de.wedoany.com-Bericht: Die brasilianische Stadt Belo Horizonte hat offiziell das Programm „Lebendige Stadt Belo Horizonte“ gestartet, das darauf abzielt, Überschwemmungen zu reduzieren, den Wärmeinseleffekt zu mildern und Grünflächen wiederherzustellen – durch naturbasierte Lösungen. Die Stadtverwaltung gab diese Initiative am Dienstag (7.) bekannt, deren Kernstück der Bau eines über 350.000 Quadratmeter großen Auen-Agrarforstparks im Stadtteil Venda Nova ist.
Laut Rathaus wird der Park für den Anbau von Gemüsegärten, Obstbäumen und anderen Agrarforstarten genutzt, deren Produkte von den Anwohnern verkauft werden können – eine Verbindung von Umweltschutz, Ernährungssicherheit und lokaler Entwicklung. Das Programm plant zudem fast 13 Kilometer lange grüne Routen, die entlang der Wege mehr Bäume und Schattenplätze schaffen und so hochwertige Räume für Menschen bieten, die zwischen Zuhause, Schule und öffentlichen Einrichtungen unterwegs sind. Vier öffentliche Einrichtungen, darunter zwei städtische Grundschulen, eine städtische Kindertagesstätte und das soziale Referenzzentrum Lagoa, werden ihre Innenhöfe entsiegeln und in Grünflächen mit Gärten, begrünten Dächern und Regenwassersammelsystemen umwandeln.
Die Stadtverwaltung gab an, dass insgesamt über 37.000 Quadratmeter solcher Strukturen gebaut werden, die Regenwasser speichern und dessen Versickerung im Boden fördern, wodurch Überschwemmungen reduziert und hohe Temperaturen gemildert werden. In der Ankündigung des Rathauses heißt es, diese Maßnahmen würden die Räume kühler, widerstandsfähiger und besser auf Hitzewellen vorbereitet machen. Das Programm sieht auch den Bau von zwei wasserspeichernden Fußballfeldern vor, die Regenwasser aufnehmen und den Oberflächenabfluss verringern sollen.
Bürgermeister Álvaro Damião erklärte, der Start des Projekts sei ein wichtiger Tag für die Stadt, und das Programm sei genau dafür geschaffen worden, den Beton in Belo Horizonte zu entfernen. An der Auftaktveranstaltung nahmen auch der städtische Sekretär für Stadtpolitik, Leonardo Castro, sowie Vertreter internationaler Partner teil, darunter Ingrid Simon, Co-Direktorin der C40 Cities Finance Facility, die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, das britische Konsulat, das deutsche Honorarkonsulat in Belo Horizonte sowie brasilianische und internationale Beamte. Während der Veranstaltung wurden die Dekrete zur Einrichtung des Programms und zur Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen der Stadtverwaltung und der Cities Finance Facility unterzeichnet. Laut Rathaus hat diese internationale Zusammenarbeit bereits Spenden in Höhe von über 15 Millionen Reais gesichert, die für die Erstellung von Studien, Forschungsarbeiten und Modellen zur Umsetzung des Programms verwendet werden.
Die städtische Schule Moacyr Andrade in der Gemeinde Vila Santa Branca in Venda Nova wird den ersten Regenwassergarten erhalten, der im Rahmen des Programms gebaut wird. Diese Struktur, die in Zusammenarbeit von Schülern, Forschern und Technikern der Stadtverwaltung entwickelt wurde, ist die erste physische Lieferung des Programms. Regenwassergärten sind naturbasierte Lösungen, die Regenwasser sammeln, speichern und direkt im Boden versickern lassen. Sie tragen zur Reduzierung von Überschwemmungen bei, wirken gleichzeitig als natürlicher Filter, verbessern die Wasserqualität, verringern den Wärmeinseleffekt, erweitern Grünflächen und fördern die städtische Biodiversität. Das Programm plant außerdem den Bau von ökologischen Korridoren, Auenparks, nachhaltigen Entwässerungssystemen, Radwegen, Regenwassersammeleinrichtungen an Schulen und medizinischen Einrichtungen, die Wiederherstellung von Quellen sowie die Umwandlung von Schulhöfen in Grünflächen entlang der im „Masterplan“ ausgewiesenen grünen Verbindungsstraßen. Zudem wurde ein partizipatives Governance-Modell etabliert, das Anwohner, Schulen, Universitäten und Partnerorganisationen einbezieht.










