695 Millionen Euro Investition in das SINES-Rechenzentrum in Portugal
2026-07-01 16:32
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de.wedoany.com-Bericht: Der SINES Data Campus ist ein Rechenzentrumsprojekt, das bis 2030 vollständig in Betrieb genommen werden soll und eine Rechenleistung von voraussichtlich über 1,2 GW bietet. Es zählt zu den größten Rechenzentren weltweit. Das Projekt wird von Start Campus (zuständig für Entwicklung, Betrieb und Verwaltung) gemeinsam mit Nscale und Microsoft betrieben. Die neu investierten 695 Millionen Euro (812,6 Millionen US-Dollar) haben das Projekt kürzlich erneut in den Fokus gerückt und zeigen der Rechenzentrumsbranche, wie Nachhaltigkeit in ressourcenintensiven Bereichen möglich ist.

Das Projekt befindet sich in Sines an der Alentejo-Küste Portugals. Start Campus wurde 2020 in Lissabon gegründet und entdeckte in der Stadt ein wiederverwendetes Industriegelände, das an ein kürzlich stillgelegtes Kohlekraftwerk der EDP (Portugiesische Elektrizitätsgesellschaft) angrenzt. Das vorhandene Meerwasser-Einlassbecken des Geländes und der direkte Anschluss an internationale Unterseeglasfaserkabel sind wichtige Faktoren für die Attraktivität des Standorts. Der Standort wurde im März 2021 von der portugiesischen Regierung als Projekt von nationalem Interesse eingestuft. Der Bau der ersten Phase begann im April 2022, und das erste Rechenzentrum des Campus, SIN01, ging Ende 2024 in Betrieb. Laut Daten von Eurostat stammten im selben Jahr 87,5 % des portugiesischen Stroms aus erneuerbaren Energien, was die Vision eines kohlenstoffarmen Rechenzentrums auf dem Campus realisierbar machte. Im Jahr 2025 erklärte Robert Dunn, CEO von Start Campus, dass das Unternehmen sich verpflichtet fühle, die Grundlage für die nächste Generation nachhaltiger, KI-orientierter digitaler Infrastruktur zu schaffen, und betonte, dass die großflächige, effiziente und intelligente Verwaltung von Strom entscheidend sei.

Die Besonderheit des SINES Data Campus liegt in seiner Wassernutzung. SIN01 ist das weltweit erste KI-Rechenzentrum, das Meerwasser als primäre Kühlmethode verwendet. Es entnimmt Wasser direkt aus dem Atlantik und gibt es mit einer Temperaturerhöhung von nur 1 Grad Celsius zurück. Die Anlage wurde auf dem Gelände des alten Kohlekraftwerks errichtet und nutzt direkt die vorhandene Rohrleitungsinfrastruktur. Diese Methode umgeht vollständig das Problem des hohen Süßwasserverbrauchs von Rechenzentren, der Bedenken hinsichtlich Wasserknappheit auslöst. Die Wasser-Nutzungseffizienz wird mit null bewertet, und der geplante PUE beträgt 1,1 – beides Branchenspitzenwerte.

Die Rechenzentrumsbranche steht vor der Frage der Ressourcenverbrauchs-Rechtfertigung. Laut UN-Daten verbrauchten Rechenzentren im vergangenen Jahr etwa 448 TWh Strom, ein Niveau, das alle Länder der Welt bis auf zehn übersteigt. Der SINES Data Campus gilt als Beispiel für nachhaltiges, emissionsarmes Rechnen. Josh Payne, CEO und Gründer von Nscale, erklärte, dass die Erweiterung in Sines eine der fortschrittlichsten Umgebungen Europas für hochdichte KI-Infrastruktur schaffe und gleichzeitig eine der größten KI-Infrastrukturinvestitionen in der Geschichte Portugals sowie eine der bedeutendsten in der EU sei. Robert Dunn, CEO von Start Campus, wies darauf hin, dass der Betrieb von SIN01 auf diese Weise eine tägliche Fokussierung auf die Umsetzung von Nachhaltigkeit erfordere.