Russische Post testet heimischen Instant-Messaging-Dienst eXpress
2026-06-22 15:17
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de.wedoany.com-Bericht: Die Russische Post (Почта России) hat angekündigt, mit Tests des russischen Unternehmens-Instant-Messaging-Dienstes eXpress zu beginnen und plant, ihn als interne Kommunikationsplattform zu nutzen, um den russischen gesetzlichen Anforderungen an den Informationsschutz zu entsprechen. Der Übergang erfolgt schrittweise.

Die eXpress-Lösung umfasst Chats, Kanäle, Audio- und Videoanrufe, Videokonferenzsysteme sowie die SmartApps-Technologie für den Zugriff auf Unternehmensdienste. Die Plattform hat die Zertifizierung der vierten Vertrauensstufe des Föderalen Dienstes für technische und exportbezogene Kontrolle Russlands (ФСТЭК России) erhalten. Im Jahr 2026 überstieg die Nutzerzahl des eXpress-Ökosystems 3,5 Millionen.

Dmitri Tschudinow, stellvertretender Generaldirektor für digitale Transformation der Russischen Post AG, erklärte, dass die Nutzung einheimischer Software das Informationssicherheitsniveau des gesamten Unternehmens erhöhen und die interne Kommunikation sowie vertrauliche Daten schützen werde. Der Pressedienst der Russischen Post teilte mit, dass derzeit über 5.000 Mitarbeiter das Produkt nutzen, die Einführung fortgesetzt werde und das kurzfristige Ziel bei 10.000 Nutzern liege. Das Produkt sei bereits in einige Unternehmensinformationssysteme integriert, beispielsweise für die Automatisierung und Überwachung von IT-Service-Management-Prozessen.

Jekaterina Pogorelowa, Leiterin der internen Kommunikation bei Reksoft (ООО "Рексофт"), berichtete, dass das Unternehmen vor einigen Jahren die Lösung von Yandex gewählt habe. Yandex.Messenger gewährleiste die Informationssicherheit durch eine geschlossene Umgebung für die interne Kommunikation und die Synchronisation mit dem Unternehmensverzeichnis und ermögliche die Konfiguration von Nachrichtenfeeds und Gruppenchats. Die Wahl des Instant-Messaging-Dienstes hänge von der Unternehmensgröße, dem Geschäftsbereich und den spezifischen Aufgaben der Unternehmenskommunikation ab.

Juri Tjurin, technischer Direktor von MD Audit (ООО "МД Аудит"), erklärte, dass die interne Kommunikation oft sensible Informationen enthalte. Die Nutzung eigener oder gehosteter Lösungen ermögliche die Kontrolle über den Speicherort, die Verarbeitungsweise und die Zugriffsrechte der Daten. Auch die Integration sei wichtig; interne Instant-Messaging-Tools ließen sich leichter mit Unternehmenssystemen verbinden und würden so zu Werkzeugen für das Prozessmanagement. Eigene Lösungen böten mehr Flexibilität bei der Weiterentwicklung und Anpassung an die Geschäftsanforderungen.

Darja Kiseljowa, Marketingdirektorin des IT-Integrators Fusion (ООО "Фьюжн"), gab an, dass das Unternehmen hauptsächlich den in das Bitrix24-Ökosystem integrierten Instant-Messaging-Dienst nutze, dessen entscheidender Vorteil darin bestehe, Teil einer einheitlichen digitalen Umgebung zu sein. Mitarbeiter könnten auf derselben Plattform über die Arbeit diskutieren, Aufgaben festlegen, Dokumente genehmigen, an Videokonferenzen teilnehmen und Projekte gemeinsam bearbeiten. Bitrix24 verfüge über den integrierten KI-Assistenten CoPilot, der Mitarbeiter bei der Textbearbeitung, der Erstellung von Aufgaben, der Analyse von Besprechungen usw. unterstütze.

TrueConf (ООО "Труконф") teilte mit, dass das Interesse an Unternehmens-Instant-Messaging-Diensten in den letzten Jahren gestiegen sei. TrueConf ermögliche es Kunden, problemlos ein lokales Kommunikationssystem zu implementieren oder von anderen Systemen zu migrieren, sodass es sich organisch in die IT-Umgebung der Organisation einfüge. Das Unternehmen nannte einige Beispiele für groß angelegte Implementierungen: Bei der russischen Telekommunikations-AG (ПАО "Ростелеком") sei TrueConf zum wichtigsten Kommunikationssystem geworden, das über 100.000 Nutzer verbinde und monatlich über 4,3 Millionen Nachrichten verarbeite; das für die Sibur-AG (ПАО "Сибур") durchgeführte Projekt verbinde über 40.000 Mitarbeiter, 600 Konferenzräume, über 27.000 Telefonnutzer und 56 PBX-Anlagen; die indische Hindustan Aeronautics Ltd. habe eine private Cloud für 30.000 Mitarbeiter bereitgestellt; die nepalesische Polizei plane, TrueConf zur Verbindung von 80.000 Mitarbeitern landesweit zu nutzen.

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