In den USA und Mexiko beheimatete Tepari-Bohne verträgt 48°C und könnte die globale Landwirtschaft verändern
2026-06-22 09:38
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de.wedoany.com-Bericht: Die Tepari-Bohne (feijão tepari, wissenschaftlicher Name Phaseolus acutifolius) ist eine Hülsenfrucht, die ursprünglich in den Wüstenregionen des Südwestens der USA und des Nordens Mexikos beheimatet ist. Sie verträgt Temperaturen von fast 48°C und wächst auf extrem kargen Böden, wobei sie pro 100 Gramm etwa 25 Gramm Protein liefert. Diese von der modernen Landwirtschaft fast vergessene Kulturpflanze rückt aufgrund der globalen Klimakrise wieder in den Fokus der Forschung und gilt als potenziell vielversprechende landwirtschaftliche Ressource für künftige extreme Umweltbedingungen.

Jahrhundertelang versorgte die Tepari-Bohne Gemeinschaften in den Trockengebieten Amerikas mit Nahrung. Mit dem Aufkommen der mechanisierten Landwirtschaft dominierten Soja, Mais und Weizen den Markt, da sie besser für die großflächige Ernte und globale Logistikketten geeignet sind. Die Tepari-Bohne wurde aufgrund ihrer kleineren Körner, die mit traditionellen landwirtschaftlichen Systemen verbunden sind, aus dem modernen Industriemodell ausgeschlossen – nicht wegen mangelnder Effizienz.

Die Pflanze weist mehrere Anpassungsmerkmale an extreme Umgebungen auf: Sie hält Temperaturen von bis zu 48°C stand, enthält pro 100 Gramm getrocknete Bohnen etwa 25 Gramm Protein, verfügt über ein tiefes Wurzelsystem, das Wasserschichten erreicht, die anderen Pflanzen unzugänglich sind, wächst auf kargen Böden und in Regionen mit sehr geringen Niederschlägen und besitzt eine natürliche Fähigkeit zur Stickstofffixierung, wodurch der Bedarf an chemischen Düngemitteln reduziert wird.

Da lang anhaltende Dürren große landwirtschaftliche Flächen betreffen und die Wasserknappheit zunimmt, erforschen Wissenschaftler und internationale Saatgutbanken widerstandsfähige Nutzpflanzen. Die Tepari-Bohne ist eines der vielbeachteten Beispiele im globalen Wettlauf um Alternativen, die an das zukünftige Klima angepasst sind, aufgrund ihres Potenzials, unter extremen Bedingungen Erträge zu liefern.

In Brasilien wird diese Kulturpflanze noch nicht weit verbreitet angebaut, aber in der semiariden Region des Nordostens und Teilen des Cerrado mit unregelmäßigen Niederschlägen könnte die Forschung an natürlich dürreresistenten Arten ausgeweitet werden. Die Kuhbohne (feijão-caupi) spielt in Brasilien bereits eine gewisse Rolle, und Fälle wie die Tepari-Bohne zeigen, dass die Bewältigung landwirtschaftlicher Herausforderungen nicht nur von neuen Technologien abhängt; auch Pflanzen, die sich in der Menschheitsgeschichte bereits bewährt haben, könnten Lösungen bieten.

Die Geschichte der Tepari-Bohne zeigt, dass in einer Zeit, die von gentechnisch veränderten Samen, Hightech-Bewässerung und Investitionen in landwirtschaftliche Innovationen geprägt ist, eine Pflanze, die seit Jahrtausenden in der Wüste angebaut wird, als mögliche Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels wieder in die globale landwirtschaftliche Diskussion zurückkehrt.

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