de.wedoany.com-Bericht: Der britische Entwickler nachhaltiger Kraftstoffe Lighthouse Green Fuels (LGF) hat das Front-End-Engineering-Design (FEED) für seine Anlage für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) in Teesside abgeschlossen. Die Planung wurde vom Anlagenbauunternehmen Worley durchgeführt.
Das Front-End-Engineering-Design ist ein entscheidender Schritt, um große Industrieprojekte von der Konzeptphase in die detaillierte technische Umsetzung zu überführen. Der Abschluss dieser Phase bedeutet, dass das Projekt über eine solide technische Grundlage verfügt. Das LGF-Projekt soll eine der weltweit größten SAF-Anlagen der zweiten Generation werden. Das FEED bestätigt die Machbarkeit der technischen Integration, der technischen Konfiguration und der Umsetzungsstrategie.

In der FEED-Phase entwickeln Ingenieure das ausgewählte Konzept zu einer baubaren und betriebsfähigen, ausgereiften technischen Planung weiter. Dabei werden alle Hauptkomponenten der Anlage analysiert, integriert und kalkuliert. Für das LGF-Projekt umfasst dies die Rohstoffaufbereitung, Vergasung, Fischer-Tropsch-Synthese, Versorgungstechnik, Lager-infrastruktur sowie die Integration mit der Kohlenstoffabscheidungs- und -speicherinfrastruktur. Daraus entsteht schließlich der technische Bauplan der Anlage.
Der Abschluss des FEED ermöglicht es dem Projektteam, die technische Synergie zu validieren und Beschaffungs- sowie Baupläne zu erstellen, um den Weg für die endgültige Investitionsentscheidung (FID) zu ebnen. Aus einer breiteren strategischen Perspektive betrachtet, deckt Großbritannien derzeit nur einen kleinen Teil seines Düsentreibstoffverbrauchs durch eigene Produktion ab und ist stark auf Importe angewiesen. Die jüngsten Unterbrechungen auf den globalen Energie- und Schifffahrtsmärkten haben die Anfälligkeit kritischer Kraftstofflieferketten offengelegt. Da die Luftfahrtindustrie auch in den kommenden Jahrzehnten auf flüssige Kraftstoffe angewiesen sein wird und Elektro- sowie Wasserstofftechnologien kurzfristig keine bedeutende Rolle im Langstreckenflugverkehr spielen können, wird die heimische SAF-Produktion zu einem entscheidenden Weg, um die Kraftstoffresilienz zu stärken.
Das LGF-Projekt befindet sich in Seal Sands, Teesside. Nach Fertigstellung soll es voraussichtlich jährlich 180 Millionen Liter nachhaltigen Flugkraftstoff und 30 Millionen Liter erneuerbares Naphtha aus nachhaltig beschafften Biomasse-Rohstoffen (einschließlich Forst- und Landwirtschaftsreststoffen) produzieren. Die Anlage nutzt den kommerziell erprobten Vergasungs-Fischer-Tropsch-Route und ist für die Integration mit der Kohlenstoffabscheidungs- und -speicherinfrastruktur in Teesside ausgelegt. Dadurch kann eine CO₂-negative SAF-Produktion erreicht werden, bei der die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg möglicherweise um mehr als 200 % im Vergleich zu herkömmlichem Düsentreibstoff reduziert werden.
Großbritannien hat mit dem SAF-Mandat (Verpflichtung zu nachhaltigen Flugkraftstoffen) Ziele zur Dekarbonisierung der Luftfahrt gesetzt. Der Abschluss des FEED bestätigt, dass LGF auf dem Weg zur Erreichung dieser Ziele voranschreitet. Das Projekt könnte die erste neu errichtete Raffinerie in Großbritannien seit den 1960er Jahren und eine der fortschrittlichsten SAF-Anlagen der zweiten Generation weltweit werden. Nachdem das Gelände in Seal Sands gesichert, die Integration der Kohlenstoffabscheidung vorangetrieben sowie Rohstoffvereinbarungen und SAF-Abnahmevereinbarungen getroffen wurden, befindet sich das LGF-Projekt nun in der vollständig technisch geplanten Phase und hat die Grundlage für die nächste Entwicklungsstufe gelegt.










