de.wedoany.com-Bericht: Die LoRa Alliance hat bekannt gegeben, dass die weltweite installierte Basis von LoRaWAN-basierten IoT-Geräten 125 Millionen Einheiten erreicht hat und jährlich um 25 Millionen wächst. Im Vergleich dazu erscheint diese Zahl noch gering, wenn man bedenkt, dass allein der Betreiber Vodafone 240 Millionen IoT-Verbindungen besitzt. Allerdings ist CEO Alper Yegin der Ansicht, dass dieser Vergleich am Kern der Sache vorbeigeht: Das Wachstum von LoRaWAN wird durch schnell wachsende private Netzwerke, tiefere industrielle Integration und eine zentrale Rolle in der „physischen KI“-Wirtschaft vorangetrieben.

Yegin erklärte, dass die 240 Millionen Verbindungen von Vodafone hauptsächlich aus margenstarken Märkten wie vernetzten Autos, Geldautomaten, Point-of-Sale-Geräten und Backup-Leitungen für die Haussicherheit stammen, mit denen LoRaWAN nicht direkt konkurriert. LoRaWAN spielt eine komplementäre Rolle bei stromsparenden, kostengünstigen und schwer zugänglichen Anwendungen. Große Betreiber wie Swisscom, Orange, Verizon und AT&T setzen gleichzeitig auf beide Technologien. Die Allianz gab an, dass sich private Netzwerke in Unternehmen schneller ausbreiten als öffentliche Betreibernetze, was auf spezialisierte Lösungsanbieter in Bereichen wie Landwirtschaft und Campus-Sicherheit zurückzuführen ist. Die Allianz hat eine neue dreijährige Roadmap veröffentlicht, die darauf abzielt, die Technologieeinführung durch verstärkte industrielle Integration, Plug-and-Play-Verbesserungen sowie erweiterte Satelliten- und Roaming-Fähigkeiten zu beschleunigen.
Auf technischer Ebene umfassen die Kernarbeiten der Allianz die Zusammenarbeit mit der OPC Foundation zur Definition von Spezifikationen für OPC UA über LoRaWAN, um die Integration mit älteren Industriesystemen zu ermöglichen; im Bereich Wasser- und Stromzähler erfolgt die Integration über die DLMS- und OMS-Protokolle. Die Allianz arbeitet mit der IETF zusammen, um IPv6 an LoRaWAN anzupassen, und wird auch mit dem US-amerikanischen Wasserzählerprotokoll UI-1203 integriert. Gleichzeitig arbeitet die Allianz an Plug-and-Play-Verbesserungen wie „Zero-Touch“-Onboarding und Gerätemigration sowie an der Erweiterung von Satellitenverbindungen und Roaming-Fähigkeiten, um die Abdeckung zu vergrößern. Zu den Satellitennetzwerkpartnern gehören Lacuna, Plan-S, Kinéis und Fossa Systems. Bezüglich Community-Netzwerken bestätigte Yegin, dass das Consumer-MVNO-Geschäft von Helium an die US-amerikanische Noble Mobile verkauft wurde, die Kern-LoRaWAN-Infrastruktur und das HNT-Ökosystem jedoch bei Nova Labs verbleiben.
Yegin ist der Ansicht, dass künstliche Intelligenz ein wichtiger Katalysator für das Internet der Dinge ist. Die sogenannte „physische KI“ ist im Wesentlichen das Internet der Dinge: die Verbindung von Sensoren, Geräten und Maschinen mit KI-Systemen, die die physische Welt verstehen und darauf reagieren können. In Kombination mit dem offenen Ökosystem von LoRaWAN, der kostengünstigen Infrastruktur und dem breiten Anwendungsspektrum wird KI die nächste Wachstumsphase dieser Technologie und des IoT-Marktes vorantreiben. Er erwähnte, dass Vibrations- und Kamerasensoren von Unternehmen wie Advantech, Honeywell, Milesight, NKE Watteco und TE Connectivity bereits Daten am Geräte-Rand verarbeiten, während die Community der Allianz KI nutzt, um Datenströme zu optimieren und den Anwendungswert zu steigern.
Yegin betonte, dass der Vorteil von LoRaWAN gegenüber anderen Technologien im unlizenzierten Frequenzband im ausgereiften Entwickler-Ökosystem und der kritischen Masse liegt. Die Allianz hat von Anfang an eine vierphasige Bereitstellungsstrategie entwickelt: öffentliche Netzwerke, private Unternehmensnetzwerke, Community-Netzwerke (wie TTN und Helium) und Satellitennetzwerke, die derzeit alle wirksam sind. Dabei verzeichnen private Netzwerke das schnellste Wachstum, mit einem breiten Anwendungsspektrum und hoher Agilität des Ökosystems. Er nannte als Beispiele das neuseeländische Agrartechnologieunternehmen Halter und den nordamerikanischen Notfallknopf-Anbieter CENTEGIX, die ihre kommerziellen Anwendungen mit LoRaWAN schnell skalieren. Yegin ist der Ansicht, dass die Technologieentwicklung Zeit braucht und die KI-Geschichte die Wahrnehmung und Einführung dieser Technologie auf dem Markt beschleunigt.









