de.wedoany.com-Bericht: Das erste speziell für Offshore-Windenergie konzipierte Netzanschlussknotenpunkt Polens – das Umspannwerk Choczewo 400 kV – wird in Osieki Lęborskie errichtet. Bis Dezember 2025 ist das Gelände bereit, Strom aus den ersten Offshore-Windparks aufzunehmen; bis Mai 2026 versorgt das Umspannwerk das Umspannwerk Baltic Power mit Hilfsenergie, sodass es in Betrieb genommen und an das nationale Stromnetz angeschlossen werden kann. Das Projekt wird von Polskie Sieci Elektroenergetyczne (PSE) finanziert, die Ausführung obliegt dem Konsortium aus SPIE Energy Poland und Elfeko, die Gesamtfertigstellung wird für 2027 erwartet.
Das Umspannwerk erstreckt sich über 25 Hektar und umfasst 6 Kilometer Kabeltrassen, über 2000 Fundamente, 1100 Tonnen Stahlkonstruktionen, knapp 20 Kilometer Rohrschienen sowie mehr als 250 Kilometer Steuerkabel. Vor Ort wurden zudem über 5 Kilometer interne Straßen, rund 500 Beleuchtungsmasten, zwei Technikgebäude mit einer Gesamtfläche von über 1500 Quadratmetern sowie ein Regenrückhaltebecken mit 6000 Kubikmetern Fassungsvermögen installiert. Die erweiterte Inbetriebnahme umfasst 400-kV-Schaltfelder und das Schutzsystem des Umspannwerks. In der polnischen Branche wird bei diesem Projekt erstmals ein Leistungstransformator zur Versorgung der Hilfssysteme des Umspannwerks eingesetzt, der den herkömmlichen Hilfstransformator ersetzt. Die Cybersicherheitsmaßnahmen entsprechen der EU-Richtlinie NIS 2. Landschaftsgestaltung, Feinnivellierung und Wiederbegrünungsarbeiten laufen, um das Gelände wiederherzustellen und in die Umgebung einzufügen.
Das Projekt setzt in großem Umfang auf polnische Lieferanten, insbesondere aus der Region Pommern, und soll die lokalen Steuereinnahmen, die Infrastruktur und die Beschäftigung fördern. Für das anspruchsvolle Gelände wurde ein spezielles Entwässerungssystem entwickelt. Eine fünfjährige archäologische Untersuchung förderte etwa 2500 Jahre alte Gesichtsurnen zutage. Die Projektplanung sieht zudem künftige Anschlüsse für Energiespeicher und Rechenzentren vor, um die Netzflexibilität zu erhöhen.
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