de.wedoany.com-Bericht: Der brasilianische Verband der Internet-Infrastruktur- und Cloud-Diensteanbieter (AbraCloud) hat einen Agenda-Vorschlag veröffentlicht, der darauf abzielt, eine Industriepolitik für den Bereich Cloud-Computing und digitale Infrastruktur zu entwickeln. Das Dokument bündelt Vorschläge zu staatlicher Beschaffung von Cloud-Diensten, Anreizen für Rechenzentrumsinfrastruktur, Steuern, Innovation und Fachkräfteausbildung. Es soll zu einer nationalen Strategie beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche und die digitale Souveränität stärkt – insbesondere im Hinblick auf die Verarbeitung und Speicherung von Daten brasilianischer Bürger, wenn diese im Ausland oder auf Cloud-Plattformen mit ausländischer Technologie gespeichert werden.

Zu den empfohlenen Maßnahmen schlägt AbraCloud vor, dass die Regierung bei der Beschaffung von Cloud-Computing-Diensten bestimmte Kriterien anwendet. Die öffentliche Beschaffung sollte berücksichtigen, ob der Anbieter die Souveränität bei der Datenformatierung, -speicherung, -verarbeitung, -übertragung und -inferenz gewährleistet. Der Verband plädiert zudem für die Bewertung des Einsatzes nicht-proprietärer (oder Open-Source-)Technologien zur Sicherung der digitalen Souveränität auf nationaler Ebene sowie des geografischen Standorts der Rechenzentren. AbraCloud erklärt, dass die aktuelle und die nächste Regierung den Dialog mit Unternehmen und der Zivilgesellschaft zu dieser Agenda priorisieren sollten.
In dem Dokument weist der Verband darauf hin, dass ein Großteil der brasilianischen Regierungs-, Unternehmens- und persönlichen Daten in Rechenzentren im Ausland gehostet wird, häufig unter Verwendung proprietärer Technologien. Laut AbraCloud kann diese Situation zu technologischen Abhängigkeiten sowie zu Risiken im Zusammenhang mit Lock-in-Effekten, Informationssicherheit und Datenhoheit führen. Das schwerwiegendste Risiko besteht darin, dass externe Entscheidungen (wie die Sperrung oder Abschaltung von Systemen) zu Unterbrechungen von Diensten für brasilianische Bürger oder zu Datenlecks führen könnten, was grundlegende staatliche Dienste gefährden würde.
Die Agenda schlägt außerdem eine Industriepolitik für Internet- und Cloud-Infrastruktur vor, die steuerliche, regulatorische und Innovationsanreize umfasst. Diese Politik sollte die Entwicklung von Open-Source-Technologien, die nationale Rechenzentrumsinfrastruktur, die Stärkung lokaler brasilianischer Anbieter und den Einsatz von Open-Source-Lösungen priorisieren. Der Verband plädiert zudem dafür, bei Diskussionen über die Steuerreform und das Künstliche-Intelligenz-Gesetz (PL da IA) die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der digitalen Infrastrukturbranche zu berücksichtigen. Laut dem Dokument könnte eine Senkung der Steuerlast für Cloud-Dienste und digitale Infrastruktur das Land für Investitionen attraktiver machen und Innovationen anregen.
Ein weiterer Vorschlag ist die Ausweitung öffentlicher Politiken zur Ausbildung von IT-Fachkräften. Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören technische Schulungsprogramme, die Ausweitung des Angebots an Universitäts- und Technikkursen sowie die Zusammenarbeit mit bereits in diesem Bereich tätigen Forschungszentren. Laut Roberto Bertó, Präsident von AbraCloud, plädiert der Verband dafür, dass die aktuelle und die nächste Regierung die Entwicklung öffentlicher Politiken priorisieren, die Anreize, Ausbildung, Innovation und Regulierung umfassen – was für die technologische Zukunft Brasiliens und sogar für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von entscheidender Bedeutung ist. Bertó fügte hinzu, dass Fortschritte offensichtlich notwendig seien und der Dialog zwischen Regierung, Produktionssektor und Zivilgesellschaft freundschaftlich, kontinuierlich und nachhaltig sein müsse; die Entwicklung einer Strategie für die kommenden Jahre sei von entscheidender Bedeutung.










