Chinesische Autohersteller führen Schlaffunktion ein – Unfallrisiko bei Zero-Gravity-Sitzen um das 5,2-fache erhöht
2026-07-09 13:47
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de.wedoany.com-Bericht: Die „Schlaffunktion“ von Elektrofahrzeugen entwickelt sich zu einem neuen Konsumtrend, doch die damit verbundenen Sicherheitsrisiken rücken zunehmend in den Fokus der Branche.

In diesem Sommer stiegen die Temperaturen in Teilen Europas auf über 40 Grad Celsius, was zu einem Ansturm auf Klimaanlagen führte. Einige Verbraucher leiten die Kühlluft aus Fahrzeugen über Schläuche in ihre Wohnungen, während andere Familien mit dem Auto ausfahren und die Klimaanlage über Nacht laufen lassen. Die extreme Hitze hat diese Notlösung weit verbreitet.

In der Ära der Verbrennerfahrzeuge barg längerer Aufenthalt im Fahrzeug Sicherheitsrisiken. Bei laufendem Motor im Leerlauf und eingeschalteter Klimaanlage steigt die Kohlenmonoxidkonzentration im Fahrzeug kontinuierlich an, was zu Bewusstlosigkeit führen kann. Mit dem Aufkommen von Elektrofahrzeugen, die kein Leerlaufrisiko haben, wird „ein Nickerchen im Auto“ zu einer praktikablen Option. Ausstattungen wie Zero-Gravity-Sitze, Massagefunktionen und Sichtschutzglas verwandeln den Fahrzeuginnenraum in einen Ruheraum.

Laut einer Umfrage von Autohome liegt der Anteil der unter 30-Jährigen, die „Ruhepausen im Auto“ bevorzugen, um 7 Prozentpunkte unter dem Gesamtdurchschnitt. Ihr Interesse an KI-Sprachassistenten und intelligenter interaktiver Lichtsignalisierung ist jedoch um 17 bzw. 27 Prozentpunkte höher als der Gesamtdurchschnitt. Dies deutet darauf hin, dass jüngere Nutzer mehr Wert auf intelligente Interaktionserlebnisse legen als auf reine Ruhefunktionen.

Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, haben mehrere Autohersteller Lösungen für Ruhepausen im Fahrzeug entwickelt. Modelle wie der Zeekr MIX und der Xpeng G9 bieten eine ebene Fläche von 2 Metern Länge und 1,35 Metern Breite. Der Qijing GX7 kann die Sitze in 20 Sekunden zu einem Bett umklappen, der LeDao L80 bietet ein 2,2 Meter langes Bett, und der Leapmotor C16 ermöglicht durch absenkbare Sitzpolster ein flaches Liegen. Diese Designs konzentrieren sich auf Raumnutzung und mechanische Innovation – Bereiche, die mit herkömmlichen Verbrennerfahrzeugen schwer zu realisieren sind.

KPMG prognostiziert, dass der Markt für intelligente Fahrzeugcockpits in China bis 2026 ein Volumen von 212,7 Milliarden Yuan erreichen wird, mit einer fünfjährigen durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von über 17 %. Der „Global Automotive Consumer Study Report 2026“ zeigt, dass die Zustimmung chinesischer Nutzer zu „Lebensstilerlebnissen“ bei 34 % liegt, deutlich höher als in Deutschland (14 %), den USA (26 %) und Großbritannien (22 %).

Allerdings bringen Komfortfunktionen wie Zero-Gravity-Sitze auch neue Sicherheitsprobleme mit sich. Testergebnisse der Chinesischen Akademie für Automobiltechnik zeigen, dass bei einem Frontaltest mit 56 km/h das Risiko schwerer Verletzungen in der Zero-Gravity-Position um das 4,4-fache und das Risiko tödlicher Verletzungen um das 5,2-fache steigt. Der Grund liegt darin, dass bestehende Sicherheitsgurte für die Standard-Sitzposition ausgelegt sind und in der Liegeposition ihre wirksame Rückhaltefunktion verlieren können.

Um dieses Problem anzugehen, verlangt der neue nationale Standard des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie, dass der Rumpfwinkel des Fahrersitzes 35 Grad nicht überschreitet, und schränkt den Sitzwinkel für Nicht-Fahrerplätze bei hohen Geschwindigkeiten ein. Der Standard soll voraussichtlich 2027 in Kraft treten. China wäre damit das erste Land der Welt, das die Sicherheit von Sitzen mit großem Neigungswinkel systematisch regelt.

Darüber hinaus führen die zunehmende Fahrzeuggröße und das höhere Gewicht auch zu Problemen wie Straßeninstandhaltung. Studien zeigen, dass eine Gewichtszunahme von 20 % die Straßenabnutzung um das 2,07-fache erhöht. Die zuständigen chinesischen Behörden erwägen die Einführung einer „Straßenerhaltungsgebühr“ für Elektrofahrzeuge, um den durch die Elektrifizierung verursachten höheren Fahrzeuggewichten und Straßenschäden zu begegnen und die Automobilhersteller zu technologischen Innovationen für den Leichtbau zu bewegen.

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