Brasilianische EPE identifiziert 8,8 GW potenzielle Rechenzentrumsprojekte im Bundesstaat São Paulo
2026-07-05 11:25
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de.wedoany.com-Bericht: Die neueste Kartierung der brasilianischen Energie-Forschungsgesellschaft (Empresa de Pesquisa Energética, EPE) zeigt, dass im Bundesstaat São Paulo potenzielle Rechenzentrumsprojekte mit einer Gesamtleistung von rund 8,8 GW identifiziert wurden, die sich hauptsächlich auf die Metropolregion São Paulo und die Region Campinas konzentrieren. Die staatliche Planungsbehörde wies auf einem Seminar darauf hin, dass die größte Herausforderung darin besteht, dass die Inbetriebnahmezeit dieser Projekte von 2 bis 4 Jahren nur schwer mit der Bauzeit von Übertragungsleitungen von 5 bis 8 Jahren in Einklang zu bringen ist.

Data Centers Terranova (Divulgação)

Die EPE gab bekannt, dass die bekannten Netzanschlussanträge bis 2038 ein potenzielles Gesamtbedarfsvolumen von rund 54 GW umfassen, was fast der Hälfte der derzeit beobachteten Spitzenlast des brasilianischen nationalen Stromnetzbetreibers (ONS) entspricht. Diese Lastprojekte zeichnen sich durch große Kapazitäten, regionale Konzentration und kurze Umsetzungszeiten aus und unterscheiden sich deutlich von der herkömmlichen Stromversorgung über Verteilnetze.

Daniel Souza, technischer Berater der EPE-Abteilung für Übertragungsregulierung (STE), erklärte, dass der Bundesstaat São Paulo aufgrund der gut ausgebauten Glasfaser-Infrastruktur und der geringen Latenzanforderungen digitaler Dienste seit langem ein beliebter Standort für große Rechenzentren sei. Die Projekte konzentrieren sich hauptsächlich auf die Metropolregion São Paulo und die Region Groß-Campinas, insbesondere auf den Stromknotenpunkt Bom Jardim. Er betonte, dass die Inbetriebnahmezeit der Projekte von 2 bis 4 Jahren weitaus kürzer sei als die von Übertragungsprojekten, und die Abstimmung der Zeitpläne das Kernproblem darstelle.

Angesichts des Übertragungsdrucks im Bundesstaat São Paulo schlug die EPE mehrere Lösungen vor: Verstärkung der 230-kV-Übertragungsleitung zwischen Cabreúva und Anhanguera, Erweiterung des Umspannwerks Bom Jardim sowie Einsatz von Lastflusssteuerungsgeräten zur schnellen Entlastung des Netzes. Im zentralen Bereich ist die Übertragungsleitung von Cabreúva nach Anhanguera (über Edgar de Souza) bereits ausgelastet. Zu den Alternativen gehören die Installation eines 500-MVA-Phasenschiebertransformators im Umspannwerk Anhanguera und der Bau einer 5 km langen unterirdischen Übertragungsleitung. Die entsprechenden Investitionen belaufen sich auf rund 308 Millionen Brasilianische Real.

In der Region Campinas wird für das Umspannwerk Bom Jardim in den Jahren 2027 und 2028 eine Überlastung erwartet. Die von der EPE vorgeschlagenen Maßnahmen umfassen die Erweiterung der Kapazität des 440/88-kV-Transformators von 900 MVA auf 1200 MVA sowie die Erweiterung der Kapazität des 440/138-kV-Transformators von 150 MVA auf 600 MVA. Darüber hinaus ist geplant, das Umspannwerk Fernando Dias zu verstärken und die Endgeräte der Leitung zwischen Ribeirão Preto und Santa Bárbara d’Oeste auszutauschen.

André Cassino, Energie-Forschungsanalyst der EPE-Umweltregulierungsbehörde (SMA), wies darauf hin, dass die räumlichen Einschränkungen im Stadtgebiet von São Paulo eine Herausforderung für die Übertragungsleitungsplanung darstellen. Eine Vor-Ort-Analyse habe dazu geführt, dass ein ursprünglich geplantes 345-kV-Leitungsprojekt nach Santo Ângelo aufgrund der Stadtausdehnung aufgegeben wurde. Für die unterirdische Übertragungsleitung Miguel Reali-Centro untersuchte das Team an zwei Tagen 26 Standorte und berücksichtigte dabei Störfaktoren wie Wasser-, Abwasser- und Gasnetze, um den optimalen Verlauf zu bestimmen. Mithilfe des räumlichen Modellierungssystems der EPE (SIMEP) wurde die Subjektivität bei der Trassen- und Standortwahl reduziert.

Das Seminar stellte auch einen Zusammenhang zwischen dem Ausbau der Übertragungsleitungen und der Nationalen Politik für den Zugang zum Übertragungssystem (Pnast, festgelegt durch das Dekret Nr. 12.772 vom Dezember 2025) her. Diese Politik definiert Zugangsfenster und Wettbewerbskriterien für Kapazitätsengpässe. In Gebieten mit begrenzter Kapazität ist das Zuschlagskriterium die höchste Prämie in Real pro Kilowatt, wobei finanzielle Sicherheiten für die Teilnahme und die Vertragserfüllung erforderlich sind. Die ONS öffnete am 1. Juni die Registrierung für das erste Zugangsfenster. Der Annahmeschluss für die Registrierung ist der 15. Juni, der Prüfschluss der 30. Juni. Die Betreiber müssen bis zum 31. August eine technische Stellungnahme zur Bekanntgabe der verbleibenden Kapazität veröffentlichen. Der Wettbewerbszeitraum ist vom 28. September bis zum 8. Oktober festgelegt.

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