutzung von Brachflächen trägt zur Reduzierung des Landverbrauchs bei; das Projekt wird ein Gebiet mit Schwerindustrie und Stahlproduktion wiederherstellen, um Rechen-, Daten- und KI-Einrichtungen unterzubringen. Data4 plant zudem, im Park ein Exzellenz- und Innovationszentrum namens „Data4 Pour Tous“ zu schaffen, das in Zusammenarbeit mit lokalen Schulen, Institutionen und Verbänden Schulungen und Forschung durchführt.
Aymeric Robin, Präsident der Communauté d'Agglomération de La Porte du Hainaut, erklärte, dass man durch dieses KI-Rechenzentrumspark-Projekt die letzten Spuren des Industriezeitalters tilgen und ein neues Kapitel der Technologie aufschlagen wolle, damit die Bürger von Arbeitsplätzen und technischen Berufen im Zusammenhang mit Medizin, Dienstleistungen oder Sicherheit profitieren könnten. Data4 betreibt zehn Parkplattformen in sechs europäischen Ländern: Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland, Polen und Griechenland. Die Gruppe erklärte, dass die meisten Daten europäischer Bürger im Ausland gespeichert seien und es notwendig sei, Parks auf europäischem Boden zu entwickeln, um digitales Wachstum und strategische Autonomie zu unterstützen. Das Escaudain-Projekt entsteht auf einem Gelände mit tiefgreifendem industriellem Erbe, was verdeutlicht, dass digitale Souveränität Energie, Land, Fähigkeiten und Vernetzung umfasst.
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