Studie der Universität Mannheim zeigt: CO₂-neutraler Stahl könnte profitabel sein
2026-06-25 14:46
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de.wedoany.com-Bericht: Deutschland – Ökonomen der Universität Mannheim haben in einer Studie festgestellt, dass die Produktion von CO₂-neutralem Stahl in der deutschen Stahlindustrie kein Verlustgeschäft ist. Trotz hoher Investitionen könnten Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, allerdings bedarf es dafür der richtigen politischen Rahmenbedingungen.

Grün ist die Hoffnung! Bekanntlich soll auch die deutsche Stahlindustrie CO₂-neutral werden. Dafür braucht es Wasserstoff statt Koks. Viele fürchten jedoch um die Wettbewerbsfähigkeit. Eine neue Studie verneint dies – vorausgesetzt, die Politik lenkt richtig … (Bildquelle: Stahlmassivo)

Die von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie zeigt, dass der Umbau der deutschen Stahlindustrie zur CO₂-neutralen Produktion einen langfristig gedeckelten Industriestrompreis und Wasserstoffpreis erfordert. Zudem müsse der Staat Investitionen in die CO₂-neutrale Produktion subventionieren und diese an Standortzusagen knüpfen. Die Studienautoren Tom Krebs und Patrick Kaczmarczyk schlagen mehrere konkrete Maßnahmen vor, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Stahlindustrie zu erhalten.

Die Forscher empfehlen, dass bis 2035 alle energieintensiven Unternehmen einen garantierten Industriestrompreis von 60 Euro pro Megawattstunde erhalten sollten, der Netzentgelte und alle Zuschläge umfasst. Für Unternehmen mit Tarifvertrag könnte der Strompreis um weitere 10 Euro pro Megawattstunde gesenkt werden. Im Bereich Wasserstoff schlägt die Studie einen garantierten Abnahmepreis bis 2035 vor: Der industrielle Wasserstoffpreis sollte bei etwa 140 Euro pro Megawattstunde liegen, ebenfalls für alle energieintensiven Unternehmen. Unternehmen mit Tarifvertrag könnten einen zusätzlichen Rabatt von 20 Euro pro Megawattstunde erhalten.

Die Studie betont zudem die Notwendigkeit einer gezielten Investitionsförderung. Stahlunternehmen, die in zukünftige Produktionsanlagen investieren und Standort- sowie Beschäftigungsgarantien geben, sollten direkte Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen in Höhe von 50 % der Investitionssumme erhalten. Für Unternehmen mit Tarifvertrag könnte der Fördersatz etwas höher liegen. Darüber hinaus sollten staatliche Aufträge vorrangig im Inland vergeben werden. Auch eine staatliche Beteiligung an strategisch wichtigen Stahlunternehmen zur Senkung der Kapitalkosten wird als gangbare Option angesehen.

Die Forscher weisen darauf hin, dass die vier Instrumente – Energiepreisgarantie, Investitionsförderung, Nachfrageanreize und öffentliche Beteiligung – notwendige Voraussetzungen für die Wirtschaftlichkeit der CO₂-armen Transformation sind, wobei die Energiepreisgarantie die größte Hebelwirkung entfaltet. Sie betonen, dass die CO₂-neutrale Stahlproduktion ein tragfähiges Geschäftsmodell sei, allerdings nur, wenn die Politik ihre entsprechenden Zusagen einhalte.

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