de.wedoany.com-Bericht: Die argentinische Regierung gab am Dienstag bekannt, dass auf dem Gelände des Kernkraftwerks Atucha nördlich der Hauptstadt Buenos Aires ein 300-Megawatt-Modul-Kernreaktor gebaut wird. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von 1,2 Milliarden US-Dollar, das vollständig aus privaten Mitteln stammt.
Der argentinische Präsident Javier Milei betonte, dass dies der erste vollständig privat finanzierte Kernreaktor sei, der voraussichtlich 2.000 Arbeitsplätze schaffen werde. Der Präsidentensprecher Adrián Raviel erklärte auf einer Pressekonferenz, dass das Unternehmen Mettner Energy, das sich aus US-amerikanischem und argentinischem Kapital zusammensetzt, für die Investition und den Bau des Projekts verantwortlich sei.
Diese Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nationale Atomenergiekommission (CNEA) aufgrund von Entlassungen in soziale Konflikte geraten ist. Vor einer Woche entließ CNEA-Präsident Martín Polo 61 Mitarbeiter, die hauptsächlich in der Verwaltung tätig waren, was zu Protesten vor der Einrichtung führte. Nach Angaben der Nationalen Arbeitergewerkschaft (ATE) wurden in letzter Zeit etwa 100 der rund 3.000 CNEA-Mitarbeiter entlassen, zwei weitere haben gekündigt.
Diese Entlassungen sind Teil der Sparmaßnahmen der Regierung Milei in mehreren Bereichen, einschließlich der Kernenergie. Laut offiziellen Daten, die von der argentinischen Medienplattform Chequeado zitiert werden, wurde das Budget der CNEA seit Mileis Amtsantritt im Jahr 2023 um 58 % gekürzt.
Argentinien verfügt derzeit über drei in Betrieb befindliche Kernkraftwerke: Atucha I, Atucha II und Embalse, die etwa 8 % der Stromerzeugung des Landes ausmachen. In Lateinamerika verfügen nur Brasilien und Mexiko ebenfalls über Kernenergietechnologie.










