de.wedoany.com-Bericht: Die deutsche Karl Mayer Group gab am 18. Juni 2026 bekannt, dass sie plant, einen Teil der Vermögenswerte des ehemaligen „Geschäftsbereichs Stoll“ (H. Stoll AG & Co. KG) an den chinesischen Hersteller von Strickmaschinen, Ningbo Cixing Co., Ltd. (kurz „Cixing Co., Ltd.“), zu veräußern. Die Transaktion umfasst die Marke Stoll, Teile des Lagerbestands sowie damit verbundene technische Vermögenswerte.
Stoll wurde 1873 gegründet, befand sich ursprünglich in der deutschen Kleinstadt Riedlingen und zog 1878 nach Reutlingen um. Das Unternehmen war einst führend im Bereich der Flachstrickmaschinen weltweit. Während der Pandemie im Jahr 2020 übernahm die Karl Mayer Group Stoll. Bis 2025 entschied sich Karl Mayer jedoch, sich wieder auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren, und kündigte die Schließung des Werks in Reutlingen an, wodurch alle rund 270 verbleibenden Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verloren. Die Produktionslinien in Reutlingen sind bereits stillgelegt; Ersatzteilversorgung und Kundendienst sind weiterhin über die Unternehmenswebsite verfügbar, wobei die Ersatzteillager am Hauptsitz von Karl Mayer in Obertshausen eingelagert sind.
Der Hauptsitz von Ningbo Cixing befindet sich in der ostchinesischen Hafenstadt Ningbo. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiter und zählt zu den weltweit größten Herstellern von Strickmaschinen. Berichten zufolge plant Cixing, auf einem Teil des ehemaligen Werksgeländes Geschäfte zu betreiben und beabsichtigt, zwei neue Unternehmen zu gründen. Die Karl Mayer Group erklärte, dass die künftige Nutzung dieser Vermögenswerte in den eigenen Verantwortungsbereich der Cixing Group falle und Cixing zu gegebener Zeit seine Zukunftspläne bekannt geben werde.
Diese Übernahme ist nach der Übernahme des deutschen Unternehmens Mayer & Cie. durch ein chinesisches Unternehmen Ende März 2026 ein weiterer Fall, bei dem ein chinesischer Hersteller von Strickmaschinen Markenvermögenswerte eines traditionellen deutschen Unternehmens erwirbt. Dieser Trend spiegelt wider, dass viele traditionsreiche deutsche Fertigungsunternehmen angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks aus Asien, insbesondere aus China, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und anschließend von chinesischen Unternehmen übernommen werden.
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