de.wedoany.com-Bericht: Seit dem 30. Juni ist die U-Bahn-Linie 1 in Neapel flächendeckend mit 4G- und 5G-Netz versorgt, sodass Fahrgäste in Tunneln und unterirdischen Stationen durchgehend verbunden bleiben. Der Dienst wurde am selben Tag offiziell eingeweiht, gefeiert von Valerio Di Pietro, Stadtrat für digitale Transformation und Smart City der Stadt Neapel, mit einem Videoanruf an der Station Municipio.
Diese digitale Infrastruktur wurde von Cellnex gefördert, von der Stadt Neapel (Comune di Napoli) gesponsert und in Zusammenarbeit mit der Neapolitanischen Verkehrsgesellschaft (ANM, Azienda Napoletana Mobilità) realisiert. Das Projekt verbessert nicht nur die Signalabdeckung, sondern bietet auch eine technische Plattform für die zukünftige Entwicklung neuer Dienste in den Bereichen Mobilität, Sicherheit, Tourismus und intelligentes Stadtmanagement.

Stadtrat Di Pietro wies in seiner Vorführung darauf hin, dass die Inbetriebnahme des Dienstes einen Paradigmenwechsel markiere. Er erklärte, dass ein Videoanruf vor wenigen Tagen noch undenkbar gewesen sei; die nun auf den Bahnsteigen und in den Zügen der Linie 1 verfügbare Konnektivität sei sowohl für Freizeit, Arbeit und Tourismus als auch für Sicherheit und Notfälle von entscheidender Bedeutung. Federico Protto, Präsident und CEO von Cellnex Italia, betonte, dass der Wert des Projekts darin liege, die Technologie für die Nutzer „unsichtbar" zu machen. Er erläuterte, dass in der U-Bahn ein verteiltes Antennensystem (DAS, Distributed Antenna System) eingesetzt werde, ein multi-operatorfähiges, neutrales System, das allen Betreibern offen stehe und dessen visuelle Auswirkungen auf ein Minimum reduziert worden seien.
Protto erwähnte zudem, dass Neapel im Bereich der Digitalisierung an vorderster Front stehe, darunter Supercomputer, digitale Zwillinge und die erste intelligente Straße auf einer italienischen Autobahn; Cellnex werde als Nächstes die Linie 6 abdecken. Marco Bellezza, CEO von Eutalia und Vertreter des Ministeriums für digitale Transformation, erklärte, dass nach dem Ende des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR) eine neue Phase beginne; bereits über 9.000 Schulen seien angebunden worden, womit das Ziel übertroffen worden sei. Er wies darauf hin, dass die Daten der Europäischen Kommission einen positiven Trend der Digitalisierung in Italien in den letzten fünf Jahren zeigten.

Francesco Favo, Generaldirektor der Neapolitanischen Verkehrsgesellschaft (ANM), erklärte, dass die bereitgestellte Infrastruktur Vorteile bei der Sicherheitsüberwachung und der geografischen Ortung von Zügen biete, aber auch mehr Sicherheitsverantwortung mit sich bringe, wobei der Schwerpunkt auf Cybersicherheit liegen müsse. Serena Riccio, Leiterin des Bereichs Verkehrsinfrastruktur der ANM, blickte zurück, dass die Arbeiten 2019 begonnen hätten, komplex gewesen seien und nur begrenzte Zeitfenster zur Verfügung gestanden hätten, aber letztlich erfolgreich abgeschlossen worden seien; als Nächstes stehe die Linie 6 an. Edoardo Fusco, Leiter des Bereichs Verkehrsinfrastruktur der Stadt Neapel, erläuterte, dass die Stadt 14 Millionen Euro in die Digitalisierung investiert habe, alle Ampeln mit intelligenten Sensoren ausgestattet seien, als Nächstes 5G eingesetzt werde und in den Tunneln bereits Videoüberwachungssysteme installiert worden seien.
In der anschließenden Diskussion bekräftigten die Telekommunikationsbetreiber die Bedeutung gemeinsamer Infrastruktur und öffentlich-privater Partnerschaften. Luciano Ausiello, Director of Deployment & Maintenance Operations bei WindTre, erklärte, dass die Erfahrungen mit der U-Bahn-Linie 1 in Neapel belegten, dass die Zusammenarbeit zwischen Betreibern und Infrastrukturbetreibern eine notwendige Voraussetzung für die Beschleunigung der Konnektivitätsentwicklung sei. Domenico Ferro, Leiter von Architecture & Demand bei TIM, wies darauf hin, dass die Bürger Konnektivität als selbstverständlich ansähen und Infrastruktur benötigt werde, um die Dienstbereitstellung zu fördern. Massimiliano Gasparroni, CTSO von Fastweb + Vodafone, erklärte, dass Konnektivität die Entstehung neuer Lösungen fördere und erwähnte, dass man das America's-Cup-Projekt verfolge; als technischer Partner von Luna Rossa im 5G-Bereich werde man Werkzeuge für Leistungsanalyse und Echtzeitkommunikation bereitstellen.
Ersilia Manzo, CTO von iliad, vertrat die Ansicht, dass Konnektivität, sobald sie in die öffentliche Umgebung gelange, zu einem Grundrecht werde; die U-Bahn-Abdeckung sei eine gewonnene Wette, die institutionelle Koordination und Teamarbeit erfordere. Alessandro Prosdocimo, Commercial Director von Cellnex Italia, fasste zusammen, dass die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Verwaltung, Verkehrsbetreibern und Netzbetreibern der wahre Wert des Projekts sei; gemeinsame Infrastruktur könne Investitionen lenken, und er hoffe, das Modell der Mailänder U-Bahn in Neapel zu replizieren. Alfonso Pecoraro Scanio, Präsident der Stiftung UniVerde, wies darauf hin, dass digitale Infrastruktur Innovation, Nachhaltigkeit und die Qualität öffentlicher Dienstleistungen vereinen könne. Edoardo Cosenza, Stadtrat für Infrastruktur und Mobilität der Stadt Neapel, ordnete das Projekt in die städtische Entwicklungsstrategie ein und erklärte, dass die Linie 1 täglich 140.000 Fahrgäste befördere, jährlich 120.000 Autofahrten ersetze, die Fahrgastzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 23 % gestiegen seien und eine vollständige 5G-Abdeckung bis 2027 erwartet werde.









