de.wedoany.com-Bericht: Die Bundesnetzagentur hat die Berechnungsmethode der „Fair-Use-Regel“ für das Roaming innerhalb der EU präzisiert, die das Datenvolumen begrenzt, das Nutzer im Ausland verbrauchen können. Mit dem Beginn der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat die deutsche Sommerreisezeit ihren Höhepunkt erreicht.

Für deutsche Urlauber, die in die EU und den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) reisen, gilt seit 2017 das Prinzip „Roam like at home“, das sicherstellt, dass Telefonate, SMS und mobiles Internet zu den Inlandstarifen abgerechnet werden, ohne dass eine Buchung oder Aktivierung erforderlich ist. Diese Garantie gilt bis zum 30. Juni 2032. Die Nachbarländer Schweiz, Großbritannien, Andorra und Monaco sind jedoch nicht automatisch eingeschlossen. Die Telekom hat die Schweiz in ihr reguläres Roaming aufgenommen, während Vodafone und 1&1 dies nicht tun.
Die Fair-Use-Obergrenze soll verhindern, dass Nutzer günstige deutsche Tarife dauerhaft im Ausland nutzen. Das Roaming-Datenvolumen ergibt sich aus der monatlichen Gebühr des Nutzers geteilt durch den festgelegten Großhandelspreis pro Gigabyte, multipliziert mit zwei. Der Großhandelspreis für 2026 beträgt netto 1,10 Euro (inkl. Steuern ca. 1,31 Euro). Bei einem Nutzer, der 9,99 Euro pro Monat für 50 GB Datenvolumen zahlt, stehen in der EU tatsächlich etwa 15 GB zur Verfügung; wer 19,99 Euro für einen Tarif mit unbegrenztem Datenvolumen zahlt, kann tatsächlich etwa 30 GB nutzen. Das bedeutet, dass das günstige 50-GB-Angebot stärker eingeschränkt wird als teurere Tarife. Die Betreiber sind verpflichtet, die Nutzer über diese Einschränkung zu informieren; unterbleibt dies, können die Nutzer im Ausland das gesamte Datenvolumen nutzen. Telefonate und SMS sind von dieser Regelung nicht betroffen.
Für Reiseziele außerhalb der EU, wie die Türkei, Ägypten oder die USA, drohen ohne Vorbereitung hohe Roaming-Gebühren von 99 Cent pro MB und 1,49 Euro pro Minute. Drei Hauptmethoden helfen, horrende Rechnungen zu vermeiden. Am bequemsten sind Roaming-Pakete der Betreiber, z. B. das „Roaming Plus World Pack“ von O2 für 14,99 Euro mit 2 GB Datenvolumen in rund 100 Ländern; die Deutsche Telekom bietet seit Februar 2026 in neuen Vertragstarifen jährlich 2 bis 50 GB Datenkontingent für Nicht-EU-Länder; Vodafone hat am 1. April 2026 die „Travel-World-Pakete“ eingeführt. Reise-eSIMs sind eine günstigere reine Datenlösung, Anbieter sind Airalo, Holafly, Yesim, Saily oder das deutsche Freenet Travel. Ein 7-Tage-Paket mit unbegrenztem Datenvolumen für die Türkei kostet ab etwa 19 Euro, 30 Tage knapp 47 Euro. Allerdings kann „unbegrenzt“ eine Drosselung bedeuten, z. B. bei Airalo mit voller Geschwindigkeit bis zu 3 GB pro Tag, danach Drosselung bis zum Reset um Mitternacht. Die meisten eSIM-Tarife bieten keine herkömmliche Telefonnummer. Der Kauf einer lokalen Prepaid-SIM-Karte eignet sich für längere Aufenthalte, jedoch ist zu beachten, dass in der Türkei bei längerer Nutzung eines in Deutschland gekauften Handys mit einer lokalen SIM-Karte die Geräte-IMEI nach einer bestimmten Frist gesperrt wird und die Entsperrung hohe Kosten verursacht.
Die Unterstützung der eSIM-Funktion variiert je nach Gerät. Alle iPhones ab dem iPhone XR und XS sowie die meisten High-End-Android-Modelle wie Samsung Galaxy und Google Pixel unterstützen eSIM, günstige Einsteigermodelle in der Regel nicht. Nutzer können ein bis zwei Tage vor Abflug ein Paket für das Zielland kaufen und das eSIM-Profil installieren, in den Einstellungen die eSIM für mobile Daten festlegen und gleichzeitig das Daten-Roaming der deutschen SIM-Karte deaktivieren. Nach der Landung kann ein Test des Ladens einer Webseite die Bereitschaft bestätigen. Zudem kann der Betreiber bei längerem Aufenthalt außerhalb der EU nach etwa vier Monaten kontinuierlicher Nutzung eines ausländischen Netzes einen Brief schicken oder einen Aufpreis erheben.
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