de.wedoany.com-Bericht: Nach Angaben des portugiesischen nationalen Stromnetzbetreibers REN vom 2. Juli 2026 erreichte der Stromverbrauch Portugals im ersten Halbjahr 2026 27.200 Gigawattstunden (GWh), ein Anstieg von 3,5 % im Vergleich zum Vorjahr, und stellte damit einen neuen Rekord für diesen Zeitraum in der Geschichte des Landes dar. Diese Zahl liegt rund 900 GWh über dem bisherigen Rekord aus dem ersten Halbjahr 2025. Nach Bereinigung um Temperatur- und Arbeitstagseffekte betrug das tatsächliche Wachstum 3,3 %.
Im Monat Juni setzte sich der Anstieg des Stromverbrauchs fort, mit einem Plus von 3,0 % im Vergleich zum Vorjahresmonat (nach Bereinigung um Temperatur- und Kalendertageffekte: 2,5 %). Hitzewellen waren einer der wesentlichen Faktoren für den Verbrauchsanstieg. Am 2. Juli um 20:00 Uhr erreichte die momentane Stromnachfrage 8.493 Megawatt (MW) und übertraf damit den bisherigen Spitzenwert von 7.918 MW vom 30. Juni 2025. Am 3. Juli stieg der tägliche Stromverbrauch weiter auf 171,1 GWh und brach damit den sommerlichen Tagesrekord von 163,4 GWh vom 13. Juli 2022.

Erneuerbare Energien dominierten den Strommix. Im ersten Halbjahr deckten erneuerbare Energien 71 % des Stromverbrauchs, davon Wasserkraft 29 %, Windkraft 26 %, Photovoltaik 11 % und Biomasse 5 %. Die Stromerzeugung aus Erdgas deckte 14 % des Verbrauchs, die restlichen 15 % stammten aus Importen. Am 29. Juni erreichte die Photovoltaik-Stromerzeugung mit rund 3.800 MW einen historischen Höchstwert bei der momentanen Spitzenleistung.
Der portugiesische nationale Stromnetzbetreiber REN (Redes Energéticas Nacionais) ist der Hauptbetreiber des portugiesischen Strom- und Erdgasübertragungssystems und für den Betrieb und die Verwaltung des nationalen Stromnetzes sowie der Hochspannungsleitungen verantwortlich. Die portugiesische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass erneuerbare Energien bis Ende 2026 80 % und bis 2030 85 % der Stromerzeugung ausmachen sollen. Der Anteil erneuerbarer Energien am Verbrauch von 71 % im ersten Halbjahr zeigt, dass das Land bei der Energiewende kontinuierlich voranschreitet. Allerdings stellt die Tendenz zur Angleichung der sommerlichen Verbrauchsspitzen an das winterliche Spitzenniveau neue Herausforderungen an die Spitzenlastregelung des Stromnetzes.










