de.wedoany.com-Bericht: Das kroatische Projekt für Quantenkommunikations-infrastruktur (CroQCI) fand in Zagreb seine Abschlussveranstaltung und präsentierte die erzielten Ergebnisse, die die Grundlage für die Entwicklung eines fortschrittlichen sicheren Kommunikationsnetzes im Land legen. Das Projekt ist Teil der europäischen Initiative für Quantenkommunikationsinfrastruktur (EuroQCI) und zielt darauf ab, Kommunikationssysteme aufzubauen, die zukünftigen Bedrohungen durch Quantencomputer standhalten können. Im Rahmen der Umsetzung entwickelte und testete das Forschungsteam Schlüsselelemente eines Quantennetzes, darunter die nationale Infrastrukturarchitektur, terrestrische Glasfasernetze, fortschrittliche Schlüsselverwaltungsschemata sowie Verbindungstechnologien für zukünftige Weltraumkomponenten der Quantenkommunikation. Diese Ergebnisse schaffen die technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für die Integration Kroatiens in das europäische Sicherheitskommunikationssystem und die gleichberechtigte Teilnahme an der Entwicklung der nächsten Generation digitaler Netze.
Das Projekt hat erfolgreich ein funktionsfähiges Quantenkommunikationsnetz zwischen acht Standorten im Stadtgebiet von Zagreb aufgebaut und demonstrierte in einer realen Produktionsumgebung den technischen Ablauf von der Rechenzentrumsinfrastruktur bis zur Endnutzeranwendung. Der Projektleiter Bojan Schmidt, Leiter der Abteilung für Technologie- und Integrationsanwendungsdienste der Künstliche-Intelligenz-Abteilung des Kroatischen Akademischen und Forschungsnetzwerks (CARNET), erklärte, dass die Quantenkommunikation damit offiziell den reinen Laborforschungsbereich verlassen habe. Schmidt erläuterte, dass die Initiative interdisziplinäres Wissen aus den Bereichen Photonik, Quantenoptik, Telekommunikationsnetzmanagement, Kryptographie sowie Netzwerk- und Computersicherheit integriert habe, um Quantentechnologie als zusätzliche Schutzschicht in bestehende klassische Systeme einzubinden und so die Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe durch Quantencomputing zu erhöhen.

Der wissenschaftliche Teil des Projekts knüpft an frühere internationale Erfolge kroatischer Wissenschaftler an: 2019 beteiligten sie sich am Bau des weltweit ersten auf Quantenverschränkung basierenden Quantenkommunikationsnetzes in Bristol; 2021 realisierten sie während des G20-Gipfels die erste Quantenkommunikation zwischen Italien, Slowenien und Kroatien. Dr. Martin Lončarić, Physiker am Institut Ruđer Bošković und wissenschaftlicher Leiter des Projekts, wies darauf hin, dass diese gesammelten Erkenntnisse genutzt wurden, um ein eigenständiges kroatisches Quantenkommunikationssystem und das erste supersichere Kommunikationsnetz des Landes zu entwickeln, dessen Sicherheit direkt auf den Gesetzen der Quantenphysik beruht. Die Technologie zielt darauf ab, zentrale Sicherheitsherausforderungen der modernen digitalen Umgebung zu bewältigen, nämlich den langfristigen Schutz vertraulicher Daten, Kommunikationskanäle und nationaler kritischer Systeme, wenn traditionelle kryptografische Methoden angesichts fortschrittlicher Rechensysteme möglicherweise versagen.
Der Gesamtwert des CroQCI-Projekts beträgt 9,9 Millionen Euro, finanziert durch das europäische Programm „Digitales Europa", ergänzt durch nationale Kofinanzierung und offizielle Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Bildung und Jugend. Hauptträger und verantwortliche Stelle des Projekts ist das Kroatische Akademische und Forschungsnetzwerk (CARNET), während der wissenschaftliche Teil und die Aufsicht vom Institut Ruđer Bošković übernommen werden. Zu den Partnerinstitutionen gehören das Universitätsrechenzentrum Zagreb (Srce), das Physikalische Institut, die Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der Universität Zagreb, die Fakultät für Verkehrswissenschaften der Universität Zagreb, das Handelsunternehmen Odašiljači i veze d.o.o. sowie das Büro des Nationalen Sicherheitsrates. Die in Zagreb erzielten Ergebnisse und die aufgebaute Infrastruktur markieren nicht nur das Ende eines Forschungszyklus, sondern werden als strategische Investition in die langfristige digitale Resilienz und Unabhängigkeit Kroatiens betrachtet.










