de.wedoany.com-Bericht: Das estnische Unternehmen Kodasema hat ein modulares Mikrohaus namens KODA entwickelt, das fast vollständig in einer Fabrikumgebung vorgefertigt und als komplettes Modul zur Baustelle transportiert wird. Vor Ort müssen nur noch die endgültige Positionierung und der Anschluss an die Infrastruktur erfolgen, bevor es genutzt werden kann.

Traditionelle Bauprozesse umfassen in der Regel Fundamente, Mauerwerk, Betonaushärtung und Innenausbau vor Ort und sind anfällig für Störungen durch Wetterbedingungen und Nacharbeiten. Das KODA-Modell verlagert den Großteil der Arbeit in die kontrollierte Umgebung der Fabrik, um die Bauzeit zu verkürzen und den Einfluss unkontrollierbarer Faktoren zu reduzieren. Kodasema gibt an, dass die Vorbereitungsarbeiten vor Ort minimal sind und der Installationsprozess in der Regel nicht länger als einen Tag dauert, vorausgesetzt, die Baustelle ist für einen Kran zugänglich und die Infrastrukturanschlüsse entsprechen den örtlichen Anforderungen. In internationalen Berichten und Produktwerbungen wird die Montage- und Installationszeit mit etwa 7 Stunden angegeben, wobei die tatsächliche Dauer je nach Logistik und Standortbedingungen variiert.
KODA verwendet ein Verbundpaneelsystem mit einer Außenschicht aus Beton, einer Innenschicht aus Holz und einer dazwischenliegenden Dämmschicht, um die thermische Leistung zu optimieren und eine kontrollierte Fertigung in der Fabrik zu ermöglichen. Die großen Glaspaneele an der Vorderseite sind ein markantes Designmerkmal, das die natürliche Belichtung der kompakten Einheit verstärken soll, wobei die Glaseigenschaften auch als Teil der Gesamtenergieeffizienz betrachtet werden. Bei der Anlieferung auf der Baustelle enthält die Einheit in der Regel bereits Wände, Dach, Dämmung und Innenausstattung, sodass zeitaufwändige und laute Arbeiten des traditionellen Bauens vor Ort entfallen.
Das Mikrohaus kann für verschiedene Zwecke wie Wohnen, Arbeiten und Übernachten genutzt werden und integriert durch verschiedene Grundrissvarianten Wohnbereiche, Badezimmer und in einigen Versionen auch eine Zwischenebene. In Marketingmaterialien wird eine kompakte Version mit etwa 20 Quadratmetern erwähnt, sowie eine Version mit etwa 45,8 Quadratmetern. Kodasema betont, dass die Konfiguration je nach Verwendungszweck angepasst werden kann, beispielsweise als eigenständiges Büro, Hotelzimmer oder Nebengebäude, vorausgesetzt, die örtlichen Planungs- und Installationsanforderungen werden erfüllt.
KODA ist als umzugsfähige Einheit konzipiert, die unter Einhaltung der örtlichen Vorschriften durch Transport, Kranhub und erneuten Anschluss an einen anderen Standort verlegt werden kann. Diese Eigenschaft macht es für temporäre oder saisonale Nutzungen geeignet. Die Projektbeschreibung weist darauf hin, dass die Einheit in dem Sinne als selbsttragende Struktur betrachtet werden kann, dass sie „nicht auf tiefe Fundamente angewiesen ist", jedoch muss der Untergrund vorbereitet sein, und die Netzanschlüsse müssen den technischen und sicherheitstechnischen Normen entsprechen. Ein Umzug erfordert die Planung der Route, die Einholung von Genehmigungen und die Bereitstellung eines für den Standort geeigneten Krans.

Die Fertigung in der Fabrik folgt dem Trend der Industrialisierung des Bauens und wird als wirksames Mittel zur Reduzierung von Abfall, Steigerung der Standardisierung und Parallelisierung von Arbeitsabläufen angesehen, um die Bauzeit zu verkürzen. Solche Lösungen preisen oft die Vorhersagbarkeit als Verkaufsargument an: Die Produktion in einer kontrollierten Umgebung hilft, Bauschwankungen zu reduzieren, während die Arbeiten vor Ort kürzer sind und stärker von einer korrekten Standortvorbereitung abhängen. Gleichzeitig stellen kompakte Designs höhere Anforderungen an Dämmung, Luftdichtheit und Belüftung.
Die Installation dieser Lösung unterliegt weiterhin den kommunalen Bauvorschriften, Bebauungsplänen, Genehmigungen und Anschlussnormen, die je nach Land variieren und die Anwendung in bestimmten Gebieten einschränken können. Darüber hinaus sind vorbereitende Schritte wie Geländenivellierung, Fundamentvorbereitung, Planung von Transport- und Kranzugangswegen nach wie vor unerlässlich, insbesondere in dicht besiedelten, engen städtischen Gebieten.

Das Projekt hat in internationalen Architektur- und Designkreisen Bekanntheit erlangt und wurde bei estnischen Veranstaltungen präsentiert, darunter seine Erstvorstellung auf der Tallinner Architekturbiennale.











