de.wedoany.com-Bericht: Das brasilianische Ministerium für Bergbau und Energie (MME) hat offiziell den „Nationalen Bergbauplan 2050“ (PNM 2050) genehmigt, der einen langfristigen strategischen Rahmen für die Entwicklung des Bergbausektors des Landes in den nächsten 25 Jahren festlegt. Gleichzeitig wurde ein Referenzrahmen für bewährte Praktiken im nachhaltigen Bergbau veröffentlicht, der darauf abzielt, die Branche zur Übernahme von Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards (ESG) zu führen, menschenwürdige Arbeit zu fördern und die soziale und ökologische Governance von Bergbauaktivitäten zu stärken.
Diese beiden Maßnahmen wurden durch die Dekrete Nr. 924 und Nr. 925 in einer Sonderausgabe des „Amtsblatts der Union“ veröffentlicht. Der Planungszeitraum des PNM 2050 erstreckt sich von 2026 bis 2050 und wird zum wichtigsten strategischen Planungsinstrument im brasilianischen Bergbausektor. Das Ministerium erklärte, dass dieser Plan die Grundlage für die Entwicklung öffentlicher Politiken in Bereichen wie nachhaltige Bergbauentwicklung, Wertsteigerung von Bodenschätzen, Versorgungssicherheit, technologische Innovation, Energiewende, Ernährungssicherheit, ökologische Nachhaltigkeit und regionale Entwicklung bilden wird.
Das Dekret etabliert zudem einen langfristigen Governance-Mechanismus. Gemäß den Bestimmungen wird der Plan alle fünf Jahre überarbeitet, um Szenarien, Ziele, Herausforderungen und Leitlinien zu aktualisieren, wobei stets ein 25-Jahres-Horizont beibehalten wird. Als Übergangsregelung muss die erste Überarbeitung bis Ende 2029 abgeschlossen sein. Die Koordinierung obliegt dem Sekretariat für Geologie, Bergbau und Mineralverarbeitung, wobei der Brasilianische Geologische Dienst, die Nationale Bergbaubehörde sowie andere öffentliche oder private Einrichtungen technische Unterstützung leisten. Das Dokument weist ferner darauf hin, dass zukünftige Überarbeitungsprozesse Mechanismen der gesellschaftlichen Beteiligung wie öffentliche Konsultationen und Dialoge mit Unternehmen und der Wissenschaft umfassen sollten.
Zur effektiven Nachverfolgung hat das MME außerdem den „Ziel- und Aktionsplan“ erstellt. Dieses Dokument bündelt die im PNM festgelegten politischen Ziele, Indikatoren, Durchführungsorgane, Zeitpläne und Überwachungsmechanismen. Jeder Ziel- und Aktionsplan hat eine Gültigkeitsdauer von vier Jahren, synchronisiert mit dem Zyklus des „Mehrjährigen Plans“, und wird alle zwei Jahre überarbeitet, um Ziele und Maßnahmen zu aktualisieren. Nach Ablauf jedes Zyklus muss ein neuer Plan erstellt werden. Als Übergangsregelung gilt der erste Ziel- und Aktionsplan nur bis Dezember 2027 und muss innerhalb von 180 Tagen nach Veröffentlichung des Dekrets bekannt gegeben werden.
Im Bereich des nachhaltigen Bergbaus hat das MME die „Grundlegende Referenz für nachhaltigen Bergbau in Brasilien“ veröffentlicht. Dieses Dokument ist ein Leitfaden und stellt keine verbindliche Verpflichtung für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen dar. Sein Ziel ist es, der Branche zu helfen, Praktiken in den Bereichen Nachhaltigkeit, Unternehmensführung, Arbeitsschutz und Gesundheit sowie Achtung der Menschenrechte in den täglichen Betrieb zu integrieren. Das Dokument zielt darauf ab, die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 in die Bergbaupolitik einzubeziehen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen zur Übernahme von ESG-Standards zu ermutigen, gute Governance zu fördern, Arbeitsschutz und Gesundheit zu stärken, soziale Risiken und Auswirkungen zu verringern und einen gerechten Übergang der Bergbauaktivitäten zu unterstützen. Darüber hinaus soll das Dokument Unternehmen durch mehr Transparenz und ein verbessertes Management sozialer und ökologischer Risiken den Zugang zu nachhaltiger Finanzierung erleichtern.
Diese Leitlinien richten sich an Bergbauunternehmen, Genossenschaften, legalisierte Bergleute, öffentliche Verwalter der drei Regierungsebenen, Organisationen der Zivilgesellschaft, Branchenverbände und Forschungseinrichtungen. Das Sekretariat für Geologie, Bergbau und Mineralverarbeitung ist für die Koordinierung, Aktualisierung und Nachverfolgung des Dokuments zuständig und kann mit anderen öffentlichen Einrichtungen, internationalen Organisationen und akademischen Institutionen zusammenarbeiten. Das Sekretariat wird auch entsprechende Schulungen fördern und Indikatoren entwickeln, um die Fortschritte bei der Nachhaltigkeit und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bergbausektor zu überwachen. Das Dokument legt fest, dass der Referenzrahmen regelmäßig an die Entwicklung bewährter Praktiken im In- und Ausland angepasst wird.










