de.wedoany.com-Bericht: Die Renovierung des Zentralpavillons der Biennale di Venezia, die vom römischen Architekturbüro Labics gemeinsam mit dem Architekten Fabio Fumagalli durchgeführt wurde, ist nach 16 Monaten und Kosten von 31 Millionen Euro abgeschlossen. Das Projekt wurde rechtzeitig vor der Eröffnung der Kunstbiennale am 9. Mai fertiggestellt.

Der Zentralpavillon befindet sich in den Giardini della Biennale. Sein Gebäude entstand aus dem Umbau zweier bestehender Strukturen: der von Tommaso Meduna entworfenen Cavallerizza und dem Palazzo dei Concerti, der zur Weltausstellung 1887 eröffnet wurde. Der Pavillon wurde zwischen 1894 und 1895 erbaut und diente ursprünglich der ersten internationalen Kunstausstellung. Die jüngste Renovierung begann im Dezember 2024. Während der Architekturbiennale 2025, die von Carlo Ratti kuratiert wurde, war der Hauptpavillon aufgrund der Bauarbeiten vollständig geschlossen.
Die Renovierung beschränkte sich nicht auf traditionelle Konservierung und Restaurierung. Unter der Leitung der Architektin Arianna Laurenzi und des Ingenieurs Cristiano Frizzele verfolgte das Projektteam eine Strategie des „kritischen Neudesigns“. Ziel war es, den Pavillon an die heutigen Anforderungen anzupassen. Konkret bedeutete dies, die ursprüngliche Bausubstanz freizulegen, sogenannte „unangemessene“ Umbauten zu entfernen und mehrere historische Schichten neu zu ordnen. Das Team restaurierte und installierte ein Doppelfenster von Carlo Scarpa neu und gestaltete die Sala Brenno del Guidice um. Durch den Umbau öffnet sich der Raum wieder zum hinter dem Gebäude gelegenen Rio dei Giardini, basierend auf dem ursprünglichen Entwurf von 1928. In der Nähe des Cafés und des Mehrzweckraums wurden Vordächer (Altane) aus carbonisiertem Schichtholz und X-LAM-Platten installiert. Diese von venezianischen Dachterrassen inspirierten Strukturen verbinden den Pavillon mit der Gartenlandschaft.

Innenarchitektonisch kontrastieren die neu organisierten Ausstellungsräume weiße Wände mit schwarzen Oberflächen. Die technischen Systeme sind in den Wänden und Dachkonstruktionen verborgen, um die Flexibilität der Ausstellungsbereiche zu erhalten, sodass sie sich an temporäre Installationen anpassen und maximale Freiheit für kuratorische Konzepte bieten. Der Pavillon beherbergt eine Buchhandlung, ein Café, einen Bildungsraum und Technikräume. Diese Nebenräume bilden einen Kontrast zur visuellen Grundstimmung des White Cubes: Schwarz dominiert, während in der Buchhandlung rot hervorstehende Regale einen Farbtupfer setzen. Neu installierte Photovoltaik-Glas- und Milchglas-Oberlichter lassen reichlich Tageslicht ins Innere, während ein elektrisches Sonnenschutzsystem die Räume vollständig abdunkeln kann.

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