USA erwägt 25% Zoll auf brasilianisches Roheisen – mögliche Auswirkungen auf eigene Stahlindustrie
2026-06-29 13:48
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de.wedoany.com-Bericht: Das Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) schlägt einen grundlegenden Zusatzzoll von 25% auf brasilianische Waren vor, der möglicherweise um einen weiteren Zusatzzoll von 12,5% ergänzt werden könnte. Dieser Schritt würde direkt die Rohstoffversorgung der US-Stahlproduzenten beeinträchtigen. Da Roheisen für die Stahlherstellung nicht von der Ausnahmeliste erfasst ist, könnte der Preisanstieg dieses importierten Rohstoffs die Produktionskosten der US-Stahlindustrie erhöhen und die Wirksamkeit der Trump-Regierung zur Unterstützung der heimischen Stahlindustrie untergraben.

Am 1. Juni schlug das USTR gemäß der Untersuchung nach Section 301 des Trade Act von 1974 einen Zusatzzoll von 25% auf brasilianische Waren vor, mit der Begründung, dass bestimmte brasilianische Maßnahmen den Marktzugang US-amerikanischer Unternehmen einschränken oder verzerren. Eine weitere Section-301-Untersuchung im Zusammenhang mit Zwangsarbeitsvorwürfen könnte einen zusätzlichen Zusatzzoll von 12,5% nach sich ziehen, der möglicherweise mit dem grundlegenden Satz von 25% kumuliert wird. Branchenvertreter warnen, dass dies den heimischen Stahlproduzenten schaden würde, da Brasilien der größte Lieferant von Roheisen für die Stahlherstellung in den USA ist.

Philip Bell, Präsident der Steel Manufacturers Association (SMA), erklärte, dass ein Zoll von 25% den heimischen Stahlproduzenten, die Rekordinvestitionen zur Effizienzsteigerung tätigen, einen nicht wettbewerbsfähigen Schaden zufügen würde. Er wies darauf hin, dass es in den USA praktisch keinen freien Markt für Roheisen gebe; die Produzenten verwendeten entweder vollständig Roheisen oder seien auf Importe angewiesen. Die SMA vertritt Lichtbogenofenhersteller, die über 70% der US-Stahlproduktion ausmachen und in der Regel eine Mischung aus Schrott und Roheisen als Hauptrohstoff verwenden.

Laut Daten von S&P Global Market Intelligence importierten die USA im Jahr 2025 3,3 Millionen Tonnen Roheisen aus Brasilien, was mehr als der Hälfte der gesamten Importmenge von 5,3 Millionen Tonnen entspricht. Marktteilnehmer schätzen, dass eine Erhöhung des Roheisenzolls die Stahlkosten steigern und möglicherweise die Wirkung früherer protektionistischer Maßnahmen zunichtemachen könnte. Im Juni 2025 führte die Trump-Regierung einen Stahlzoll von 50% ein, der bereits zu Preissteigerungen geführt hat: Laut Platts-Daten erreichte der TSI US Hot Rolled Coil EXW Indiana Index am 24. Juni 1.140 USD/Short Ton, ein Anstieg von 35,7% gegenüber 840 USD/Short Ton vor der Zolleinführung.

Eine endgültige Entscheidung über die neuen Zölle steht noch aus; das USTR befindet sich in der Phase der öffentlichen Konsultation und Anhörung. Internationale Handelsanwälte erklären, dass solche Untersuchungen in der Regel etwa ein Jahr dauern, die endgültigen Maßnahmen jedoch angepasst, ausgesetzt oder geändert werden könnten. US-amerikanische und brasilianische Beamte haben bereits Verhandlungen geführt, jedoch noch keinen Kompromiss erzielt. Vertreter der US-Stahlindustrie gehen davon aus, dass Roheisen möglicherweise von den neuen Zöllen ausgenommen wird, da es in ähnlichen Fällen zuvor bereits Ausnahmen gab.

Für Brasilien könnten die Folgen schwerwiegend sein. Im Jahr 2025 wurden etwa 83% (4,1 Millionen Tonnen) der brasilianischen Roheisenexporte in die USA verkauft, wobei die Hauptproduktion in der Region Sete Lagoas (Bundesstaat Minas Gerais) konzentriert ist. Laut Schätzungen internationaler Anwälte ist die Branche äußerst anfällig: Die Abhängigkeit von einem einzigen Markt erschwert eine schnelle Umstellung auf andere Lieferanten. Mögliche Folgen sind sinkende Gewinnmargen, Vertragsstornierungen und vorübergehende Produktionsstillstände, ähnlich der Situation bei der Diskussion über den 50%-Zoll im Jahr 2025. Brasilianische Produzenten hoffen erneut auf eine Ausnahme und suchen aktiv nach alternativen Märkten, darunter die EU und Italien, wo die CO2-Regulierung die Wettbewerbsfähigkeit des relativ kohlenstoffarmen brasilianischen Roheisens steigern könnte.

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