Schweden wählt Rolls-Royce-Reaktoren für erstes neues Kernkraftwerk seit über 40 Jahren
2026-06-16 11:36
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de.wedoany.com-Bericht: Am 15. Juni gab der schwedische Energieversorger Vattenfall bekannt, dass er sich für die Small Modular Reactors (SMR) des britischen Unternehmens Rolls-Royce entschieden hat, um am Standort des Kernkraftwerks Ringhals im Südwesten Schwedens neue Nuklearanlagen zu errichten. Damit wurde der US-amerikanische Konkurrent GE Vernova endgültig aus dem Rennen genommen. Es handelt sich um ein Geschäft im Wert von mehreren Milliarden Pfund.

Im August letzten Jahres hatte das Vattenfall-Tochterunternehmen Videberg Kraft noch erklärt, entweder fünf BWRX-300-Reaktoren von GE Vernova oder drei SMR von Rolls-Royce bestellen zu wollen. Schließlich gab Vattenfall-CEO Anna Borg auf einer Pressekonferenz die Entscheidung für die britische Rolls-Royce-Gruppe bekannt und erklärte: „Dieses Projekt wird nun Wirklichkeit." Sie fügte hinzu, dass diese Wahl Schweden zu einem Teil einer breiteren europäischen Initiative mache.

Berichten zufolge hat jeder Reaktor eine Leistung von 470 Megawatt (MW). Die drei Einheiten zusammen könnten jährlich etwa 12 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugen, was rund sechs Prozent des jährlichen Stromverbrauchs Schwedens entspricht. Die beteiligten Unternehmen gaben an, dass der erste Reaktor, abhängig von Genehmigungs- und Regulierungsverfahren, Mitte der 2030er Jahre in Betrieb gehen könnte.

Die schwedische Energieministerin Ebba Busch erklärte, die Vereinbarung sei ein wichtiger Schritt zum Bau neuer Kernkraftwerke und werde die Strompreise für Verbraucher senken. Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete das Abkommen als großen Erfolg für die britische Wirtschaft. Die britische Regierung hatte sich dafür eingesetzt; die endgültigen Vertragsbedingungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden.

Das schwedische Parlament hatte bereits im vergangenen Jahr ein Gesetz zur Finanzierung neuer Reaktorgenerationen verabschiedet. Die Mitte-Rechts-Regierung Schwedens plant, mehrere hundert Milliarden Kronen in die Wiederbelebung der Kernenergie zu investieren und bereitet den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung von 60 Prozent an der Videberg Kraft vor, was noch der Zustimmung des Parlaments bedarf. Die Regierung prognostiziert eine Verdoppelung des Strombedarfs bis 2045 und hält Kernenergie für entscheidend für die Energieversorgungssicherheit und die Erreichung der Netto-Null-Emissionsziele. 80 Prozent der Anteile an Videberg Kraft werden von Vattenfall gehalten, die restlichen 20 Prozent von mehreren großen schwedischen Unternehmensgruppen.

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