ArcelorMittal nimmt Stahlverarbeitungswerk in Kanada für 100 Millionen US-Dollar in Betrieb
2026-06-26 13:55
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de.wedoany.com-Bericht: Der Stahlhersteller ArcelorMittal hat sein neues Werk in Ingersoll, Ontario, Kanada, offiziell in Betrieb genommen. Die Investitionssumme beträgt 100 Millionen US-Dollar. Die Inbetriebnahme des Werks erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die nordamerikanische Automobilindustrie aufgrund des verlangsamten Wachstums des Marktes für Elektrofahrzeuge und der Handelsstreitigkeiten zwischen Kanada und den USA mit Unsicherheiten konfrontiert ist.

Das neue Werk erstreckt sich über eine Fläche von 154.000 Quadratfuß (ca. 14.300 Quadratmeter) und beschäftigt zunächst 44 Mitarbeiter, die Zahl soll künftig auf 53 steigen. Die jährliche Produktionskapazität beträgt 100.000 Tonnen. Hauptsächlich werden Coils aus den Werken von ArcelorMittal in Hamilton, Kanada, und Alabama, USA, verarbeitet, um Stahlplatinen herzustellen, die für die weitere Produktion von Automobilteilen verwendet werden können.

Die zugeschnittenen Platinen werden zu den Werken des Unternehmens in Woodstock und Detroit transportiert, wo sie per Laser geschweißt werden, um schließlich in der Karosserie- und Rahmenherstellung von Fahrzeugen verwendet zu werden. Zu den Endkunden zählen der Dodge Ram und der Chrysler Pacifica von Stellantis sowie die Modelle Honda Pilot und Honda Passport.

Diese Investition ist für die Stadt Ingersoll von großer Bedeutung. Zuvor hatte die kanadische Tochtergesellschaft von General Motors die Produktion der BrightDrop-Elektrotransporter in ihrem CAMI-Werk gedrosselt, was die Wirtschaft der Stadt beeinträchtigte. Die anhaltenden Handelsstreitigkeiten zwischen Kanada und den USA setzen die Industrie in der Region zusätzlich unter Druck.

Todd Baker, CEO der Sparte ArcelorMittal Tailored Blanks, erklärte, dass die geringere als erwartete Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und die sich ändernden Produktionspläne der Automobilhersteller die Marktunsicherheit verstärkt hätten. Die meisten Unternehmen hätten Investitionsentscheidungen verschoben, doch ArcelorMittal habe sich aufgrund des langfristigen Vertrauens in die Produktnachfrage entschlossen, das Projekt fortzusetzen.

Das Unternehmen rechnet damit, die Investition innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre zu amortisieren und sieht weiterhin Wachstumspotenzial auf dem nordamerikanischen Automobilproduktionsmarkt. Baker schätzt, dass von den fast 20 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2025 auf dem nordamerikanischen Markt etwa 75 % in der Region produziert werden, was Raum für eine weitere Ausweitung der lokalen Produktion bietet.

Das Management von ArcelorMittal zeigte sich zudem zuversichtlich, dass die Handelskooperation zwischen Kanada, den USA und Mexiko im Rahmen des Abkommens CUSMA/USMCA aufrechterhalten bleibt, dessen Überprüfung und Überarbeitung in den kommenden Jahren anstehen.

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