de.wedoany.com-Bericht: Der deutsche Versorger Energie und Wasser Potsdam (EWP) und das Helmholtz-Zentrum für Geowissenschaften (GFZ) haben eine Projektvereinbarung unterzeichnet, um in Potsdam weitere Geothermie-Fernwärmeprojekte zu entwickeln. Die Vereinbarung gilt bis 2029 und zielt darauf ab, durch die Bündelung der Fachkenntnisse beider Seiten das geothermische Potenzial Potsdams systematisch zu erschließen.

EWP hat bereits in der Heinrich-Mann-Allee eine Geothermie-Fernwärmeanlage mit einer Leistung von 4 MWth in Betrieb genommen, die rund 6.000 Haushalte mit Wärme versorgt. Im Rahmen der Strategie zur schrittweisen Stilllegung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen plant der Versorger den Bau von insgesamt acht Tiefengeothermieprojekten.
Gemäß der Kooperationsvereinbarung wird das GFZ seine wissenschaftliche Expertise in den Bereichen Exploration, Lagerstättenentwicklung, -management und -überwachung einbringen. EWP fungiert als Projektträger, übernimmt die wirtschaftliche Verantwortung für das Projekt und ist für die Gesamtplanung, Investitionen, technische Umsetzung sowie den Anschluss an das städtische Wärmenetz zuständig.
Carsten Schulte, Technischer Geschäftsführer der EWP, erklärte, dass mit dem ersten großen Geothermieprojekt in der Heinrich-Mann-Allee das Potenzial der geothermischen Nutzung in Potsdam bereits eindrucksvoll demonstriert worden sei und die Zusammenarbeit mit dem GFZ dazu beitragen werde, dieses Erfolgskonzept auf andere Standorte zu übertragen. Prof. Dr. Susanne Buiter, Wissenschaftliche Geschäftsführerin des GFZ, wies darauf hin, dass diese Kooperation es ermögliche, Forschung und Praxis in vorbildlicher Weise zu verbinden; die Geothermieforschung habe beim GFZ höchste Priorität, da die Nutzung der Geothermie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten könne. Prof. Dr. Ingo Sass, Projektleiter am GFZ und Leiter der Abteilung Geothermie, ergänzte, dass die geologischen Bedingungen in Potsdam mehrere erstmals für die Geothermie erschließbare Lagerstättenebenen böten; das Projekt könne wertvolle Erkenntnisse über das geothermische Potenzial des Norddeutschen Beckens liefern und möglicherweise den Weg für Projekte über Potsdam und Berlin-Brandenburg hinaus ebnen.
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