de.wedoany.com-Bericht: Siemens hat die Künstliche Intelligenz (KI)-Orchestrierungsplattform Intelligence Center X für die Industrie vorgestellt. Die Plattform soll Unternehmen dabei helfen, isolierte KI-Projekte in skalierbare Anwendungen zu überführen und Mitarbeiter, intelligente Agenten, Daten und Prozesse in einer einheitlichen Umgebung zu integrieren.
Laut Siemens adressiert die neue Software die größte Herausforderung bei der Einführung von KI in Organisationen: die Schwierigkeit, Pilotprojekte auf einen großflächigen Betrieb auszuweiten. Datenfragmentierung, fehlende Governance und die Diskrepanz zwischen KI-Modellen und Geschäftsprozessen schränken weiterhin die Kapitalrendite vieler Unternehmen ein.
Intelligence Center X kombiniert die Low-Code-Entwicklungsplattform Mendix mit der Graph Studio- und AI Studio-Software aus dem Rapidminer-Portfolio. Dadurch können Unternehmen Unternehmensdaten, KI-Modelle und Arbeitsabläufe auf einer einheitlichen Plattform verbinden. So lassen sich intelligente Anwendungen entwickeln und bereitstellen, die nachvollziehbar, kontrollierbar und konform sind.
Tony Hemmelgarn, Präsident und CEO von Siemens Digital Industries Software, erklärte, dass Intelligence Center X Organisationen helfe, über die KI-Experimentierphase hinauszugehen und Intelligenz direkt in alltägliche Arbeitsabläufe zu integrieren – governancefähig, skalierbar und vertrauenswürdig.
Der brasilianische Flachglashersteller Vivix Vidros Planos nutzt die Plattform bereits und hat rund 30 auf Mendix basierende Anwendungen bereitgestellt. Diese dienen der Integration von Betriebstechnologie (OT) und Informationstechnologie (IT)-Daten und verbinden Systeme wie SAP S/4HANA, Siemens Industrial Edge und Snowflake. Laut Siemens konnte die Zeit zur Lösung von Produktionsproblemen um 85 % reduziert werden. Innerhalb eines Jahres wurden rund 6.000 Stunden manuelle Arbeit eingespart, und die Bearbeitungszeit für Kundenbeschwerden sank von fünf Tagen auf weniger als einen Tag. Das Unternehmen hat außerdem mit Intelligence Center X in Kombination mit Amazon Bedrock und dem Claude-Modell von Anthropic einen KI-basierten virtuellen Ingenieur entwickelt. Diese Lösung ist Teil der Strategie zur vollständigen Umsetzung digitaler Zwillinge. Aristóteles Terceiro Neto, Leiter der industriellen Transformation bei Vivix, erklärte, dass das Unternehmen mit diesem System für eine zukunftsfähige, von intelligenten Agenten gesteuerte Arbeitsweise gerüstet sei, bei der Menschen und KI enger und effizienter zusammenarbeiten. Laut ihm wurden bereits deutliche Erfolge erzielt, wie eine vierfache Beschleunigung von Qualitätsuntersuchungen und eine verbesserte Unterstützung von Entscheidungen in der Fertigung. Siemens stellte zudem den Fall des südafrikanischen Distributors Axiz vor, der die Plattform zur Automatisierung von Preisprozessen nutzt. Nach der Implementierung sank der manuelle Arbeitsaufwand um 95 %, und die Datenerfassungsgenauigkeit erreichte 100 %.
Intelligence Center X soll Informationen aus den Bereichen Engineering, Fertigung, Lieferkette und Service integrieren und eine gemeinsame intelligente Grundlage schaffen, auf der KI-Agenten operieren können. Als Teil des Siemens Xcelerator-Ökosystems ist die Plattform darauf ausgelegt, mit bestehenden Geschäfts- und Betriebssystemen zusammenzuarbeiten und so zuverlässige Daten in der gesamten Produktionskette zu nutzen. Die Lösung ist zudem mit Daten- und Cloud-Ökosystem-Partnern wie Snowflake integriert. Amy Kodl, Senior Vice President für globale Allianzen und Kanäle bei Snowflake, erklärte, dass Intelligence Center X die bereits auf der Plattform vorhandenen Funktionen wie Semantic Views und Cortex AI ergänze und die Nutzung vorhandener Unternehmensdaten der Kunden zur Beschleunigung KI-basierter Anwendungen ermögliche.
Laut Siemens kann Intelligence Center X in drei verschiedenen Formen bereitgestellt werden: integriert in die eigenen KI-Lösungen des Unternehmens zur Erweiterung der industriellen Lebenszyklus-Intelligenz; als eigenständige Plattform für anlagenintensive Organisationen, die Betriebstechnologie anderer Anbieter nutzen; oder als Unternehmensplattform für Bereiche wie Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Gesundheitswesen, Behörden und Einzelhandel zur Ausführung intelligenter Agenten mit Governance- und Rückverfolgbarkeitsfunktionen für kritische Anwendungen.










