Polen verabschiedet Digitalstrategie: Ab 2030 jährlich 100 Milliarden Zloty geplant
2026-06-25 15:02
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de.wedoany.com-Bericht: Der polnische Ministerrat hat die erste nationale Digitalstrategie des Landes (Strategia Cyfryzacji Państwa) verabschiedet, mit dem Ziel, Polen bis 2035 zum führenden Land im Bereich der Digitalisierung in der EU zu machen. Das Dokument, das erste seiner Art in der polnischen Geschichte, soll einen langfristigen Rahmen für die digitale Transformation des Landes bieten.

Vizepremier und Digitalisierungsminister Krzysztof Gawkowski erklärte, dass Digitalisierung lange Zeit ein Expertenthema gewesen sei. Die neue Strategie ändere diesen Ansatz und betone, dass Technologie allen dienen solle. Ziel sei ein proaktiver Staat, der keine Daten ein zweites Mal anfordere und die Bürger unterstütze, wenn sie es brauchen. Die neue Strategie ersetzt das bisherige nationale integrierte Informatisierungsprogramm (Program Zintegrowanej Informatyzacji Państwa) von 2019–2022. Ihr Kernziel ist es, den Alltag der Bürger zu vereinfachen und die negativen Auswirkungen der Technologie zu verringern. Gawkowski wies darauf hin, dass die in der Strategie beschriebene Vision einen Staat umfasse, der Angelegenheiten mit einer einzigen Meldung erledigen könne, auf Papier verzichte und überflüssige Verwaltungsprozesse abschaffe.

Der stellvertretende Digitalisierungsminister Dariusz Standerski erklärte, die Strategie beende die Ära der fragmentierten Entwicklung digitaler Dienste und setze konkrete Ziele: Bis 2030 sollen 100 % der wichtigen öffentlichen Dienstleistungen digitalisiert sein, bis 2035 sollen 85 % der Polen über grundlegende digitale Fähigkeiten verfügen, und die Digitalisierungsausgaben sollen auf 5 % des BIP steigen. Die Strategie betont, dass digitale Dienste für alle Nutzer, einschließlich älterer Menschen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen, gestaltet werden müssen. Sie umfasst auch Sicherheitsaspekte wie den Schutz von Kindern und Jugendlichen, digitale Bürgerrechte und technologische Souveränität.

Die Strategie gliedert die Maßnahmen in vier Schwerpunktbereiche: Cybersicherheit, Koordinierung der digitalen Transformation, elektronische Kommunikation sowie zukünftige Fähigkeiten für Staat, Bürger und Unternehmen. Dabei gewährleistet die Cybersicherheit die Sicherheit der Nutzer. Die Koordinierung der digitalen Transformation basiert auf der nationalen Informationsarchitektur (Architektura Informacyjna Państwa, AIP) – Präsident Karol Nawrocki hat im August 2025 das Gesetz zur Einführung der AIP unterzeichnet. Die AIP ist ein strategischer Ansatz zur Verwaltung nationaler Informationssysteme und -ressourcen, der ein kohärentes und effizientes System schaffen soll, das Bürgern und Unternehmen hochwertige Dienstleistungen bietet.

In Bezug auf die Finanzierung gab Digitalisierungsminister Gawkowski auf der Pressekonferenz bekannt, dass die Digitalisierungsausgaben Polens im Jahr 2025 0,8 % des BIP betragen. Ab 2030 sei geplant, jährlich 100 Milliarden Zloty für die digitale Transformation bereitzustellen, die Bereiche Wirtschaft, staatliche Institutionen sowie Forschung und Entwicklung abdecken. Die Umsetzung der Strategie wird vom Informationsbeauftragten und dem Digitalisierungsrat überwacht. Sie gilt für zehn Jahre und wird alle zwei Jahre einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen.

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