de.wedoany.com-Bericht: Laut Daten, die das russische Branchenanalysemagazin „Metal Bulletin" am 10. Juli 2026 veröffentlichte, stieg der zusammengesetzte Preisindex für Walzstahl aus Schwarzmetallen im Zentralen Föderationskreis Russlands vom 2. bis 9. Juli 2026 um 25,87 Punkte, ein Anstieg von 2,95 %. Dies ist der dritte aufeinanderfolgende statistische Zeitraum, in dem der Index gestiegen ist, nachdem er in den beiden vorherigen Perioden um 16,25 bzw. 11,34 Punkte zugelegt hatte. Die Preise aller in die Statistik einbezogenen Stahlsorten stiegen, wobei Betonstahl mit 8,5 % den größten Anstieg verzeichnete und Breitflanschträger mit 0,13 % den geringsten. Ein ähnlich großer Indexanstieg (+27,68 Punkte) war zuletzt Mitte September 2023 zu beobachten.
Auf der Nachfrageseite prognostiziert der russische Stahlriese Severstal, dass der Inlandsstahlverbrauch Russlands im gesamten Jahr 2026 auf 34 bis 35 Millionen Tonnen sinken wird, mit einer erwarteten Erholung auf 36 Millionen Tonnen im Jahr 2027. Im Jahr 2025 betrug der russische Stahlverbrauch 38 Millionen Tonnen, während der Höchststand im Jahr 2023 bei 46 Millionen Tonnen lag. Severstal erwartet, dass die weltweite Stahlnachfrage im Jahr 2026 etwa 1,7 Milliarden Tonnen betragen wird und bis 2027 auf 1,8 Milliarden Tonnen ansteigt, wobei der Haupttreiber der chinesische Markt sein wird.
Laut einem Bericht des Branchenanalyseunternehmens Steel Radar blieb der russische Stahlmarkt in der Woche vom 6. bis 10. Juli 2026 insgesamt stabil, wobei die Inlandspreise vor dem Hintergrund einer differenzierten Nachfrage fest blieben. Der Markt für Flachprodukte setzte seinen Aufwärtstrend fort, die Spotpreise für Warmband stiegen allmählich, jedoch deutlich geringer als bei Langprodukten. Der Langproduktsektor zeigte die stärkste Performance; die Preise für Betonstahl auf dem Moskauer Markt stiegen Anfang Juli stark an, wobei einige Angebote bereits das Niveau des Sommers 2024 erreichten. Marktteilnehmer sind der Ansicht, dass erhöhte staatliche Infrastrukturausgaben sowie einige unerwartete Infrastrukturreparatur- und sicherheitsrelevante Bauprojekte die Stahlnachfrage zusätzlich stützen.
Die mittel- bis langfristigen Perspektiven der Branche stehen jedoch weiterhin unter mehrfachem Druck. Daten des russischen Stahlindustrieverbands Chermet zeigen, dass die russische Rohstahlproduktion im ersten Quartal 2026 bei 15,6 Millionen Tonnen lag, ein Rückgang von 10,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Nachfrage aus den wichtigsten stahlverbrauchenden Kernsektoren wie Bau, Maschinenbau, Öl und Gas sowie Schiffbau schwächte sich insgesamt ab. Traditionelle Exportkanäle nach Europa und Amerika sind blockiert, was den Außenabsatz von Stahl erheblich unter Druck setzt. Branchenanalysten gehen davon aus, dass die strukturellen Widersprüche der russischen Kriegswirtschaft weiter zutage treten, was in Verbindung mit den gestiegenen Finanzierungskosten aufgrund der hohen inländischen Zinssätze die Expansions- und Betriebsfähigkeiten der Stahlunternehmen gleichermaßen beeinträchtigt. Sollte sich die Inlandsnachfrage nicht wesentlich erholen und die Exportkanäle nicht erweitert werden können, wird der kurzfristige operative Druck auf die russische Stahlindustrie anhalten.






