AWS bringt mit Graviton5 ersten Cloud-Prozessor mit PCIe 6.0 auf den Markt
2026-06-25 09:23
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de.wedoany.com-Bericht: Amazon Web Services (AWS) hat den Graviton5-Prozessor mit Unterstützung für PCIe 6.0 vorgestellt und ist damit der erste Anbieter, der seinen Kunden in der kommerziellen Cloud-Infrastruktur einen Prozessor mit diesem Schnittstellenstandard bereitstellt. Der Prozessor ist nun über die Amazon EC2 M9g- und M9gd-Instanzen verfügbar, sodass Nutzer PCIe 6.0-Hardware stundenweise mieten können.

Schematische Darstellung des AWS-Servers mit Firmenlogo und Cloud-Computing-Text

Der Graviton5 wurde vom AWS-eigenen Team von Annapurna Labs entwickelt und basiert auf einem Chiplet-Design mit dem 3-nm-Fertigungsprozess von TSMC. Der Prozessor integriert vier Rechen-Dies, von denen jedes 48 Arm-v3-Kerne enthält, insgesamt also 192 Kerne. Jeder Kern verfügt über einen dedizierten Cache von 1 MB, und die Plattform ist mit 12 DDR5-Speicherkanälen ausgestattet, die mit bis zu DDR5-8800 betrieben werden können und eine aggregierte Speicherbandbreite von über 800 GB/s bei anspruchsvollen Workloads bieten. Der Prozessor verfügt über 96 PCIe-6.0-Lanes und ist damit die erste Cloud-CPU mit PCIe-6.0-Unterstützung, die von Nutzern aktiv genutzt werden kann. Die Kommunikation zwischen den Chiplets erfolgt über eine kohärente Verbindung, die Daten mit 420 GB/s überträgt und gleichzeitig einen einheitlichen Betrieb gewährleistet.

Laut AWS-Daten bietet der Graviton5 im Vergleich zur Vorgängergeneration eine Leistungssteigerung von bis zu 25 %. Bei Anwendungsworkloads kann die Leistung um bis zu 35 % höher sein, und Datenbankoperationen verbessern sich unter geeigneten Bedingungen um 30 %. Die Netzwerkbandbreite steigt um 15 %, die Speicherbandbreite um etwa 20 %. Bei großflächigen Bereitstellungen kann der Netzwerkdurchsatz im Vergleich zuvor verdoppelt werden. Die M9gd-Instanzen bieten zudem lokalen SSD-Speicher mit einer Kapazität von bis zu 11,4 TB und einer um 30 % höheren IOPS-Leistung als die Vorgängergeneration.

Trotz der technischen Vorteile bleibt der praktische Nutzen von PCIe 6.0 in der aktuellen Phase durch das Peripherie-Hardware-Ökosystem begrenzt. Derzeit gibt es nur wenige Speichergeräte, die diesen Schnittstellenstandard nutzen können. Die Micron 9650 NVMe SSD ist eines der ersten kommerziell verfügbaren PCIe-6.0-Laufwerke mit einer sequenziellen Lesegeschwindigkeit von etwa 28 GB/s, das hauptsächlich für KI-Inferenzumgebungen und nicht für traditionelle Cloud-Workloads ausgelegt ist. Die von Teamgroup eingeführte PCIe-6.0-SSD erreicht ebenfalls 28 GB/s, ist aber noch weit von einer breiten Anwendung entfernt.

Für die meisten AWS-Kunden dürften Faktoren wie Prozessorarchitektur, Speicherbandbreite, Cache-Kapazität und Softwareoptimierung einen größeren Einfluss haben. Die Einführung des Graviton5 markiert eine Weiterentwicklung der Cloud-Infrastruktur in Bezug auf Schnittstellenstandards, der breite Nutzen dieser Technologie hängt jedoch von der Reife des PCIe-6.0-fähigen Hardware- und Software-Ökosystems ab.

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