de.wedoany.com-Bericht: Der japanische Telekommunikationsanbieter NTT DoCoMo hat das Nokia MantaRay AutoPilot-System zur automatisierten Netzwerkoptimierung eingeführt. Das System wird in einer Public Cloud betrieben, und DoCoMo gibt an, dass dies weltweit der erste derartige Einsatz sei. DoCoMo nutzte bereits zuvor die MantaRay Self-Optimizing Network (SON)-Technologie von Nokia; die beiden Unternehmen hatten im November letzten Jahres eine entsprechende Vereinbarung getroffen.

Die bisherige SON-Lösung konnte den Netzwerkzustand kontinuierlich überwachen und Einstellungen basierend auf vordefinierten Parametern und Richtlinien automatisch anpassen. Allerdings mussten diese Parameter und Richtlinien weiterhin manuell festgelegt werden, was eine Echtzeitanpassung an sich ändernde Netzüberlastungsmuster erschwerte. AutoPilot markiert den Wandel hin zu einem intent-basierten Netzwerk, das Parameter und Richtlinien automatisch entsprechend den von DoCoMo vorgegebenen Qualitätszielen entwirft. Laut dem Betreiber analysieren die integrierten KI-Funktionen die Qualität und Leistung der Basisstationen, ermitteln das optimale Parameterdesign und planen dessen Umsetzung – ein vollständiger Optimierungszyklus wird innerhalb von 15 Minuten abgeschlossen.
Die kontinuierliche Überwachungsfunktion ermöglicht es dem Netzwerk, sich ständig automatisch an die Echtzeit-Verkehrsbedingungen anzupassen. DoCoMo erklärte, dass der Optimierungszyklus zuvor, als man ausschließlich auf MantaRay SON angewiesen war, nur einmal täglich durchlief und sowohl die Analyse von Konfigurationsänderungen als auch die Bewertung der Ergebnisse manuelle Eingriffe erforderten. MantaRay AutoPilot nutzt KI, um den gesamten Optimierungszyklus vollständig zu automatisieren – von der Parameteranalyse und -konfiguration bis hin zur Leistungsbewertung nach der Implementierung – und verkürzt die Zykluszeit auf 15 Minuten, ohne dass menschliche Eingriffe nötig sind. Dies ermöglicht schnellere und feinere Verbesserungen der Netzqualität.
MantaRay ist ein Cloud-natives System, und DoCoMo nutzt diese Eigenschaft voll aus. DoCoMo gab an, dass die Public-Cloud-Architektur eine direkte Optimierung des Netzwerks über die Cloud ermöglicht, eine schnelle Implementierung ohne Einschränkungen durch Hardware-Beschaffungsvorlaufzeiten erlaubt und plant, das System in Zukunft mit verschiedenen Cloud-basierten KI-Plattformen zu integrieren. Das Endergebnis ist eine stabilere Kommunikation in einem breiteren Nutzungsumfeld.
DoCoMo erklärte, dass dieser Einsatz den Weg zur Erreichung der Netzwerkautomatisierungsstufe 4 ebnet. Gemäß der Definition des TM Forum bedeutet Stufe 4, dass das System durch prädiktive Analysen oder Closed-Loop-Management Entscheidungsunterstützung bietet und mit umfangreicher KI-Modellierung sowie kontinuierlichem Lernen ausgestattet ist. Dies stellt einen Sprung gegenüber Stufe 3 dar, die mehr manuelle Überwachung erfordert. Eine vom TM Forum im letzten Jahr veröffentlichte Umfrage ergab, dass weltweit nur 4 % der Kommunikationsdienstleister angaben, Stufe 4 erreicht zu haben, während der größte Anteil (36 %) noch auf Stufe 1 verharrte. Die Befragten prognostizierten, dass 23 % in diesem Jahr Stufe 4 erreichen würden, und bis 2030 soll dieser Anteil auf 85 % steigen. Mit diesem SON-Upgrade liegt DoCoMo an der Spitze der Branche.
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