Schweizer Sun-Ways 18-Kilowatt-Schienen-Solar-Pilotprojekt in Betrieb genommen
2026-06-29 10:46
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de.wedoany.com-Bericht: Das Pilotprojekt des Schweizer Start-ups Sun-Ways, bei dem Solarmodule zwischen den Schienen einer aktiven Bahnstrecke verlegt wurden, ist in Betrieb genommen worden, um die Machbarkeit und Haltbarkeit der Photovoltaik-Stromerzeugung zwischen den Gleisen in einer realen Eisenbahnumgebung zu testen. Die Anlage sollte ursprünglich am 24. April 2025 in Betrieb gehen, wurde jedoch aufgrund von regulatorischen und technischen Verzögerungen erst später im Jahr 2025 in Betrieb genommen.

Repräsentatives Bild

Die Pilotanlage befindet sich auf der Bahnlinie 221 in der Nähe des Dorfes Buttes im Kanton Neuenburg, Schweiz, und wird von der Regionalbahn TransN betrieben. Auf einer Länge von 328 Fuß wurden zwischen den Gleisen 48 Solarmodule installiert, mit einer Gesamtleistung von 18 Kilowatt. Die erwartete jährliche Stromerzeugung beträgt etwa 16.000 Kilowattstunden, was dem Jahresverbrauch mehrerer europäischer Haushalte entspricht. Im Gegensatz zu früheren Experimenten, die nur auf gesperrten Gleisen oder in simulierten Szenarien stattfanden, wird dieses System erstmals auf einer tatsächlich betriebenen Eisenbahnstrecke getestet, wobei Züge täglich direkt über die Paneele fahren.

Das von Sun-Ways entwickelte System verwendet 2,2 Fuß breite Photovoltaikmodule, die flach in den Zwischenräumen zwischen den Schienen verlegt werden und hoch genug sind, um Züge passieren zu lassen. Das Unternehmen hat außerdem mit dem Schweizer Gleisbauunternehmen Scheuchzer zusammengearbeitet, um eine spezielle Installationsmaschine zu bauen, die die Paneele mit einem Kolbensystem verlegt. Scheuchzer gibt an, dass die Maschine letztendlich täglich bis zu 3.280 Quadratfuß verlegen kann. Da die Eisenbahninfrastruktur regelmäßig überprüft und gewartet werden muss, sind die Paneele so konzipiert, dass sie für Wartungsarbeiten entfernt und anschließend wieder eingebaut werden können.

Das Projekt stieß zuvor auf regulatorische Hürden. Das Schweizer Bundesamt für Verkehr lehnte den Antrag im Jahr 2023 mit der Begründung der Eisenbahnsicherheit und -wartung ab. Sun-Ways adressierte die Bedenken schrittweise, indem es einen Prototyp baute, unabhängige wissenschaftliche Studien in Auftrag gab und in Zusammenarbeit mit Geste Engineering eine spezielle Sicherheitsanalyse durchführte. Zu den spezifischen Problemen, die vom Internationalen Eisenbahnverband aufgeworfen wurden, gehörten Mikrorisse durch Vibrationen, ein erhöhtes Brandrisiko und mögliche Blendung, die Triebfahrzeugführer stören könnte. Sun-Ways begegnete diesen Problemen durch die Verwendung robusterer Plattenmaterialien, einer Anti-Glanz-Beschichtung und eingebauter Sensoren zur Echtzeitüberwachung des Plattenzustands. Ein vorgeschlagener Reinigungsansatz besteht darin, Bürsten an vorbeifahrenden Zügen zu installieren, die Staub und Metallspäne entfernen, wenn der Zug vorbeifährt. Ob diese Idee funktioniert, ist ebenfalls ein Aspekt, der im Pilotprojekt getestet werden soll.

Der Pilotversuch läuft bis April 2028. In dieser Zeit wird Sun-Ways die Vibrationsbeständigkeit, die Ansammlung von Staub und Metallpartikeln, Blendungseffekte, die Kompatibilität mit Signalsystemen und die Gesamtstromerzeugung untersuchen. Angesichts der wiederholten Druckwellen in der Eisenbahnumgebung, der Bewegung des Schotters und der horizontalen Ausrichtung der Paneele müssen reale Daten gesammelt werden, bevor eine großflächige Ausweitung in Betracht gezogen werden kann. Das internationale Interesse hat sich formalisiert: Die Innovationsabteilung der französischen Staatsbahn (SNCF) und ihre Eisenbahninfrastrukturmanagementgesellschaft SNCF Réseau haben Kooperationsvereinbarungen mit Sun-Ways unterzeichnet, um die Ergebnisse zu überwachen, einschließlich der Auswirkungen der Paneele auf Wartungspläne und die Verfügbarkeit der Infrastruktur. Sollte der Schweizer Pilotversuch erfolgreich sein, könnte Frankreich die Einführung dieser Lösung in Betracht ziehen.

Derzeit wird der im Pilotprojekt erzeugte Strom in das lokale Stromnetz eingespeist. Sun-Ways hat bereits einen langfristigen Weg skizziert: Stromversorgung von Weichen, Signalen und Bahnhöfen über das Niederspannungsnetz des Bahnbetreibers; Einspeisung in das nächstgelegene Verteilnetz; oder direkte Rückführung des Stroms in das die Züge versorgende Fahrleitungssystem. CEO Joseph Scuderi bezeichnet die letzte Option als das ultimative Ziel: Strom zwischen den Gleisen zu erzeugen und wieder in den Fahrstrom der Züge einzuspeisen, um eine nahezu 100-prozentige Selbstversorgung zu erreichen. Sun-Ways schätzt, dass die Ausrüstung aller rund 3.100 Meilen des Schweizer Schienennetzes jährlich etwa 1 Terawattstunde Strom erzeugen könnte, was etwa 2 % des nationalen Stromverbrauchs entspricht. Mitbegründer Baptiste Danichert hat erklärt, dass möglicherweise 50 % der weltweit 620.000 Meilen Eisenbahnstrecken letztendlich ausgerüstet werden könnten.

Schienen-Solaranlagen fallen in die Kategorie der Doppelnutzungsanlagen, die bestehende Infrastruktur nutzen, ohne zusätzliches Land für Solarparks zu benötigen, wodurch Landnutzungskonflikte und politische Hürden reduziert werden. Analystin Lubomira Jordanova wies auf LinkedIn auf diesen Vorteil hin. Das Pilotprojekt in Buttes wird in den nächsten drei Jahren durch Tests unter realen Bedingungen entscheidende Daten zur Machbarkeit der Schienen-Solartechnologie liefern. Positive Ergebnisse könnten die Diskussionen über eine Einführung in Frankreich beschleunigen und andere Länder dazu veranlassen, ihre eigenen Schienennetze zu prüfen.

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