de.wedoany.com-Bericht: Die chinesische Zollbehörde veröffentlichte am 22. Juni Daten, wonach die Chip-Importe Chinas in den ersten fünf Monaten dieses Jahres im Jahresvergleich um 261 Milliarden Yuan zurückgingen, während die inländischen Einkäufe von Halbleiterfertigungsanlagen um 47 % zunahmen. Zwischen diesem Rückgang und Anstieg flossen rund 350 Milliarden Yuan bares Geld von ausländischen Lieferanten zu inländischen Produktionslinien, was eine deutliche Veränderung des Angebots- und Nachfragemusters der chinesischen Integrierten-Schaltkreis-Industrie widerspiegelt.
Im gleichen Zeitraum verzeichnete der Philadelphia Semiconductor Index in den USA starke Schwankungen, mit einem Tagesrückgang von zeitweise 10,26 %, dem stärksten Rückgang seit März 2020. Die gesamte Marktkapitalisierung des Sektors schrumpfte um über 1,2 Billionen US-Dollar. Bei den Einzelaktien verlor Nvidia an einem Tag über 300 Milliarden US-Dollar an Marktwert, Micron Technology fiel um 11 % mit einem Wertverlust von rund 127 Milliarden US-Dollar, Marvell Technology verlor über 16 %, Intel, SanDisk und Western Digital fielen um über 11 %, Qualcomm und AMD um fast 11 %.
Die Daten zeigen zudem, dass die Exporte chinesischer Integrierter Schaltkreise in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 103,5 Milliarden US-Dollar erreichten, ein Anstieg von 83,7 % im Jahresvergleich. Die Exportmenge stieg um 13,7 % auf rund 52,46 Milliarden Stück. Daraus ergibt sich ein Anstieg des durchschnittlichen Exportpreises für Chips um etwa 52 % im Jahresvergleich.

Auf industrieller Ebene hat China die Massenproduktion im 7-Nanometer-Verfahren erreicht, wobei die Ausbeute stetig steigt; Chips in ausgereiften Prozessen ab 28 Nanometern und darüber werden weitgehend im Inland hergestellt. Die Inlandsquote bei Halbleiterfertigungsanlagen stieg von 18 % auf über 30 %, und importierte Anlagen in inländischen Produktionslinien werden zunehmend durch heimische Ausrüstung ersetzt.
Analysten sind der Ansicht, dass die Verlagerung von Chip-Aufträgen ins Inland keine vorübergehende Risikoabsicherung ist, sondern einen geschlossenen Kreislauf von Design über Fertigung bis zur Anwendung bildet. Nachdem Endgerätehersteller auf inländische Chips umgestellt haben, steigen die Kosten für einen Wechsel zurück zu importierten Produkten, was einen Ökosystem-Bindungseffekt erzeugt.
Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass inländische Chips einen positiven Kreislauf aus stabiler Versorgung und Kostenkontrolle bilden: Auftragszuwächse treiben die Kapazitätserweiterung voran, senken die Kosten und fördern die technologische Reife, was die nächste Substitutionsrunde beschleunigt.









