Afrika-Quanteninvestitionen betragen nur 10,7 Millionen US-Dollar – UNECA fordert beschleunigte Maßnahmen
2026-06-21 10:22
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de.wedoany.com-Bericht: Die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Afrika (UNECA) beruft sich auf Daten von Qureca Spain, wonach die weltweiten Gesamtinvestitionen in Quantencomputing im Jahr 2025 bei rund 245 Milliarden US-Dollar liegen, wobei Europa knapp 109 Milliarden US-Dollar, Nordamerika 95,7 Milliarden US-Dollar und der asiatisch-pazifische Raum 39,4 Milliarden US-Dollar investiert haben. Im Vergleich dazu entfallen auf den afrikanischen Kontinent lediglich rund 10,7 Millionen US-Dollar. Diese enorme Kluft spiegelt nicht nur ein Ungleichgewicht bei den Investitionen wider, sondern zeigt auch, dass Afrika auf strategischer Ebene nicht ausreichend am Wettbewerb in diesem Technologiebereich teilnimmt.

Sicherheit, Energie, Computer …: Quantentechnologie – die Revolution, die Afrika nicht länger ignorieren kann (Teil 7)

In Afrika ist das Potenzial der Quantenwissenschaft, die das Verhalten von Materie und Energie auf mikroskopischer Ebene (Atome, Teilchen) untersucht, enorm, aber noch weitgehend unbekannt. In ihrem Wirtschaftsbericht für Afrika 2026 mit dem Titel „Wachstum durch Innovation: Nutzung von Daten und Grenztechnologien für Afrikas wirtschaftlichen Wandel“ (Growth through innovation: harnessing data and frontier technologies for Africa’s economic transformation) weist die UNECA darauf hin, dass die Quantenwissenschaft zu den „Grenztechnologien“ gehört, die zur wirtschaftlichen Entwicklung des Kontinents beitragen können. Laut UNECA stellt dies eine strategische Chance für afrikanische Länder dar, die ihre technologische Souveränität stärken wollen. Die Universität Genf (Université de Genève) erklärt, dass Quantentechnologien eine entscheidende Rolle bei der Kommunikationssicherheit, der Entwicklung neuer Materialien, der Optimierung von Energiesystemen und der Beschleunigung wissenschaftlicher Forschung spielen können.

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Obwohl die Investitionen im Vergleich zu den großen Volkswirtschaften verschwindend gering sind, zeigen einige afrikanische Länder dennoch Ambitionen, sich am technologischen Wettbewerb zu beteiligen. Im Jahr 2024 brachten Ägypten, Ghana, Senegal und Südafrika gemeinsam eine Resolution zur Quantenwissenschaft in der UN-Generalversammlung ein, die im Konsens verabschiedet wurde. Die Resolution zielt darauf ab, den wissenschaftlichen Kapazitätsaufbau in Entwicklungsländern zu fördern und die internationale Zusammenarbeit im Quantenbereich zu stärken. Die UNECA sieht darin einen Ausdruck des Willens dieser afrikanischen Länder, an der Definition der Richtungen und Standards mitzuwirken, die die Entwicklung dieser aufkommenden Technologie lenken werden. Dies steht im Gegensatz zu früheren Wellen digitaler Innovation, bei denen Afrika kaum substanziell beteiligt war.

Neben diplomatischen Initiativen gibt es auf dem Kontinent auch konkrete wissenschaftliche Fortschritte. Der Bericht erwähnt ein Projekt aus dem Jahr 2025, das von chinesischen und südafrikanischen Forschern gemeinsam durchgeführt wurde. Dabei wurde über Satelliten eine transkontinentale Quantenverbindung über eine Distanz von 12.900 Kilometern hergestellt, die als die bisher längste Quantenverbindung der Welt gilt. Dieses Experiment ist Teil der Entwicklung von hochsicheren Kommunikationsnetzen auf Basis quantenkryptografischer Prinzipien.

Diese Technologie gilt als eine der vielversprechendsten Anwendungen der Quantenwissenschaft. Theoretisch kann sie jeden Versuch, die Kommunikation abzufangen, erkennen und bietet damit wichtige Perspektiven für den Schutz kritischer Infrastrukturen, Finanzsysteme und Regierungsdaten. Damit die Förderung der Quantenwissenschaft durch die UNECA jedoch wirksam wird, bedarf es dennoch entschlossener konkreter Maßnahmen.

Der Bericht fordert die afrikanischen Regierungen auf, einen proaktiveren Ansatz zu verfolgen, um diese neue technologische Revolution nicht zu verpassen.

Der Wettlauf um die Quantenvorherrschaft zwischen den Großmächten wird zunehmend intensiver. Die USA, China und die Europäische Union haben nationale Programme mit enormen Budgets aufgelegt, während private Unternehmen wie Google, IBM und Microsoft massiv in die Entwicklung leistungsfähigerer Quantenprozessoren investieren. In diesem Wettbewerbsumfeld steht Afrika vor strukturellen Hürden: unzureichende Forschungsmittel, eine ungleichmäßige digitale Infrastruktur und die Abwanderung einheimischer Spitzenkräfte (Brain Drain).

Die Organisation empfiehlt insbesondere die Einrichtung spezialisierter Forschungszentren für Quantentechnologie, die Stärkung von Partnerschaften mit renommierten internationalen Einrichtungen und die Entwicklung von Universitätslehrplänen, die sich auf Quantenphysik, fortgeschrittenes Rechnen und Cybersicherheit konzentrieren. Die Ausbildung hochqualifizierter Arbeitskräfte wird als notwendige Voraussetzung für den Aufbau eines echten afrikanischen Quantenökosystems angesehen. Die UNECA empfiehlt zudem, Investitionen auf Anwendungsbereiche mit hohem wirtschaftlichem Potenzial zu konzentrieren, wie sichere Kommunikation, Materialwissenschaften und kritische digitale Infrastruktur.

Mit seiner jungen Bevölkerungsstruktur, der zunehmenden Verbreitung digitaler Technologien und einem wachsenden Innovationsökosystem sieht die UNECA Afrika mit mehreren Vorteilen ausgestattet, um an der neuen Phase des globalen technologischen Wandels teilzunehmen.

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