de.wedoany.com-Bericht: Die brasilianische Nationale Agentur für elektrische Energie (Agência Nacional de Energia Elétrica, Aneel) hat den kommerziellen Betrieb des Biokraftstoff-Wärmekraftwerks BBF Água Branca der Firma Brasil Biofuels Pará II (BBF) in Itaituba, Bundesstaat Pará, ausgesetzt. BBF räumte ein, dass das Kraftwerk nie Strom ins Netz eingespeist habe, da sämtliche Einnahmen aus der Stromerzeugung vom Verteilnetzbetreiber Equatorial Pará einbehalten wurden, um gegen das Unternehmen von Aneel verhängte Regulierungsstrafen zu begleichen.
Das Kraftwerk war ein Zuschlagprojekt der dritten Runde der Auktion für isolierte Systeme von 2021 und wurde vom Konsortium BBF Energia Pará errichtet, das sich aus Brasil Bio Fuels (95 % Anteil) und Amazonbio Indústria e Comércio de Biodiesel da Amazônia (5 % Anteil) zusammensetzt. Die Anlage erhielt am 3. Juni 2025 die Betriebsgenehmigung für den kommerziellen Betrieb; die beiden Stromerzeugungsaggregate verfügen über eine installierte Gesamtleistung von 0,63 MW, die von der Aneel genehmigt wurde.
Laut Bericht von Equatorial Pará an die Aneel konnte das Kraftwerk trotz Erfüllung aller Betriebsanforderungen keine Last übernehmen und speiste nie Strom ins Netz ein. BBF antwortete, der Grund für die Stilllegung sei, dass sämtliche Einnahmen aus der Stromerzeugung vom Verteilnetzbetreiber einbehalten würden, um von der Aneel verhängte Strafen für die verspätete Umsetzung anderer Vertragsprojekte aus derselben Auktion zu begleichen. Das Unternehmen hält den vollständigen Einbehalt der fälligen Beträge für wirtschaftlich untragbar für die Inbetriebnahme des Kraftwerks.
Die Geldstrafe basiert auf der Anordnung Nr. 3.335/2025, die 110,8 Millionen BRL für Nichtverfügbarkeit und 80,2 Millionen BRL für die teilweise Vertragsauflösung vorsieht, insgesamt rund 191 Millionen BRL. Die Entscheidung schließt zudem die Wärmekraftwerke BBF Faro, BBF São Sebastião da Boa Vista, BBF Porto de Moz, BBF Muaná, BBF Gurupá und BBF Terra Santa aus dem Energievermarktungsvertrag für isolierte Systeme (CCESI) Nr. 3/2021 aus.
In der technischen Analyse stellte die Aneel fest, dass die Nichtverfügbarkeit des Kraftwerks nicht auf Betriebsstörungen oder technische Probleme zurückzuführen sei, die vom Unternehmen vorgebrachten finanziellen Gründe jedoch die Notwendigkeit einer Aussetzung des kommerziellen Betriebs nicht ausschließen könnten. Die Aneel betonte, dass die Vorschriften vorschreiben, dass ein im kommerziellen Betrieb befindliches Kraftwerk tatsächlich für das Stromsystem verfügbar sein müsse, unabhängig von wirtschaftlichen Gründen, und dass der Einnahmeneinbehalt nicht zu den in den Vorschriften genannten Fällen für die Begründung von Stromerzeugungsunverfügbarkeit zähle. Derzeit hat die technische Aufsichtsbehörde ein Verwaltungsverfahren eingeleitet, um zu prüfen, ob die Genehmigung des Kraftwerks widerrufen wird. Bei Bestätigung von Verstößen könnte dies zum Entzug der Konzession führen. Nach Wiederaufnahme des Betriebs kann das Unternehmen bei der Aneel die Wiederherstellung des kommerziellen Betriebs beantragen.
Die Stilllegung des Wärmekraftwerks BBF Água Branca ist das jüngste Ereignis in einer Reihe von Problemen, mit denen das Unternehmen in isolierten Systemen konfrontiert ist. Die Schwierigkeiten resultieren aus Verzögerungen beim Bau vertraglich vereinbarter Kraftwerke aus der Auktion von 2021. Als Reaktion musste die Bundesregierung bestehende Stromerzeugungsverträge im Bundesstaat Pará verlängern, um das Risiko von Versorgungsengpässen vor der Inbetriebnahme der BBF-Projekte zu vermeiden. Die Projektverzögerungen führten auch zu Maßnahmen der Bundesstaatsanwaltschaft, die einst den Austausch des Dienstleisters des Unternehmens im Bundesstaat Rondônia forderte, um Stromausfälle in den von den Verträgen bedienten isolierten Systemen zu vermeiden. In regulatorischer Hinsicht hat das Unternehmen bereits Konzessionen verloren und Geldstrafen angehäuft. Im Oktober 2025 widerrief die Aneel die Genehmigung für das zehnte Kraftwerk des Unternehmens und verhängte eine Geldstrafe von 2,7 Millionen BRL. Vor dem Hintergrund finanzieller und regulatorischer Schwierigkeiten hat BBF begonnen, den Verkauf der Kontrolle über seinen Betrieb im Bundesstaat Acre vorzubereiten.






