de.wedoany.com-Bericht: Das von Sabesp betriebene Verbindungsprojekt Jaguari-Atibainha hat von der Nationalen Wasserbehörde (ANA) eine neue Genehmigung erhalten, um bis zu 268,28 Kubikhektometer Wasser in das Cantareira-System in São Paulo zu überleiten. Das Projekt nutzt einen 6,4 Kilometer langen Felstunnel und sechs Pumpen mit je 5000 PS, um Wasser aus dem Paraíba do Sul-Fluss über die Bergkette zum Cantareira-System zu transportieren.

Das als Jaguari-Atibainha-Verbindung bekannte Projekt wurde 2018 fertiggestellt, um der schweren Wasserkrise in der Region São Paulo in den Jahren 2014-2015 zu begegnen. Kern des Projekts ist ein 6,4 Kilometer langer, in den Fels gehauener Tunnel mit einer Höhe von etwa 5 Metern, einer Breite von etwa 4 Metern und einem Querschnitt von etwa 20 Quadratmetern. Neben dem Tunnel umfasst die Verbindung etwa 13,2 Kilometer Wasserleitungen, eine Pumpstation und ein Umspannwerk.
Das Pumpensystem ist entscheidend für die Überwindung des Höhenunterschieds. Das Projekt ist mit sechs Pumpen zu je 5000 PS ausgestattet, die eine Wassersäule von etwa 200 Metern überwinden müssen, um das Wasser den Hang hinaufzupumpen. Die Durchflussmenge variiert je nach Pumprichtung: In Richtung der Nachspeisung vom Jaguari-Stausee zum Atibainha-Stausee beträgt die maximale Durchflussmenge 8500 Liter pro Sekunde; in umgekehrter Richtung kann die maximale Durchflussmenge 12200 Liter pro Sekunde erreichen. Diese Konstruktion ermöglicht einen bidirektionalen Betrieb und eine flexible Steuerung der Verbindung.
Im Juni 2026 genehmigte die Nationale Wasserbehörde (ANA) die Erhöhung der maximalen jährlichen Wassermenge, die vom Jaguari-Wasserkraftwerk zum Atibainha-Stausee überführt werden darf, von 162 auf 268,28 Kubikhektometer, bei einer maximalen Entnahmerate von 8,5 Kubikmetern pro Sekunde. Die Genehmigung ist vorläufig und gilt bis Ende 2026. Sobald der nutzbare Speicherinhalt des Cantareira-Stausees wieder über 60 % liegt, wird die Nachspeisung automatisch ausgesetzt.
Hintergrund dieser Wasserüberleitung ist die Alarmbereitschaft des Cantareira-Systems aufgrund von Dürre, wodurch die Entnahmegrenzen für Sabesp gesenkt wurden. Der Paraíba do Sul-Fluss ist die Quelle der Überleitung; das Einzugsgebiet versorgt auch den Bundesstaat Rio de Janeiro. Daher erfolgt die Genehmigung unter der Bedingung, dass die Wasserversorgung von Rio de Janeiro sichergestellt ist, wobei der Mindestdurchfluss am Staudamm Santa Cecília und die Pumpen zum Guandu-Fluss erhalten bleiben. Die Verbindung trägt zur Versorgungssicherheit von etwa 39 Millionen Menschen in der Metropolregion São Paulo, Campinas, dem Paraíba-Tal und Rio de Janeiro bei.










