Deutsche Umweltministerin: Krise um Irans Blockade der Straße von Hormus sollte COP31 zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorantreiben
2026-06-20 15:42
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de.wedoany.com-Bericht: Der deutsche Umweltminister Carsten Schneider erklärte, dass die durch die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran ausgelöste Energiekrise als Weckruf dienen sollte, um den globalen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen voranzutreiben und so die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Er nimmt in Bonn an den Vorbereitungsverhandlungen für die UN-Klimakonferenz COP31 teil, die Ende des Jahres im türkischen Antalya stattfinden wird. Schneider wies darauf hin, dass die Krise in der Straße von Hormus zeige, dass die meisten Länder anfällig für Preisschwankungen bei fossilen Brennstoffen seien, was entscheidende Auswirkungen auf den Klimaschutz haben könnte. Er betonte, dass geopolitische Spannungen den Fortschritt des Klimaschutzes oder die Suche nach gemeinsamen Lösungen nicht behindern dürften.

Der Iran-Krieg sollte die größere Entschlossenheit zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen auf der COP31 vorantreiben

Seit Anfang März hat die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran einen erheblichen Teil der globalen Versorgung mit fossilen Brennstoffen unterbrochen, was zu steigenden Öl- und Erdgaspreisen geführt hat. Schneider forderte alle Länder auf, auf der COP31 ambitionierte nationale Ziele vorzulegen, und bezeichnete die kommende Konferenz als eine, die „Vereinbarungen in Investitionen, Ziele in konkrete Projekte und politische Zusagen in messbare Fortschritte umwandeln“ könnte.

Die Nichtregierungsorganisation Oxfam wies jedoch darauf hin, dass die Bonner Verhandlungen kaum Fortschritte bei der Festlegung verbindlicher Ziele für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen erzielt hätten. Jan Kowalzig, Klimaexperte bei Oxfam, erklärte, der globale Konsens über den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen sei längst erreicht, aber bedauerlicherweise sei man ihm heute nicht näher gekommen. Kowalzig ist der Ansicht, dass sowohl reiche Industrieländer als auch Schwellenländer nicht bereit seien, sich zu konkreten Klimamaßnahmen zu verpflichten, während fossile Brennstoff exportierende Länder das schwierige politische Umfeld aktiv nutzten, um Fortschritte zu behindern. Er fügte jedoch hinzu, dass eine vom letztjährigen COP-Gastgeber Brasilien außerhalb der offiziellen UN-Verhandlungen vorgelegte globale Roadmap von vielen Teilnehmern begrüßt worden sei.

Eine weitere Nichtregierungsorganisation, Germanwatch, sieht in den Bonner Verhandlungen ebenfalls viele unerledigte Aufgaben. Die klimapolitische Expertin Laura Schäfer erklärte, die Verhandlungen seien zu langsam und zu konfliktreich gewesen, um die Grundlage für eine erfolgreiche globale Klimakonferenz zu schaffen. Schäfer wies darauf hin, dass die Iran-Krise zwar der größte Impuls für den Klimaschutz seit dem Pariser Abkommen von 2015 sei, die Bonner Verhandlungen diese Dringlichkeit jedoch nicht widerspiegelten. Sie fügte hinzu, dass die Haltung der USA unter Präsident Donald Trump, die zu einer Reduzierung der internationalen Klimafinanzierung neige, und die Nachahmung durch andere reiche Länder eine besondere Bedrohung für die Verhandlungen darstellten. Sie erklärte, dass vor wenigen Jahren gemachte Zusagen möglicherweise nicht eingehalten werden könnten, und wies darauf hin, dass der türkisch-australische Ko-Vorsitz der COP31 nun vor der Aufgabe stehe, einen Ausweg aus dieser Sackgasse zu finden. Sie fügte hinzu, dass viele Länder des globalen Südens zu Recht fragten, woher die Mittel kommen sollten, und dass die Bonner Verhandlungen diese Frage nicht beantwortet hätten.

Als Reaktion auf die langsamen Fortschritte der UN-Klimakonferenz beim Ausstieg aus fossilen Brennstoffen hat eine Gruppe von über 50 Ländern parallele Verhandlungen gestartet, die darauf abzielen, konkrete Pläne zur Beendigung der Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas zu entwickeln. Das erste Treffen im April dieses Jahres in Kolumbien brachte zwar keine konkreten Zusagen, aber ein Vertreter der deutschen Regierung bezeichnete es als „Meilenstein“, der zeige, dass es in vielen Ländern eine starke Dynamik für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen gebe.

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