de.wedoany.com-Bericht: Das Hochwasser-Frühwarnzentrum (Flood Forecasting Centre, FFC) weist darauf hin, dass die Zahl der Immobilien in England und Wales, die einem hohen Risiko für Oberflächenhochwasser ausgesetzt sind, bereits dreimal so hoch ist wie die Zahl der Immobilien mit hohem Risiko für Fluss- und Meereshochwasser. Das Zentrum wurde von der Umweltbehörde (Environment Agency) und dem Wetterdienst (Met Office) gemeinsam eingerichtet.

Das Risiko von Oberflächenhochwasser wurde im „National Risk Register 2023" (National Risk Register 2023) heraufgestuft, wobei seine Auswirkungsbewertung auf „erheblich" angehoben wurde, was es auf eine Stufe mit dem Risiko von Fluss- und Küstenhochwasser stellt und es zu einem der höchsten Umweltrisiken in England macht. Der Klimawandel führt zu einer Zunahme kurzer, heftiger Sommerregenfälle, die Hochwasserereignisse, die früher nur Unannehmlichkeiten verursachten, tödlicher werden lassen. In Zukunft könnten weitere Gebiete, insbesondere in wachsenden Siedlungsgebieten, erstmals von Hochwasser betroffen sein.
Beispiele aus den letzten Jahren, wie die Oberflächenhochwasserereignisse in Coverack im Jahr 2017 und in London im Jahr 2021, unterstreichen die Bedeutung verbesserter Vorhersagen. Aus diesem Grund hat das Projekt zur Verbesserung der Oberflächenhochwasservorhersage (Surface Water Flood Forecasting Improvement Project, SWFFIP), ein dreijähriges Programm, die nationale Fähigkeit zur Vorhersage von Oberflächen- oder Sturzflutereignissen verbessert.
Das Projekt unterstützte die Entwicklung und den Betrieb des Schnellflut-Leitfadens (Rapid Flood Guidance, RFG) und trug zu einer Zusage bei, diesen Dienst bis 2028 fortzuführen. Gleichzeitig zielt das Projekt darauf ab, die Werkzeuge der Prognostiker zu verbessern, um genauere und handlungsorientiertere Vorhersagen zu erstellen. Dazu gehört die Verbesserung des Oberflächenhochwasser-Gefahren- und Auswirkungsmodells (Surface Water Flooding Hazard Impact Model, SWFHIM) des FFC, das Prognostikern hilft zu verstehen, wo in den nächsten drei Tagen am wahrscheinlichsten Oberflächenhochwasser auftreten wird. Zudem wurde eine Machbarkeitsstudie für ein Nowcasting-Tool für Oberflächenhochwassermodelle durchgeführt.
Das SWFHIM wurde 2020 von der Nationalen Gefahrenpartnerschaft (National Hazards Partnership, NHP) entwickelt, um die Auswirkungsvorhersage zu verbessern. Es kann derzeit Vorhersagen zum Oberflächenhochwasserrisiko für einen Zeitraum von etwa sechs Stunden bis zu drei Tagen im Voraus liefern. Das Modell kombiniert Oberflächenabflussvorhersagen aus dem nationalen Grid-to-Grid-Hydrologiemodell des UK Centre for Ecology & Hydrology (UKCEH) (unter Verwendung der Niederschlagsvorhersagen des Met Office), detaillierte Oberflächenhochwasserkarten der NaFRA der Umweltbehörde sowie eine Datenbank zu Auswirkungen auf Rezeptoren (Immobilien, Personen, Verkehr und Infrastruktur) des Health and Safety Executive (HSE) im 1-km-Raster. Die Vorhersagen werden auf einem Dashboard angezeigt, das die Wahrscheinlichkeit von Auswirkungen für jede Grafschaft bei verschiedenen Hochwasserstufen zeigt.
Der aktuelle RFG-Dienst nutzt detaillierte kurzfristige Unwettervorhersagen (konvektives Nowcasting) des Expert Weather Hub des Met Office und wird von Hydrometeorologen des FFC unterstützt, beinhaltet jedoch noch keine Echtzeit-Gefahren- und Auswirkungsmodellierung. Um diese Lücke zu schließen, testete das FFC zwei neue Werkzeuge zur Modellierung von Oberflächenhochwassergefahren und -auswirkungen für Vorlaufzeiten von 0 bis 6 Stunden: SWFHIM und FOREWARNS. Die erste Phase fand 2024 auf der Sommer-Testplattform des Met Office statt, die zweite Phase konzentrierte sich 2025 auf das betriebliche Umfeldteam. Die Tests ergaben, dass diese Werkzeuge bei der objektiven Entscheidungsfindung im RFG-Erstellungsprozess hilfreich waren und eine Grundlage für zukünftige Investitionen in Oberflächenhochwasser-Modellierungswerkzeuge schufen.
Basierend auf den Testergebnissen umfassen die Empfehlungen: die kontinuierliche Verbesserung der Leistung von SWFHIM und FOREWARNS mit wissenschaftlichen Partnern (einschließlich der nächsten Generation von Niederschlags-Nowcasting-Daten des Met Office, verfügbar ab 2027); die vorrangige Entwicklung eines SWFHIM-Nowcasting-Tools zur Bereitstellung probabilistischer Ausgaben für Vorlaufzeiten von 0 bis 6 Stunden; die Prüfung der Implementierung von FOREWARNS als betrieblichen Prototyp; sowie die Einführung einer automatisierten Validierungsmethode für Oberflächenhochwasser-Gefahren- und Auswirkungsmodelle. Das FFC plant, diese Empfehlungen in ein dreijähriges Projekt einzubeziehen, mit dem Ziel, die neuen Werkzeuge bis 2029 in den Betrieb zu überführen, um die Genauigkeit und Aktualität des RFG-Dienstes zu verbessern.
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