de.wedoany.com-Bericht: Die Unsicherheit in der Schifffahrt durch die Straße von Hormus erschüttert die globale Aluminiumindustrie, die ebenso stark betroffen ist wie die Öl- und Flüssiggasbranche. Der Golf-Kooperationsrat (GCC) exportiert jährlich rund 5,5 Millionen Tonnen Primäraluminium, das fast vollständig über die Straße von Hormus transportiert wird. Gleichzeitig sind die Hüttenwerke in der Golfregion auf importiertes Aluminiumoxid und Bauxit angewiesen, um die Produktion aufrechtzuerhalten. Dies bedeutet, dass jede länger andauernde Störung der Schifffahrt sowohl die Rohstoffversorgung als auch den Export von Fertigaluminium beeinträchtigen könnte.

Nachdem der Iran die Schließung der Straße von Hormus aufgrund des jüngsten israelischen Konflikts im Libanon angekündigt hatte, ging die Aktivität der Handelsschiffe drastisch zurück. Laut Daten des maritimen Geheimdienstes Windward passierten am 21. Juni nur 12 Schiffe die Meerenge, verglichen mit 35 am Vortag. Mehrere Schiffe schalteten zudem ihr automatisches Identifikationssystem (AIS) aus. Die Schifffahrtsanalysefirma Kpler verzeichnete am Tag zuvor 25 Schiffe, die die Meerenge durchquerten – der höchste Wert seit Mitte April. Doch nachdem die Islamischen Revolutionsgarden des Iran am 20. Juni erneut die Schließung der Meerenge verkündeten, wurde die Erholung gestoppt. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) wies die iranischen Behauptungen zurück, erklärte, die Meerenge sei weiterhin sicher befahrbar, und meldete am selben Tag 55 Handelsschiffe, die die Wasserstraße passierten – ein Widerspruch zu den Daten kommerzieller Tracking-Dienste.
Das Verkehrsaufkommen hat sich noch lange nicht auf das normale Niveau erholt. Matt Smith, Chef-Ölanalyst bei Kpler, erklärte, dass vor dem Konflikt täglich 100 bis 120 Tanker diese Route nutzten. Derzeit habe sich das Verkehrsaufkommen leicht verbessert, sei aber noch weit von der Normalität entfernt. Rund 500 Schiffe, darunter etwa 220 Tanker, liegen seit Beginn des Konflikts im Persischen Golf fest. Jakob Larsen, Chief Safety and Security Officer des Baltic and International Maritime Council (BIMCO), wies darauf hin, dass die Sicherheitslage für die Schifffahrt trotz Waffenstillstandsverhandlungen weiterhin instabil sei. Im zentralen Teil der Meerenge sollen Minenfelder existieren, die Schiffe zwingen, die begrenzten Küstenrouten zu nutzen. Viele der vor Anker liegenden Schiffe müssten möglicherweise überprüft und gewartet werden, bevor sie wieder in Betrieb genommen werden können.
Für die Aluminiumindustrie hat diese Unsicherheit Auswirkungen in beide Richtungen. Der Golf-Kooperationsrat exportiert jährlich rund 5,5 Millionen Tonnen Primäraluminium über die Meerenge, während die Hüttenwerke Aluminiumoxid und Bauxit aus Australien, Guinea und Brasilien importieren und in der Regel nur Vorräte für drei bis vier Wochen halten. Jede länger andauernde Unterbrechung der Schifffahrt könnte gleichzeitig den Rohstoffimport und den Export von Fertigaluminium beeinträchtigen. Die Aluminiumproduktion, einer der energieintensivsten Herstellungsprozesse, ist zudem stark auf die Energieversorgung angewiesen. Sollte der Energietransport durch die Meerenge für längere Zeit unterbrochen werden, könnten die Brennstoffpreise und Stromkosten steigen, was die Produktionskosten erhöhen würde. Rund 20 % des europäischen Primäraluminiums stammen aus dem Nahen Osten, was Europa zu einer der am stärksten betroffenen Regionen macht. Auch Japan, Südkorea und Taiwan sind stark auf Golf-Aluminium und Flüssiggas angewiesen. Die Aluminiumaufschläge im Mittleren Westen der USA sind bereits gestiegen, da Zollbeschränkungen alternative Bezugsquellen einschränken.
An den Finanzmärkten blieb der Aluminiumpreis an der London Metal Exchange (LME) am 19. Juni bei rund 3.400 US-Dollar pro Tonne, während Brent-Rohöl leicht fiel und die asiatischen Aktienmärkte zulegten. Dies deutet darauf hin, dass die Anleger nicht mit einer langfristigen Unterbrechung der globalen Energieversorgung rechnen. Der physische Aluminiummarkt zeigt jedoch bereits Anzeichen einer Angebotsverknappung: Die Aufschläge in Rotterdam und im Mittleren Westen der USA sind gestiegen, und einige ursprünglich für den Golf bestimmte Aluminiumoxid-Ladungen werden nach China umgeleitet.
Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.
E-Mail: news@wedoany.com









