Brasilianischer Bundesstaat Minas Gerais führt 2026 Aquakulturpolitik ein
2026-08-06 18:38
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de.wedoany.com-Bericht: Der Bundesstaat Minas Gerais hat mit dem Gesetz Nr. 25.999 (Lei 25.999, de 2026) offiziell die Staatliche Aquakulturpolitik (Política Estadual de Aquicultura) eingeführt und damit einen spezifischen Rechtsrahmen für aquakulturelle Aktivitäten im Bundesstaat geschaffen. Das Gesetz wurde am 22. Juli im Amtsblatt von Minas Gerais (Diário Oficial de Minas Gerais) veröffentlicht und geht auf den Gesetzentwurf PL 4.431/17 des ehemaligen Abgeordneten Alencar da Silveira Jr. zurück.

Neue staatliche Politik ebnet den Weg für die Expansion der Aquakultur in Minas Gerais

Nach dem neuen Gesetz wird Aquakultur definiert als die Zucht oder Vermehrung aquatischer Organismen in ländlichen oder städtischen Gebieten zu kommerziellen, wissenschaftlichen oder Demonstrationszwecken, zur Umweltwiederherstellung, für den Familienbedarf oder zu Zierzwecken. In rechtlicher Hinsicht wird die Aquakultur der landwirtschaftlichen und viehzüchterischen Tätigkeit gleichgestellt; ihre Grundprodukte und Nebenprodukte sowie die damit verbundenen agroindustriellen Produkte und Nebenprodukte erhalten den gleichen Status wie andere landwirtschaftliche Erzeugnisse des Bundesstaates.

Die von der Politik abgedeckten Aquakulturarten umfassen: Fischzucht (Piscicultura), Garnelenzucht (Carcinicultura), Froschzucht (Ranicultura), Weichtierzucht (Malacocultura, z. B. Austern und Miesmuscheln), Algenzucht (Algicultura), Schildkrötenzucht (Quelonicultura, umfasst Meeresschildkröten und Süßwasserschildkröten) sowie die Zucht von Kaimanen (Jacaré) und anderen Krokodilartigen.

Der Präsident des Verbands der Aquakulturbetreiber und Fachunternehmen des Bundesstaates Minas Gerais (Associação dos Aquicultores e Empresas Especializadas do Estado de Minas Gerais, Peixe MG), Pedro Rivelli, begrüßte die Einführung der Politik. Er wies darauf hin, dass die Branche erstmals über eine spezifische Regelung verfügen werde, die öffentlichen Institutionen und Erzeugern klarere Leitlinien vorgebe. Eine der wichtigsten Änderungen ist die Abschaffung der Registrierungspflicht von Aquakulturbetreibern beim Staatlichen Forstinstitut (Instituto Estadual de Florestas, IEF); die entsprechenden Zuständigkeiten werden an das Landwirtschafts- und Viehzuchtinstitut von Minas Gerais (Instituto Mineiro de Agropecuária, IMA) übertragen.

Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Regelung ist die Aufnahme der Diskussion über invasive gebietsfremde Arten in die Landesgesetzgebung, was der Entwicklung der Zucht von Arten wie Tilapia und Zierfischen rechtliche Planbarkeit verleiht. Der neue Rahmen erlaubt sowohl die Zucht einheimischer als auch gebietsfremder Arten und stärkt zugleich die Umweltverantwortung der Erzeuger: Aquakulturbetreiber sind unmittelbar dafür verantwortlich, gebietsfremde Arten innerhalb der Produktionssysteme zu halten und deren Eindringen in Flüsse oder andere Gewässer zu verhindern, um ökologische Auswirkungen durch die Einführung nicht heimischer Organismen zu vermeiden.

Die Regelung vereinfacht zudem das Umweltgenehmigungsverfahren für Fischzucht durch die Festlegung konkreter Vorschriften. Rivelli erwähnte, dass die neue Gesetzgebung zusammen mit den zuvor vom Ministerium für Fischerei und Aquakultur (Ministério da Pesca e Aquicultura, MPA) und dem Ministerium für Bergbau und Energie (Ministério de Minas e Energia, MME) unterzeichneten Verordnungen das Geschäftsumfeld der Aquakultur verbessert habe. Im Juni legten die beiden Ministerien neue Richtlinien für die Nutzung von Dauerhaft zu schützenden Gebieten (Áreas de Preservação Permanente, APPs) und Randbereichen von Wasserkraftstauseen für die Aquakultur fest.

Rivelli erklärte, dass das Zusammenspiel dieser Politik mit den Regelungen auf Bundesebene eine deutliche Verbesserung des Geschäftsumfelds der Branche bedeute. Dies sei das Ergebnis der kontinuierlichen Arbeit von Peixe MG auf staatlicher und bundesstaatlicher Ebene – Minas Gerais ebne sich damit den Weg, sein volles Potenzial in der Aquakultur auszuschöpfen.

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