Brasilianischer Digitalverband legt Präsidentschaftskandidaten Agenda vor und unterstützt Einrichtung eines Digitalisierungsministeriums
2026-07-01 13:48
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de.wedoany.com-Bericht: Der brasilianische Digitalverband Conexis Brasil Digital hat am Dienstag (30.) eine Reihe von Vorschlägen veröffentlicht, die den Präsidentschaftskandidaten der Republik vorgelegt werden sollen. Die in dem Dokument zusammengefassten Empfehlungen zielen darauf ab, Regulierungsreformen voranzutreiben, private Investitionen zu fördern und öffentliche Maßnahmen zur wirtschaftlichen Digitalisierung umzusetzen.

Conexis legt Präsidentschaftskandidaten digitale Agenda vor und fordert neues Regulierungsmodell; Präsidialamt Brasiliens

Der Vorschlag sieht zudem eine Erweiterung des Zuständigkeitsbereichs des Kommunikationsministeriums (Ministério das Comunicações) vor, damit es die Rolle eines Digitalisierungsministeriums (Ministério da Digitalização) übernimmt und als koordinierende Instanz für die digitale Agenda fungiert.

Der Verband erklärte, das Ziel sei es, durch eine umfassende strategische Agenda die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Brasilien Fortschritte im Bereich der Konnektivität in Produktivitätssteigerungen, Innovation und wirtschaftliche Entwicklung umwandeln kann.

„Die Telekommunikationsbranche fordert von der nächsten Regierung konzertierte Maßnahmen zur Förderung der Digitalisierung Brasiliens. Die Konsolidierung der digitalen Wirtschaft Brasiliens könnte dem BIP zwischen 700 Milliarden und 1,3 Billionen Real hinzufügen", so der Verband.

Der Plan basiert auf drei Säulen: Anreize für Investitionen; Förderung eines wettbewerbsfähigen digitalen Ökosystems; sowie Fokussierung auf Fachkräfteentwicklung und digitale Souveränität.

Zu den eingereichten Vorschlägen gehört die Forderung nach größerer Rechtssicherheit für Frequenzinvestitionen und -versteigerungen. Conexis weist darauf hin, dass Frequenzen als „strategische Ressource für eine langfristige Industriepolitik und nicht als kurzfristige taktische Ressource" betrachtet werden sollten.

Darüber hinaus wird in dem Vorschlag die Förderung der Infrastrukturfreigabe zwischen den Betreibern (RAN-Sharing) gefordert. Bei den Strommasten werden einheitliche Sharing-Regeln und eine Preisobergrenze für die Gebühren der Energieversorger verlangt.

Das Schreiben fordert zudem eine verstärkte Nutzung der Mittel des Fonds zur Universalisierung der Telekommunikationsdienste (Fust). Darüber hinaus möchte Conexis, dass Straftaten gegen Telekommunikationsnetze und -infrastruktur als „Straftaten gegen die Bürger" eingestuft werden.

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Das Dokument plädiert auch für die Gewährleistung von „Rechtssicherheit für freie Verhandlungen zwischen Betreibern und großen digitalen Plattformen, insbesondere angesichts des von diesen Plattformen erzeugten intensiven Datenverkehrs". Zudem werden Programme zur digitalen Alphabetisierung und der Abbau regulatorischer Asymmetrien zwischen Betreibern und großen digitalen Plattformen erwähnt.

„Telekommunikation ist nicht mehr nur eine Dienstleistung, sondern hat sich zu einer unverzichtbaren strategischen Infrastruktur in der modernen Gesellschaft gefestigt", heißt es in dem Schreiben. Der Verband plädiert zudem für ein abgestimmtes Vorgehen von Regierung und Privatsektor zur Förderung der nationalen Digitalisierung.

„4G deckt bereits 100 % der brasilianischen Städte ab, und fast alle Städte verfügen auch über Glasfaserinfrastruktur. Der Ausbau von 5G – der bereits rund 1.500 Städte erreicht hat – eröffnet eine neue Phase der Entwicklung", so das Dokument, das den Präsidentschaftskandidaten vorgelegt wird.

Conexis ist jedoch der Ansicht, dass „der Schritt zur ‚Digitalisierung Brasiliens' erfolgen muss" und plädiert dafür, diesen Prozess durch „geeignete öffentliche Maßnahmen und ein regulatorisches Umfeld zu ergänzen, das Investitionen und Innovation begünstigt".

Die erste Runde der Präsidentschaftswahlen 2026 ist für den 4. Oktober 2026 angesetzt. Bislang haben die Parteien 13 vorläufige Kandidaten bekannt gegeben, die endgültige Kandidatenliste wird jedoch im August festgelegt. Die Liste umfasst: Luiz Inácio Lula da Silva (PT), Flávio Bolsonaro (PL), Renan Santos (Missão), Ronaldo Caiado (PSD), Romeu Zema (Novo), Augusto Cury (Avante), Joaquim Barbosa (DC), Hertz Dias (PSTU), Samara Martins (UP), Cabo Daciolo (Mobiliza), Edmilson Costa (PCB), Heró Bezerra (PRTB), Rui Costa Pimenta (PCO).

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