de.wedoany.com-Bericht: Der Canal & River Trust hat Anfang Juni 2026 das Ausbaggerungsprojekt am Ashby Canal in der englischen Grafschaft Leicestershire abgeschlossen. Das Projekt, das insgesamt über 400.000 Pfund (etwa 510.000 US-Dollar) kostete, dauerte rund neun Wochen und erstreckte sich über etwa sechs Kilometer Wasserstraße von der Sutton Wharf Bridge nahe Sutton Cheney bis zur Wykin Bridge nahe Hinckley. Dabei wurden insgesamt rund 4.600 Kubikmeter Sediment entfernt.
Der 1804 erbaute Ashby Canal ist rund 35 Kilometer lang und einer der wenigen schleusenlosen Kanäle in ganz Großbritannien, der bei Bootsfahrern und Ferienchartergruppen sehr beliebt ist. Nach fast zwei Jahrhunderten Betrieb waren einige Abschnitte aufgrund von Verschlammung lange Zeit flacher geworden, und Probleme wie das Reiben des Bootsbodens am Flussbett sowie behinderte Schifffahrt traten zunehmend auf, was das Fahrerlebnis für Ausflugsboote und die regionale Bootswirtschaft im Wert von rund 20 Millionen Pfund entlang des Kanals beeinträchtigte. Im Rahmen seines jährlichen Wartungsplans stufte der Canal & River Trust diesen Abschnitt als vorrangigen Sanierungspunkt ein; das Projekt begann Anfang März 2026.
Bei den Arbeiten kam ein Greifbaggerverfahren zum Einsatz: Ein Raupen-Bagger wurde auf einem Lastkahn fixiert, um abschnittsweise Schlamm und Sedimente vom Flussbett zu heben. Diese wurden in einen mit Gitterrosten versehenen Kippkahn gefüllt, um das Wasser ablaufen zu lassen, und anschließend zu einem etwa drei Kilometer von der Baustelle entfernten, dafür vorgesehenen Ackerland transportiert. Nach dem natürlichen Trocknen vor Ort wurde der Schlamm gleichmäßig verteilt und in den Boden eingepflügt, um den organischen Anteil des Bodens zu erhöhen, die Krümelstruktur zu verbessern und eine Kreislaufnutzung von Abfällen zu erreichen. Diese Methode ist eines der vom Trust geförderten Modelle für umweltfreundliche Ausbaggerung. Bei den landesweiten Kanalwartungsarbeiten fallen jährlich etwa 70.000 Tonnen Sediment an, von denen ein erheblicher Teil zur landwirtschaftlichen Bodenverbesserung genutzt wird. Schätzungen zufolge kann die Wassertiefe nach Abschluss der Ausbaggerung um etwa 0,5 bis 0,7 Meter wiederhergestellt werden, was die durch Verschlammung verursachte Bootsreibung und den Kraftstoffverbrauch wirksam reduziert.

Diese Arbeiten sind die zweite Phase der systematischen Ausbaggerung des Ashby Canal. Bereits 2025 wurden auf einem etwa 6,4 Kilometer langen Abschnitt zwischen Sutton Cheney und Market Bosworth die Ausbaggerung und die Uferböschungsinstandsetzung abgeschlossen. Gleichzeitig wurden während der Arbeiten auch übermäßig dichte Baumkronen über dem Kanal entfernt, die die Sicht behinderten, wodurch die effektive Fahrbreite erweitert und die Sicht für die Bootsführung verbessert wurde, was die Kontinuität und Sicherheit der Kanalpassage weiter gewährleistet.
Linny Beaumont, Regionaldirektorin des Trusts für die East Midlands, erklärte, dass Ausbaggerung zwar im herkömmlichen Sinne kein „glanzvolles Projekt" sei, aber ein entscheidendes Mittel zur Erhaltung der historischen Funktion des Kanals, zur Sicherstellung des kontinuierlichen Bootsverkehrs und zur Belebung der wirtschaftlichen Dynamik der Anliegergemeinden darstelle. Es sei zudem ein grundlegendes Projekt zur Bewältigung der Wasserschwankungen infolge des Klimawandels.
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