de.wedoany.com-Bericht: Anant Ambani, Geschäftsführer von Reliance Industries, forderte auf der 49. Jahreshauptversammlung des Konzerns eine Verringerung der Abhängigkeit Indiens von importierter Energie. Er erklärte, dass das Unternehmen, als der Konflikt in Westasien die Importe von Flüssigerdgas (LNG) störte, die inländische Gasversorgung auf prioritäre Bereiche wie die städtische Gasverteilung, Düngemittel und Stromerzeugung umgeleitet und die Versorgung mit Flüssiggas (LPG) erhöht habe.
Ambani wies darauf hin, dass Indien mehr als 70 % seines Energiebedarfs aus externen Quellen decke, was das Land anfällig für geopolitische Instabilität mache. Reliance Industries betreibt in Jamnagar den weltweit komplexesten und größten Raffineriekomplex, der über einzigartige Vorteile bei der Produktion von Benzin, Diesel und Flugkraftstoff verfügt.
Ambani blickte auf die Marktvolatilität nach der Unterbrechung in der Straße von Hormus im März 2026 zurück, als die Märkte für Rohöl und Erdölprodukte außergewöhnlich starke Schwankungen erlebten. Angesichts dieser Situation habe Reliance durch eine diversifizierte Rohölbeschaffung und flexible Logistik im vierten Quartal eine nahezu vollständige Auslastung der Raffineriekapazität aufrechterhalten. Trotz sprunghaft gestiegener Frachtkosten, höherer Versicherungsprämien und Versorgungsunterbrechungen habe das Unternehmen den Betrieb aufrechterhalten. Gleichzeitig habe Reliance die LPG-Versorgung vervierfacht, um die Importausfälle auszugleichen und eine unterbrechungsfreie Versorgung mit Kochbrennstoff im ganzen Land sicherzustellen. Ambani erklärte, der Konflikt habe die Gewinnmargen beeinträchtigt, da physische Hindernisse zu Aufschlägen geführt, der freie Handel stark zugenommen und die Versicherungskosten in die Höhe geschnellt seien.
Der Raffineriekomplex in Jamnagar verfolgt eine nahezu hälftige Doppelstrategie. Die eine Hälfte der Produktion, etwa 33 Millionen Tonnen pro Jahr, deckt den täglichen Bedarf an Transportkraftstoffen im indischen Inlandsmarkt; die restlichen 35,2 Millionen Tonnen werden in einer speziellen, exportorientierten Sonderwirtschaftszonen-Raffinerie verarbeitet, um Gewinne aus den westlichen Exportmärkten zu erzielen. Ambani gab an, dass der Umsatz des Öl- und Gasgeschäfts des Unternehmens um 5,7 % auf 662.401 Crore Rupien gestiegen sei, das EBITDA um 10,1 % auf 60.546 Crore Rupien.
Reliance treibt die Pläne zur Umwandlung des Jamnagar-Komplexes in die weltweit erste durchgängig autonome Raffinerie voran. Ambani beschrieb dies als einen „industriellen Meilenstein, der die nächste Ära der globalen Raffinerie prägen wird". Im Bereich des Kraftstoffeinzelhandels stiegen die Benzin- und Dieselverkäufe von Jio-bp im Jahresvergleich um 29 %, das Einzelhandelsnetz wurde auf landesweit fast 2.200 Standorte erweitert.
Eine weitere wichtige Ankündigung auf der Jahreshauptversammlung machte Mukesh Ambani: Der Vorstand von Jio Platforms habe den Entwurf des Roten Hering-Prospekts (DRHP) genehmigt. Das Telekommunikations- und Digitaldienstleistungsunternehmen werde noch am selben Tag die Unterlagen bei der indischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEBI) einreichen, um sich auf den Börsengang (IPO) vorzubereiten. Die Aktie von Reliance Industries schloss an der Börse Bombay (BSE) bei 1.309,35 Rupien, ein Minus von 18,40 Rupien oder 1,39 % gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag, Stand etwa 15:56 Uhr.
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