USA, Japan und Südkorea unterzeichnen SMR-Kooperationsmemorandum – USA stocken Mittel um 10 Millionen US-Dollar auf
2026-07-09 15:22
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de.wedoany.com-Bericht: Die Außenminister der USA, Japans und Südkoreas haben kürzlich am Rande des NATO-Gipfels in Ankara, Türkei, ein Kooperationsmemorandum über kleine modulare Reaktoren (SMR) unterzeichnet. Die drei Länder werden gemeinsam die Anwendung kleiner modularer Reaktoren in Drittländern vorantreiben, wobei der anfängliche Kooperationsschwerpunkt auf der indopazifischen Region liegt.

Das US-Außenministerium erklärte, dass das Memorandum die Richtung der zivilen nuklearen Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern festlegt. Die Nuklearindustrien der USA, Japans und Südkoreas verfügen über komplementäre Vorteile. Der Kooperationsrahmen zielt darauf ab, ein Modell für die Serieninstallation von Reaktoren zu etablieren, Projektentwicklungsrisiken zu senken, Skaleneffekte zu erzielen, privates Kapital für Investitionen zu mobilisieren, die Projektgenehmigungsverfahren zu vereinfachen und die vorgelagerten und nachgelagerten Industrieketten zu vervollständigen. Die trilaterale Zusammenarbeit kann den Partnerländern im Indopazifik wettbewerbsfähige Energielösungen bieten, die an den wachsenden Energiebedarf der Region angepasst sind. Bei der kommerziellen Einführung neuer Reaktoren werden die drei Länder die höchsten internationalen Standards in den Bereichen nukleare Sicherheit, nukleare Sicherung und nukleare Nichtverbreitung strikt einhalten.

Gemäß den Bestimmungen des Memorandums werden die USA, Japan und Südkorea Drittländer im Indopazifik auswählen, die an der Einführung kleiner modularer Reaktoren interessiert sind. Auf der Grundlage standardisierter Serienreaktorlösungen und vereinfachter Vertragsabschlussverfahren werden sie die Umsetzung von Mehrreaktorprojekten in mehreren Ländern unterstützen. Die drei Länder werden ihre heimischen Nuklearunternehmen dazu bewegen, gemeinsame Konsortien zu bilden, verschiedene Investitions- und Finanzierungsressourcen zu bündeln und die Entwicklung und den Bau von Auslandsprojekten systematisch voranzutreiben.

Zur Sicherstellung der Umsetzung der Zusammenarbeit werden die USA zusätzlich über 10 Millionen US-Dollar bereitstellen, die speziell für das Programm „Foundational Infrastructure for the Responsible Use of Small Modular Reactor Technology (FIRST)“ des Außenministeriums bestimmt sind. Diese Mittel werden für die Vorbereitung von SMR-Projekten im Indopazifik, den Aufbau regionaler Nuklearausbildungszentren und die Ausbildung von Fachkräften für die Industrie verwendet, um den sicheren und stabilen Betrieb regionaler Nuklearprojekte zu gewährleisten.

Parallel zur Erschließung des indopazifischen Marktes hat Washington gleichzeitig einen europäischen SMR-Industriekooperationsplan veröffentlicht. Diese Zusammenarbeit wird von GE Vernova (USA), Hitachi (Japan), Samsung C&T (Südkorea) gemeinsam mit der polnischen SGE Group vorangetrieben. Der Schwerpunkt liegt auf der Markteinführung des kleinen modularen Reaktors vom Typ BWRX-300 in Europa. Dies ist eine flankierende Maßnahme zur Umsetzung der Ziele des trilateralen Memorandums, die die Zusammenarbeit zwischen Regierung und Wirtschaft vertiefen und das globale Energiesicherheitssystem stärken kann.

Der BWRX-300 ist ein wassergekühlter, naturumlaufender kleiner modularer Reaktor mit einer installierten Leistung von 300 Megawatt und einem passiven Sicherheitssystem. Dieses Modell basiert auf der ausgereiften Technologie des von GE Hitachi Nuclear Energy zertifizierten ESBWR-Siedewasserreaktors und wird mit dem bereits genehmigten GNF2-Brennelement ausgestattet. Der erste BWRX-300-Reaktor wird derzeit am Standort Darlington der Ontario Power Generation in Kanada errichtet und soll bis Ende 2029 fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.

Die polnische SGE Group, eine Tochtergesellschaft der MS Galleon Group, ist Mitinvestor des standardisierten BWRX-300-Designs. Sie ist seit langem im europäischen Nuklearmarkt tätig und hat bereits SMR-Kooperationsprojekte mit mehreren mittel- und osteuropäischen Ländern wie Tschechien, Ungarn, Bulgarien und Rumänien angebahnt. Ihr Vorzeigeprojekt wird in Polen umgesetzt, Partner ist die polnische Orlen Energy. An drei Standorten laufen gleichzeitig Vorbereitungsarbeiten, der erste Reaktorblock soll voraussichtlich 2032 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Eine Woche zuvor hatten die SGE Group gemeinsam mit Samsung C&T, Laing O‘Rourke, AECOM, Google Cloud und anderen Partnern einen britischen Nuklearbauplan veröffentlicht. Dieser sieht vor, mit privatem Kapital 14 BWRX-300-Kleinreaktoren an drei Standorten in Großbritannien zu errichten. Das Projekt wurde bereits im Rahmen des britischen Advanced Nuclear Framework eingereicht. Die Gesamtleistung aller Blöcke könnte 4,2 Gigawatt erreichen, was etwa 11 % des aktuellen britischen Gesamtstrombedarfs decken würde.

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